Mühle als Kulturort

Bund gibt Geld für Arberger Mühle

10000 Euro sollen bei der Instandhaltung der denkmalgeschützten Arberger Mühle helfen. Bis Ende des Jahres soll die Mühle wieder für kulturelle Veranstaltungen oder sogar Hochzeiten zur Verfügung stehen.
13.05.2019, 08:42
Lesedauer: 2 Min
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Bund gibt Geld für Arberger Mühle
Von Christian Hasemann
Bund gibt Geld für Arberger Mühle

Die Arberger Mühle ist nicht die höchste, aber aufgrund ihres Grundrisses die größte in Bremen erhalten gebliebene Mühle. Sie kann jetzt dank eines Zuschusses aus Bundesmitteln repariert werden.

STUBBE

Arbergen. Der Bund unterstützt Reparaturarbeiten an der Arberger Mühle. 10 000 Euro hat der Haushaltsausschuss am Mittwoch freigegeben. Renovierungsarbeiten im Inneren könnten bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Bremer Wahlkreisabgeordnete Sarah Ryglewski (SPD) freut sich über die beschlossene finanzielle Förderung des Denkmals in Arbergen. Gefördert wird außerdem die Renovierung der Domkurie in der Altstadt. „Die Arberger Mühle und die Domkurie sind wichtige Kulturdenkmäler in Bremen, die es zu bewahren gilt“, sagt die Bremer Bundestagsabgeordnete. Beide Objekte hätten lokale und überregionale Bedeutung. Sie zögen nicht nur Touristen an, sondern sorgten auch für eine Identifizierung mit dem jeweiligen Ortsteil und sind architektonische Vorzeigebauten. „Deswegen habe ich mich gerne für die Förderung durch den Bund eingesetzt. Es freut mich besonders, dass die Arberger Mühle nach dem Umbau auch von der benachbarten Seniorenresidenz genutzt werden kann und somit zu einem Generationentreffpunkt im Ortsteil Arbergen wird.“

Seit Jahren setzt sich außerdem der Arberger Mühlenverein für die Restaurierung und den Erhalt der Mühle ein. Die Mühle gilt als kultureller Treffpunkt nicht nur des Stiftungsdorfes Arberger Mühle der Bremer Heimstiftung, sondern auch als ein Zentrum für ganz Arbergen.

Rainer Nalazek, nach dem Tod des ersten Vorsitzenden und Bürgerschaftspräsidenten Christian Weber Interimspräsident des Vereins, spricht von einem Kraftakt, den der Verein für den Bundeszuschuss zu leisten hatte. „Wir mussten 50 Prozent an Eigenmittel aufbringen und mussten diese in knapp vier Wochen einwerben.“ Zu viel für den Verein, aber es sprangen Sponsoren ein. Darunter die Denkmalpflege Bremen, der Lions-Club Wilhelm Olbers, Arberger Bürger und auch der private Besitzer der Mühle. Insgesamt kommen so 20 000 Euro zusammen. Das Geld wird für eine Reparatur am Flügelkreuz benötigt. „Da muss ein Balken ausgewechselt werden und dafür müssen die Flügel mit zwei Großkränen abgenommen werden“, erklärt Rainer Nalazek.

Im Inneren der Mühle dagegen geht es mit weiteren Renovierungsarbeiten voran. Bis Ende des Jahres könnten die Arbeiten abgeschlossen sein, hofft der derzeitige Vereinsvorsitzende. Dann sollen auch wieder kulturelle Veranstaltungen in der Mühle möglich sein. Unter anderem Walter Kempowski, Henning Scherf und der Maler Günter Klein aus Baden gaben sich schon in der Mühle ein Stelldichein. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, schwebt Rainer Nalazek noch etwas Anderes vor: „Wir hoffen auf die erste Hochzeit in der Mühle, dafür haben wir uns schon vor Jahren beworben.“

Die Arberger Windmühle von 1803 ist die älteste der fünf Bremer Windmühlen und gehört auch deutschlandweit zu den ältesten erhaltenen Galerieholländern. Die Vorgängerin der jetzigen Mühle an der Stelle war eine Bockwindmühle, die zwischen 1582 und 1803 das Getreide der Region zu Mehl verarbeitete. Die spätere Galeriemühle entstand in der Hochphase des Windmühlenbaus in Norddeutschland, ist baulich noch immer nah am Original und ein wichtiges Zeugnis für die wissenschaftliche Forschung zur Entwicklung des Windmühlenbaus. Genutzt wurde die Mühle kontinuierlich bis 1968, damals stellte der Müllermeister Heinrich Quensel den letzten Mühlenbetrieb Bremens ein. Von den fünf Bremer Mühlen ist die Arberger Mühle die größte, jedoch nicht die höchste, weil die Größe einer Mühle nach den Dimensionen ihres achteckigen Grundrisses bestimmt wird. Die Arberger Mühle ist mit hochgestelltem Flügel etwa 28 Metern hoch. Seit 1973 steht sie unter Denkmalschutz.

Für das neue Denkmalschutz-Sonderprogramm VIII (DS VIII) werden im Bundeshaushalt insgesamt 40 Millionen Euro bereitgestellt. Die Förderung kommt national bedeutsamen oder das kulturelle Erbe prägenden unbewegliche Kulturdenkmälern in der Bundesrepublik Deutschland zugute.

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