Sport und Ehrungen

Ein Urgestein auf dem Fahrrad

Der Radfahrer-Verein Arbergen zeichnet Heinz Glander aus, der mit 97 Jahren das älteste Mitglied ist und dem Verein seit 80 Jahren die Treue hält. Zum Einkaufen nimmt er immer noch das Rad.
22.10.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Gerald Weßel und Chantal Moll

Seine im März aufgrund der Pandemie ausgefallene Jahreshauptversammlung holte der Radfahrer-Verein „Sport“ Arbergen Anfang diesen Monats nach. Ein Hauptprogrammpunkt war die Ehrung des Ältesten - und zwar nach Mitgliedschafts- und auch nach Lebensjahren: Der 97-jährige Heinz Glander ist seit 80 Jahren Teil des Vereins. Dafür erhielt er eine Urkunde vom Verein und eine vom Bund Deutscher Radfahrer.

Angefangen hatte der damals 17-Jährige nach seiner Konfirmation mit dem Kunstrad- und Einradfahren in dem Verein. Mittlerweile ist er ein passives Mitglied, nimmt jedoch zum Einkaufen immer noch das Rad. Auch seine drei Jahre jüngere Ehefrau sei noch im Verein, aber er habe während seiner Mitgliedschaft nie ein Amt im Verein bekleidet. „Da war er echt schlau“, kommentiert Fred Meier lachend.

Meier weiß, wovon er spricht: Der erste Vorsitzende des Vereins wollte sein Amt aufgeben. Da sich aber kein Nachfolger für Fred Meier zur Wahl stellte, wählte der Verein ihn erneut einstimmig zum Vereinschef. Bereits seit 2006 ist er der erste Vorsitzende. Ebenfalls wählte der Verein Sigrid Meier wieder zur Radwanderwartin, Jörg Klüsing zum Radballleiter und Lothar Behrens zum Schriftführer.

Die meisten Mitglieder sind übrigens um die 70 Jahre alt, aber an Glander komme so oder so niemand in Sachen Mitgliedsjahren ran, die nächste Riege Geehrter kann 40 Vereinsjahre vorweisen.

Eine Gruppe sticht in der Statistik allerdings klar heraus: die Gruppe überwiegend junger Mädchen zwischen sechs und 17 Jahren, die den Verein in Sachen Kunstradfahren heutzutage vertreten. Aber auch hier gibt es einige Jungen, wie es Heinz Glander einst war - nur eben noch etwas jünger als er bei seinem Eintritt. Auch Radball werde eigentlich noch fleißig von einer Gruppe älterer Erwachsener ab 40 praktiziert, aber durch die Pandemie und durch Umbauarbeiten kann die Halle derzeit weder für das Kunstradfahren noch für Radball genutzt werden, wie Fred Meyer erklärt. Beim Radballfahren kommt übrigens kein normales Fahrrad zum Einsatz, sondern eines ohne Gangschaltung und Bremsen. Gespielt wird Zwei gegen Zwei, und das Ziel ist es, ähnlich wie beim Fußball, das Runde mit dem Vorderrad in ein Tor mit kleinem Durchmesser zu bugsieren.

Das dritte Standbein des Vereins ist das Radwandern. „Nicht die Kilometer zählen bei den Radwanderern, sondern die Gemeinschaft und Geselligkeit“, sagt Radwanderwartin Sigrid Meier. Auch Heinz Glander habe vor allem als jüngerer Mann, aber sogar noch gelegentlich bis vor wenigen Jahren an Touren von knapp 50 Kilometern Länge teilgenommen. Meistens bleiben die Radwanderer in der Bremer Umgebung aber ab und an, berichtet Sigrid Meier, lade man bis zu 14 Fahrräder auf einen Anhänger und starte weiter weg zu einem Ausflug. „Wildeshausen, Cuxhaven, Verden oder Bremerhaven waren in der Vergangenheit solche Startorte“, zählt sie auf.

Weitere Informationen über den Radfahrer-Verein in Arbergen gibt es auf der Internetseite unter www.rv-arbergen.de oder unter der Telefonnummer 487323. Ansprechpartner sind Fred und Sigrid Meier.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+