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Die Sportvereinigung in Bremen-Hemelingen bietet jetzt auch Kurse in Jumping-Trampolin an
18.08.2018, 17:26
Lesedauer: 3 Min
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Von Jörn Hildebrandt

Neun Trampoline werden in der großen Sporthalle verteilt. Die schwarzen elastischen Sprungtücher sind in einem runden Rahmen verankert, der sicher auf sechs Beinen steht, und zum Festhalten ist an jedem Trampolin ein Haltegriff angebracht, der aussieht wie ein Fahrradlenker.

Acht Frauen von jung bis etwas älter stellen sich auf die Trampoline und warten, was der Trainer ihnen sagt und vormacht. „Wir machen alles aus den Beinen heraus“, sagt Übungsleiter Karl-Joachim „Charly“ Scheel. Heute gibt er die ersten anderthalb Stunden Jumping-Trampolin, ein Angebot des SV Hemelingen, das jetzt nach den Sommerferien startet.

Eine Art Aerobic

Jumping-Trampolin ist eine Art Aerobic, also ein Fitnesstraining, dass durch tänzerische und gymnastische Übungen noch mehr Sauerstoff verbraucht, und es findet auf elastischem Untergrund statt. Damit steigt der Aufwand für die Muskeln beträchtlich.

Auf und Ab geht es mit den Füßen wie beim Marschieren, nur dass sich kein fester, sondern ein äußerst nachgiebiger Untergrund unter den Frauen befindet. Da bringt jeder der Schritte einen kleinen Flug von einigen Zentimetern Höhe mit sich. Der Rhythmus schneller Disco-Musik gehört immer dazu, auch als die Beine auf dem Trampolin weit auseinandergehen – die Ansprüche an die Standfestigkeit steigen, nur nicht aus dem Gleichgewicht geraten!

Die Musik wird immer schneller und imitiert die Geräusche eines Düsenflugzeugs – werden die Teilnehmerinnen nun gleich abheben? Die Halbkreise und die ganzen Kreise, die sie mit ihren Armen beschreiben, deuten darauf hin, doch ihr Flug beschränkt sich auf einen halben Meter über dem Boden, immerhin. Wäre da nicht an jedem Trampolin ein Haltegriff, würde man wohl den folgenden Tanz auf nur einem Bein nicht meistern. Wie bei einem Hampelmann gehen zum Schluss der ersten Runde Arme und Beine synchron auseinander und wieder zusammen.

"Ein ganz anderes Feeling"

Nach einer kurzen Pause werden in der zweiten Runde die Klänge orientalisch, nun kann man sich auch mal von den Haltestangen lösen und frei tanzen, überhaupt wirkt schon nach wenigen Minuten alles freier und gelöster als zu Beginn. Noch einmal Arm und Bein auf einer Seite zugleich strecken, dann ist die Zeit für eine längere Pause gekommen, um mit dem Handtuch den Schweiß aus Gesicht und Nacken zu wischen. „Wenn der Boden schwingt, ist das ein ganz anderes Feeling, als wenn man Aerobic auf festem Untergrund macht“, sagt eine Teilnehmerin.

Auf den blauen Matten, die nun ausgelegt werden, folgen Kräftigungs- und Geschicklichkeitsübungen. „Am Anfang ist es wichtig, die nötige Körperspannung aufzubauen“, sagt Charly Scheel, der sowohl Fitness-Leiter als auch Ju-Jutsu-Trainer in Bremen ist. „Jumping Trampolin hilft gegen Osteoporose, verbessert die Balance des Körpers und wird von mir auch in der Reha eingesetzt“, erklärt er. Jeder könne bei der Belastung des eigenen Körpers so weit gehen wie es ihm gemäß sei: „Die Leute sollen so springen, dass sie's aushalten“, meint Charly Scheel, „denn es sind Leute von jung über mittelalt bis älter dabei, und nicht jeder kann sich gleich am Anfang stark belasten.“

Extrem viel Muskelarbeit

Jumping-Trampolin fordert den Körper noch mehr als etwa Jogging draußen in freier Flur. Der Kalorienverbrauch beim Trampolinspringen ist deutlich höher, weil der Körper durch die Überwindung der Schwerkraft extrem viel Muskelarbeit leisten muss. Doch das Schwingen auf nachgiebigem Grund schont die Gelenke und hebt die Laune, weil besonders viele Glückshormone ausgeschüttet werden. „Der Körper kommt viel schneller in Fahrt, und da man beim Springen etwa 400 Muskeln einsetzt, sind zehn Minuten Trampolinspringen so effektiv wie 30 Minuten Jogging“, sagt Angelika Hartmann von der Deutschen Fitnesslehrer-Vereinigung. Und das Herz-Kreislauf-System werde extrem belastet. Besonders das schnelle Springen auf dem Trampolin baue extrem gut den angesammelten Stress ab. Nicht zuletzt wird auch der Gleichgewichtssinn trainiert, was besonders wichtig ist, wenn man älter ist.

Jumping-Trampolin ist wegen der ganzheitlichen Bewegung des Körpers eine der Sportarten, die derzeit stark im Trend liegen und kann von Kindern, Jugendliche bis hin zu Senioren betrieben werden. Mit zwei Einschränkungen: Schwangere und Leute mit Rückenproblemen sollten Jumping Trampolin besser nicht ausprobieren und lieber festen Boden unter sich bewahren.

Weitere Informationen

Der Kursus „Jumping-Trampolin“ läuft jeden Mittwoch von 18.30 bis 20 Uhr in der Sporthalle der SV Hemelingen, Am Sportplatz 2. Und am Sonnabend, 25. August, 13 bis 19 Uhr, feiert die Sportvereinigung Hemelingen ihren 160. Geburtstag. Dabei gibt es viele Spiel- und Spaßangebote für Kinder, eine Budogala, Bogenschießen, Kindertanz, Fitnessangebote und Kaffee und Kuchen.

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