Projekts „Spread (it) out“

Gemeinsam über Zusammenhalt rappen

Zusammenhalt wurde groß geschrieben beim Videoprojekt „Spread (it) out“. Bei der „Nacht der Jugend“ am 12. November wird das fertige Musikvideo im Rathaus präsentiert und im Anschluss auf Youtube zu sehen sein.
21.10.2019, 17:43
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Von Leoni Hentschel
Gemeinsam über Zusammenhalt rappen

Fanden Töne für das, was sie bewegt: die zehn Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Projekts „Spread (it) out“ beim Dreh.

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Was bedeutet Zusammenhalt in einer Gesellschaft? Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts „Spread (it) out“ sammelten dazu eine Woche lang Ideen und Gedanken, die sie musikalisch umgesetzt haben. Entstanden ist dabei ein selbst geschriebener Rap, in dem es um das gesellschaftliche Zusammenleben geht. Zum Abschluss des Projekts drehen die Jugendlichen ein passendes Musikvideo an außergewöhnlichen Orten.

Die Musik läuft, die Videokamera steht bereit. Nachdem bereits am Güterbahnhof Bremen sowie im Bürgerhaus Hemelingen gedreht worden ist, soll nun im Parkhaus am Rövekamp eine weitere Szene für das Musikvideo zum Song „Hand in Hand zusammen“ entstehen. Die Botschaft darin ist eindeutig: Jeder Mensch ist gleich, egal ob arm oder reich. Die Stimmung ist gut, die Jugendlichen sind motiviert und stolz, ihren selbst geschriebenen Rap nun auch in bewegten Bildern zu präsentieren.

Stolz ist auch die Leiterin des integrativen Projekts, Jule Kahrig. „Viele Jugendliche sind während des Projekts aufgeblüht und selbstbewusster geworden“, sagt sie. Die anfängliche Schüchternheit mancher Teilnehmer sei durch die Zusammenarbeit schnell verflogen. Kahrig war es zudem besonders wichtig, den jungen Menschen genügend Raum zu geben, das Projekt selbst zu steuern. „Es ging darum, die Zügel loszulassen und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst bestimmen zu lassen, wie sie das Projekt gestalten wollen“, sagt die 33-Jährige.

Gegenseitig beim Schreiben geholfen

Das Konzept hat Erfolg – die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben ihrer Kreativität während des Projekts freien Lauf gelassen. An den ersten beiden Tagen sollte ein Brainstorming den Jugendlichen den Einstieg in das Projekt erleichtern. Das Thema Zusammenhalt stellte sich dabei schon beim Schreiben der Texte als wichtig heraus. „Wir haben uns gegenseitig beim Schreiben geholfen“, sagt Kevin Bunk. Der 21-Jährige ist beim Videodreh als erster an der Reihe, seinen Part des Songs in die Kamera zu rappen. Selbstsicher steht er dazu vor einem BMW, den er nur für den Dreh gemietet hat.

Insgesamt zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 16 bis 21 Jahren haben am integrativen Jugendprojekt „Spread (it) out“ vom 14. bis 18. Oktober mitgewirkt. Die Herkunft der Jugendlichen ist vielschichtig, sie kommen unter anderem aus Albanien, Russland, Sierra Leone, Syrien und Afghanistan. Der Rap ist auf Deutsch. Unter professioneller Anleitung des Projektmitarbeiters Mervan Kocas konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Song im Bremer Jugendtonstudio aufnehmen.

Für viele von ihnen war es die erste Erfahrung im Rappen und Singen, auch für Aleyna Bozuyala. Die 17-Jährige aus Osterholz hat den Gesangspart des Songs übernommen. „Am Anfang war ich aufgeregt, aber dann hat es Spaß gemacht“, sagt sie. Ihr Beitrag im Video ist bereits im Kasten. Dazu ist die Gruppe nach Bremerhaven gefahren, um dort an einem stillgelegtem Flughafengelände in einer Limousine zu drehen.

Erste Erfahrungen im Rappen

Einer, der seine ersten Erfahrungen im Rappen bereits hinter sich hat, ist David Felkr. Der 18-Jährige schreibt bereits seit dreieinhalb Jahren eigene Texte, in denen es um die Bedürfnisse junger Menschen geht. „Die Träume junger Menschen sollten meiner Meinung nach ernster genommen und stärker gefördert werden“, sagt er. Der Zusammenhalt unter Jugendlichen sei dafür wichtig.

Neben einem gemeinsamen Song sind unter den jungen Künstlern während des Projekts auch Freundschaften entstanden. „Ich habe in der Gruppe neue Freunde kennengelernt“, sagt Albion Gjeci. Dem 17-Jährigen hat die Zusammenarbeit im Team besonders Spaß gemacht. „Es ist wichtig, dass man zusammenhält. Wir haben alles gemeinsam geschafft“, sagt er.

Auf der „Nacht der Jugend“ am 12. November wird das fertige Musikvideo im Rathaus präsentiert und im Anschluss auf Youtube zu sehen sein. Außerdem will sich die Gruppe nächstes Jahr für den Bremer Jugendpreis „Dem Hass keine Chance“ bewerben, bei dem es um das Thema Frieden geht.

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