Bau im Untergrund

Vorbereitung für Eisenbahnüberführung

An der Sebaldsbrücker Heerstraße wird es noch lange zu Behinderungen im Straßenverkehr kommen.
11.01.2021, 05:00
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Vorbereitung für Eisenbahnüberführung
Von Christian Hasemann

Gleich zwei Baustellen behindern derzeit den Verkehr in der Zeppelinstraße in Sebaldsbrück. Noch bis voraussichtlich Ende Januar ist die Straße in beide Richtungen wegen Kanalbauarbeiten gesperrt. Parallel laufen derzeit Arbeiten im Untergrund für den Bau der neuen Eisenbahnüberführung über die Sebaldsbrücker Heerstraße.

Verantwortlich für den Bau der neuen Bahnüberführung ist die Deutsche Bahn Netz AG, im Gesamtkonzern zuständig für den Erhalt und Ausbau des Streckennetzes. Für die Bahnüberführung ist etwa 70 Meter weiter westlich vom bisherigen Standort der mittlerweile über 100 Jahre alten und damit in die Jahre gekommenen Stahlträgerbrücke ein sogenanntes Trogbauwerk vorgesehen. Die Fahrbahnhöhe wird dabei ganze zweieinhalb Meter tiefer als bisher liegen. Der neue Standort macht allerdings eine Verlegung des Kanals und anderer Versorgungsleitungen notwendig. Zum Teil haben die Arbeiten dafür schon im vergangenen Jahr begonnen.

Bei dem neuen Kanal handelt es sich nach Auskunft von Hansewasser, in Bremen zuständig für das Abwassersystem, um einen sogenannten Freigefällekanal, der in offener Bauweise verlegt werden soll. Die daran anliegenden Leitungen zur Grundstücksentwässerung werden im öffentlichen Grund bis zur Grundstücksgrenze in offener Bauweise erneuert. Diese Arbeiten haben im Dezember begonnen. Zusätzlich muss Hansewasser zur Querung der Bahntrasse einen neuen Kanal durch einen gesteuerten Mikro-Tunnelbau mit sogenannter Spülförderung herstellen.

Die Baugrube für diesen Tunnel liegt an der Sebaldsbrücker Heerstraße an der Böschung der Eisenbahntrasse etwa auf Höhe der Hausnummer Sebaldsbrücker Heerstraße 4. Dort wird ein Stahlbetonabsenkschacht gebaut. Die Sohle dieses Schachtes wiederum wird aus Unterwasserbeton gegossen. Der Vorteil: eine Grundwasserabsenkung entfällt. Nach dem Rohrbau im Startschacht entsteht dort außerdem ein neues Verteilerbauwerk mit Pumpen.

Für die Zeit der Bauarbeiten kann es immer wieder zu Veränderungen bei der Verkehrsführung kommen. Die Arbeiten sollen nach Angaben von Hansewasser voraussichtlich bis August andauern.

Direkt in der Zeppelinstraße hingegen lässt Hansewasser ab der übernächsten Woche die ins Auge fallende blaue Abwasserrohrbrücke wieder abbauen. Die Rohrbücke war für Arbeiten am Kanal in der Sebaldsbrücker Heerstraße notwendig gewesen. Die Arbeiten am Kanal und das dafür nötige provisorische Umlegen von Leitungen haben zu einer zeitweisen Vollsperrung der Zeppelinstraße ab Einmündung Eckenerstraße geführt. Nach Auskunft von Oliver Ladeur, Pressesprecher von Hansewasser, sollen diese Abbauarbeiten jedoch voraussichtlich bis Ende Januar abgeschlossen sein. Danach soll auch der Verkehr in der Zeppelinstraße wieder frei fließen können – zumindest bis zur Sebaldsbrücker Heerstraße.

Für die Anwohner beginnt voraussichtlich dann aber erst der richtige Stress, denn im Laufe des Jahres könnten die oberirdischen Arbeiten am neuen Tunnel der Eisenbahnüberführung beginnen. Knapp drei Jahre Bauzeit hat die Deutsche Bahn Netz AG für das 50-Millionen-Euro-Projekt veranschlagt. „Es wird nicht leicht für die Anwohner, das ist schon eine Belastung, auch mit nächtlichen Bauarbeiten“, sagt Ortsamtsleiter Jörn Hermening.

Immerhin könnte es nach den Bauarbeiten aber deutlich leiser an der Sebaldsbrücker Heerstraße werden: Mit dem Neubau der Überführung kommt auch ein besserer Lärmschutz entlang der Bahngleise.

Auf der nördlichen Seit des Bahndammes entlang der Beneckendorfallee wiederum hat die Deutsche Bahn damit begonnen, Tabula rasa zu machen. Das angrenzende Kleingartengebiet zwischen Zeppelinstraße und Föhrenstraße soll künftig als Lagerfläche für Baumaterialien dienen, die letzten Pächter musste ihre Parzellen bis zum Dezember räumen. Derzeit ist dort der Kampfmittelräumdienst aktiv.

Dabei geht es nicht nur um den Bau der neuen Eisenbahnüberführung, sondern auch um den Bau des neuen Bahnhofs Föhrenstraße, der sich zeitlich an den Bau der Eisenbahnüberführung Zeppelinstraße anschließen wird. Der Bahnhof wird Bremens zweitgrößter Bahnhof sein und direkt am Eingang zum geplanten Quartier auf dem früheren Könecke-Coca-Cola-Gelände liegen.

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