Ausbau der Kinderbetreuung

Baugenehmigungen für Kitas sind erteilt

Das Bauressort hat für mehrere Kitas in Hemelingen die Baugenehmigung erteilt. Weitere Standorte sollen hinzu kommen. Unter anderem auf der Galopprennbahn.
13.07.2020, 06:55
Lesedauer: 2 Min
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Baugenehmigungen für Kitas sind erteilt
Von Christian Hasemann
Baugenehmigungen für Kitas sind erteilt

Mehr Kita-Plätze für Kinder werden in Hemelingen dringend gebraucht.

Monika Skolimowska/dpa

Sie haben mit weiteren Verzögerungen und Hiobsbotschaften beim Ausbau der Kita-Versorgung im Stadtteil gerechnet, am Ende hat aber dann Lob von den Mitgliedern des Beirats Hemelingen für die Vertreterin des Bildungsressorts gegeben. Der Grund: Für mehrere Kitaneubauten wurde die Baugenehmigung erteilt.

Es war vor allem die hohe Zahl an Kindern, die keinen Kita-Platz bekommen hatten, die bei den Beiratsmitglieder die Sorgen-, bei manchen auch die Zornesfalten, in den vergangenen Wochen vertieften. Mit den Baugenehmigungen, unter anderem für die lang geplanten Kitas in der Diedrich-Wilkens-Straße und in der Schlengstraße, kann ein Teil des Bedarfs abgedeckt werden. Nach aktuellsten Zahlen seien im Stadtteil 74 Kinder noch unversorgt, so Katharina Hebecker, zuständig im Bildungsressort für den Kita-Ausbau in Hemelingen.

Die Suche nach weiteren Grundstücken und Immobilien geht dennoch weiter. „Bis 2025 sollen die Kinderzahlen nach Prognosen zwar wieder abnehmen, aber nichtsdestotrotz brauchen wir weitere Gruppen“, so Hebecker. Denn auch mit den jetzt erteilten Baugenehmigungen seien die vom Senat beschlossenen Versorgungsquoten noch nicht erreicht. Im Bereich der bis Dreijährigen strebt Bremen eine Quote von 50 Prozent an, im Bereich der Drei- bis Sechsjährigen von 100 Prozent.

Christa Komar (Grüne) mahnte: „Stutzig macht mich die Prognose. Ich bin schon so lange im Beirat und immer haben wir erlebt, dass sich die Kurve ganz anders entwickelt.“ In eine ähnliche Richtung argumentierte Uwe Janko (FDP). „Meine Befürchtung ist, dass man beim Blick auf die Statistik auf den Gedanken kommen könnte, dass man gar nicht so viele Kitas braucht.“

Sie glaube auch nicht daran, dass die Kinderzahlen so stark zurückgingen, wie die Statistiker des Statistischen Landesamt errechnet haben, so Hebecker. „Ich glaube, der Rückgang wird langsamer und nach hinten verschoben sein.“ Es sei aber egal, wie sich die Kurve entwickle, denn „die Versorgungsquote muss gesteigert werden“.

Als mögliche Standorte, die in der Prüfung für weitere Neubauten sind, nannte sie einen Teil des Spielplatzes An der Lieth in Mahndorf und die ehemalige Berufsschule an der Sebaldsbrücker Heerstraße. Neu in der Lostrommel: Die Galopprennbahn. „Vielleicht mit einer ganz neuen Betreuungsform, wir werden schauen, was sich dort realisieren lässt“, so Hebecker.

Ralf Bohr (Grüne) bemängelte, dass Kinder, die schon im Vorjahr keinen Platz bekommen haben, nicht bevorzugt Kitaplätze bekommen. „Dafür müsste das Kitaaufnahmegesetz geändert werden“, so Hebecker. In Bremen ist der Zugang zur Kita durch ein Gesetz geregelt und das sieht in seiner derzeitigen Form keinen Vorrang für Kinder vor, die im Vorjahr keinen Platz bekommen haben.

Hans-Peter Hölscher (SPD) lobte den Fortschritt beim Ausbau, richtete seinen Blick für den Fortgang auf den Vertreter von Immobilien Bremen (IB). „Es liegt jetzt an Immobilien Bremen auch die anderen Grundstücke zu überprüfen.“ IB ist in Bremen für öffentliche Grundstücke und Gebäude zuständig.

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