Aktionen an allen Standorten

Protest gegen Daimler-Sparpläne

Gewerkschaft und Betriebsrat rufen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Mercedes an allen Standorten zur Solidaritätsaktion auf. Der Unmut angesichts neuerlicher Sparpläne ist groß.
23.11.2020, 18:02
Lesedauer: 1 Min
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Protest gegen Daimler-Sparpläne
Von Lisa Boekhoff

Beim Autobauer Daimler stellen sich Betriebsrat und IG Metall immer offener gegen die Umbau- und Sparpläne von Vorstandschef Ola Källenius. Am Montag riefen sie zu einer bundesweiten Solidaritätsaktion an sämtlichen Standorten auf. „Transformation, Covid, Rezession. Die Belegschaft leistet bei allen Herausforderungen ihren Beitrag: Qualifikation, Hygieneregeln, Sparbeitrag.

Doch es reicht dem Vorstand nicht“, kritisierte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Michael Brecht in einer Mitteilung. „In den Werken zittern die Beschäftigten und haben Angst um ihre Zukunft. Die Belegschaft in der Verwaltung fühlt sich verstoßen.“ Im „Handelsblatt“ warf Brecht der Daimler-Führung schlechten Stil vor. Das Management agiere „absolut beratungsresistent“.

Betriebsrat und Gewerkschaft wollen nun unter anderem 170 000 Protest-Postkarten sammeln und dem Vorstand übergeben – eine für jeden Daimler-Beschäftigten in Deutschland. Der Autobauer fährt schon seit längerer Zeit einen strikten Sparkurs und hatte dazu mit den Betriebsräten diverse Vereinbarungen, unter anderem zum Abbau von Stellen und zuletzt – wegen der Corona-Krise – zur Reduzierung der Arbeitszeit, ausgehandelt.

Nun aber wirft der Betriebsrat der Daimler-Spitze vor, nur noch einseitig zu agieren. Für großen Unmut hatte zuletzt die Ankündigung gesorgt, unbefristete 40-Stunden-Verträge zu kündigen, sodass die Betroffenen nur noch die üblichen 35 Stunden pro Woche arbeiten dürfen und entsprechend weniger verdienen.

Beschäftigte des Bremer Werks wären davon ebenfalls betroffen. „Wir halten das für falsch“, sagte der Betriebsratschef Michael Peters zu den Plänen. Die Bremer Belegschaft beteilige sich „natürlich“ an den Solidaritätsaktionen. Peters kritisierte, dass bei den Sparplänen immer weiter zugelegt werde, statt gemeinsam Ideen mit Blick in die Zukunft zu erarbeiten. Der Standort in Bremen sei gut aufgestellt. In Berlin etwa, wo die Belegschaft mehr als halbiert werden soll, sorgten sich die Kollegen ums Werk.

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