Ausbau nach Osterholz

Linie 2 und 10 sollen ausgebaut werden

Bürgerschaftsabgeordnete und Lokalpolitiker aus dem Bremer Osten fordern einen raschen Ausbau der Straßenbahnlinien 2 und 10 über Sebaldsbrück hinaus nach Osterholz.
08.08.2018, 19:32
Lesedauer: 3 Min
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Linie 2 und 10 sollen ausgebaut werden
Von Christian Hasemann
Linie 2 und 10 sollen ausgebaut werden

Die neue Verbindung zwischen den Linien 2 und 10 ist Teil des von der Bürgerschaft beschlossenen Verkehrsentwicklungsplans.

Christina Kuhaupt

Straßenbahnverlängerungen sorgen immer wieder für hitzige politische Debatten, und auch die Bevölkerung spielt nicht immer mit, so beim geplanten Ausbau der Linie 8, der Linie 4 und der sogenannten Querspange Ost. In Hemelingen und Osterholz treten Lokalpolitik und Bürgerschaftsabgeordnete dagegen geschlossen auf. Gemeinsam fordern sie einen raschen Ausbau der Straßenbahntrasse über das Depot Sebaldsbrück hinaus bis zur Hans-Bredow-Straße in Osterholz.

Die politische Initiative geht auf die „Ostrunde“ zurück, eine Arbeitsgruppe, die sich aus Bürgerschaftsabgeordneten aus dem Bremer Osten, aus den Beiräten und den Ortsämtern von Hemelingen und Osterholz zusammensetzt. Claas Rohmeyer (CDU), Bürgerschaftsabgeordneter aus Hemelingen: „Wir haben uns gefragt, wie kann man die Verbindung nach Osten verbessern?“

Während die Querspange, die die Vahr über die Steuben- und Bennigsenstraße mit der Östlichen Vorstadt verbinden soll, umstritten sei, bestehe bei der Verlängerung der Linie 2 oder 10 nach Osterholz schon seit Jahren Konsens. „Da gibt es sogar schon fertige Planungen.“ Ganz neu wäre diese Verbindung übrigens nicht: Bis 1952 verkehrte die Linie 12 zwischen Sebaldsbrück und Osterholz.

Stadt kaufte Grundstücke

Tatsächlich wurden schon einmal Ausbaupläne vorgestellt, diese verschwanden allerdings wieder in der Schublade. Aber die Stadt hat im Vorgriff ihre Hausaufgaben gemacht: Entlang der Osterholzer Heerstraße, dort, wo die Trasse gebaut würde, hat die Stadt Grundstücke aufgekauft, um so einen Korridor freizuhalten.

Knapp 30 Grundstücke wurden laut Ortsamt Osterholz für mehr als 2,5 Millionen Euro aufgekauft. „Der Anfang ist gemacht“, sagt Marco Lübke, Bürgerschaftsabgeordneter der CDU aus Hemelingen. Allerdings verfielen die Immobilien inzwischen. „Ein Argument für mich, die Planungen weiter voranzutreiben, damit Osterholz nicht an Attraktivität verliert.“

Uwe Jahn (SPD), Beiratssprecher Hemelingen, verspricht sich von einer möglichen Verlängerung der Linie über Hemelingen hinaus nach Osterholz eine gute Alternative zum Bus und Autoverkehr. „Hemelingen hat viel Industrie, Osterholz viele Arbeiter. Das passt.“ Die Situation auf der Osterholzer Heerstraße treibt auch Wolfgang Haase (SPD), Beiratssprecher Osterholz, um. „Das ist ein Albtraum und muss dringend verbessert werden.“ Der Beirat wolle eine zügige Verbindung in die Innenstadt. „Aber auch die Mercedes-Arbeiter aus Osterholz würden profitieren.“

Endstation Sebaldsbrück PK

Setzen sich gemeinsam für einen Ausbau der Straßenbahnlinie nach Osterholz ein: Ortsteilpolitiker und Bürgerschaftsabgeordnete aus Hemelingen und Osterholz.

Foto: Petra Stubbe

In der Verlängerung der Linie 1 sehen alle Politiker eine Erfolgsgeschichte. Aber: „Das hat für ein gesamtes Quartier Nachteile gebracht“, sagt Wolfgang Haase. So gebe es keine direkte Verbindung mehr für die Bewohner der Kuhkampsiedlung Richtung Sebaldsbrück. Er weist außerdem auf die entstehenden Neubaugebiete am Ehlersdamm, an der Scholener Straße und auf der Großen Laake hin.

Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft, bedauert, dass die Planungen gegenüber anderen Vorhaben etwas in den Hintergrund getreten seien. „Wobei es gegen die Linie 8 starken Widerstand gibt.“ Er glaube, dass eine Verlängerung der Linie 2 oder 10 zur Hans-Bredow-Straße von der Bevölkerung mitgetragen würde. Er formuliert dann auch eine Empfehlung für die Verwaltung.

„Man sollte im zuständigen Ressort das vorantreiben, wo es keinen Widerstand gibt. Wo findet man schon eine Situation, wo sich Beiräte, Ortsämter und Bürgerschaftsabgeordnete einig sind?“, so seine rhetorische Frage. Christian Weber stellt auch die Bedeutung des Bremer Ostens für die gesamte Stadt heraus: „Der Osten ist der Wirtschaftsstandort Bremens, und da denken wir, dass Maßnahmen ergriffen werden sollten, die Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern.“

Bundesmittel erforderlich

Es war an Andreas Holling, Pressesprecher der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), etwas Wasser in den Wein zu gießen. Zwar sehe das Unternehmen einen Ausbau grundsätzlich positiv. „Aber wenn nicht mehr Geld im System ist, muss man schauen, wo man woanders etwas wegnimmt.“ Sprich: Der Einsatz von zusätzliche Fahrzeugen und Fahrer kostet das Unternehmen viel Geld. Geld, das der Senat zuschießen müsste.

Ob die Trasse tatsächlich gebaut wird, hängt allerdings nicht nur vom politischen Willen ab, sondern auch von den konkreten Planungen und den Gutachten. Eines ist nämlich sicher: Alleine wird Bremen den Trassenbau nicht stemmen können, dafür braucht es Bundesmittel, und diese wiederum gibt es nur, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, zum Beispiel ein gewisses Fahrgastpotenzial.

Immerhin: Für den Planungsprozess sind Mittel in den Haushalt eingestellt worden. Bis zuletzt fehlte dem Ressort allerdings das Personal, die Planungen überhaupt anzustoßen und die Mittel abzurufen. Claas Rohmeyer kündigt schon mal an, dass man im Herbst genau schauen wolle, was im Ressort von Joachim Lohse (Grüne) passiert.

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