Unterstützung vor Ort

Anlaufpunkte für ältere Menschen in Hemelingen

Ältere Menschen treffen die Kontaktbeschränkungen in der Pandemie besonders hart. Das Netzwerk „Alte Vielfalt“ in Hemelingen bietet aber auch in Corona-Zeiten Hilfe für Senioren an.
03.12.2020, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Jörn Hildebrandt

Die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie treffen viele ältere Menschen besonders. Wenn zum Beispiel für Alleinlebende viele Kontakte abgebrochen sind oder es keine Treffen zum Klönen oder für gemeinsame Spiele und weder Veranstaltungen noch Ausflüge gibt, ist die Situation oft sehr belastend. Um den älteren Menschen die Isolation erträglicher zu gestalten, ist im Stadtteil Hemelingen das Netzwerk „Alte Vielfalt“ nach wie vor präsent, das weiterhin Hilfe und Unterstützung anbietet.

„Generelles Ziel des Netzwerks ist es, den Stadtteil altersgerecht umzugestalten und damit Menschen die Möglichkeit zu geben, im vertrauten Wohnumfeld alt zu werden“, sagt Karin Schüdde von den Seniorenbegegnungszentren und -treffs der evangelischen Brückengemeinden. „Wir versuchen, Altenhilfe und Altenarbeit im Stadtteil zu fördern, Missstände und Problemfelder im Lebensumfeld älterer Menschen zu erkennen und Hilfsangebote zu entwickeln“, betont Schüdde. Dazu treffen sich die Vertreter der einzelnen Einrichtungen im Abstand von etwa sechs Wochen, tauschen Ideen aus, initiieren geeignete Maßnahmen und arbeiten an der Vernetzung der Hilfs- und Beratungsangebote.

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Doch in Corona-Zeiten sind die Treffen des Netzwerks ausgesetzt, ebenso wie das gesellige Beisammensein unter Senioren. „In den einzelnen Einrichtungen wird jedoch telefonisch Kontakt gehalten, und besonders in der Weihnachtszeit werden Postkarten und Briefe verschickt“, sagt Schüdde.

Eigentlich hätte im November auch die achte Hemelinger Seniorenwoche mit einem Aktionstag im Hansa-Carré stattfinden sollen, doch auch das war nicht möglich.

„Bedingt durch die Corona-Pandemie haben wir uns jedoch zum Ziel gesetzt, die Digitalisierung unter älteren Menschen voranzutreiben“, erklärt Schüdde, „wobei unter den Senioren das Interesse sehr unterschiedlich ist." Was alles online gemacht werden könne, müsse allerdings noch ausgelotet werden.

Förderer und Unterstützer der Altenarbeit

Das Netzwerk „Alte Vielfalt“ entstand im Jahre 2009 im Zusammenhang mit dem Projekt „Aufsuchende Altenarbeit – Hausbesuche“ in Hemelingen, das von der Stadt Bremen gefördert wurde. Öffentliche und private Anbieter im Bereich ambulanter und stationärer Altenpflege sowie der offenen Altenarbeit schlossen sich zu diesem Netzwerk zusammen, zu denen aber auch Förderer und Unterstützer der Altenarbeit im Stadtteil gehören.

Die Resultate der Netzwerkarbeit können sich sehen lassen: So entstand zum Beispiel eine Stadtteilbroschüre, die älteren Menschen als Wegweiser dient, ein Ausflugsprogramm mit dem Fahrdienst des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) oder die Organisation eines Hemelinger Freiwilligentages.

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Aus dem Netzwerk heraus bildeten sich auch kleinere Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen, wie zum Beispiel für ältere Menschen mit Demenz: „Der Stadtteil soll demenzfreundlich gestaltet und für die Betroffenen soll mehr Verständnis und Unterstützung gefördert werden“, erklärt Schüdde. Dazu werden freiwillige Demenzbotschafter ausgebildet, die ihr Wissen über Demenz erweitern, es weitergeben und so dazu beitragen, die Krankheit aus der Tabuzone zu holen.

Im Netzwerk „Alte Vielfalt“ können sich ältere Menschen an folgende Einrichtungen mit unterschiedlichen Hilfs- und Unterstützungsangeboten wenden:

Aufsuchende Altenarbeit, Hausbesuche:

Telefonische Beratung, Beratung bei einem Hausbesuch, ehrenamtlicher Besuchsdienst zur Unterhaltung und Begleitung, Mittagessenangebot im Familienzentrum Mobile, Mehrgenerationenhaus, Einkaufshilfe durch den „Hemelinger Lieferservice“. Kontakt über Gaby Dönselmann unter Telefon 36 11 66 06 oder unter der E-Mail gaby.doenselmann@afsd.bremen.de.

Dienstleistungszentrum Hastedt:

Telefonische Beratung oder Hausbesuche nach Anmeldung und unter Schutzmaßnahmen. Aufnahme neuer Kunden und Nachbarschaftshelfer ist möglich. Kontakt über Mona Stammes unter Telefon 4 36 70 47, von 9 bis 13 Uhr, oder unter der E-Mail dlz-hastedt@drk-bremen.de.

Dienstleistungszentrum Osterholz:

(für Hemelingen, Arbergen und Mahndorf) Beratung nach telefonischer Anmeldung und organisierte Nachbarschaftshilfe oder Alltagsassistenz, in der Ehrenamtliche ältere Menschen aktiv unterstützen. Kontakt über Marion Amenda, Telefon 4 29 84 40, oder der E-Mail an dlz-osterholz@awo-bremen.de.

Evangelische Versöhnungsgemeinde Sebaldsbrück:

Gottesdienste finden statt, jedoch keine Gruppentreffen. Über den Besuchsdienstkreis sind auf Wunsch Einzelbesuche möglich, sonst Telefonkontakt. Kontakt über Margarethe Ruschke unter Telefon 4 17 44 88, Pastor Tilman Gansz-Ehrhorn unter Telefon 45 60 82 und unter E-Mail-Adresse pastor.gansz-ehrhorn@kirche-bremen.de.

AMeB-Begegnungszentrum im Rosmarie-Nemitz-Haus, Arbergen:

telefonisch erreichbar und persönliche Treffen nach Anmeldung. Kontakt über Christa Sönksen unter Telefon 48 80 97 oder unter der E-Mail bgst-arbergen@web.de.

Netzwerk Selbsthilfe:

Treffen von Selbsthilfegruppen sind mit maximal zehn Personen möglich. Telefonische Einzelberatungen oder Telefonkonferenzen zum Thema Pflege, speziell für pflegende Angehörige. Kontakt über Volker Don unter Telefon 70 45 81 sowie unter der E-Mail an volker.donk@netzwerk-selbsthilfe.com.

Seniorenbegegnungszentren und –treffs der ev. Brückengemeinden:

Unterstützung und Beratung in Einzelgesprächen nach Vereinbarung. Kontakt über Karin Schüdde,Telefon 45 11 16 oder unter der E-Mail begegnung.hemelingen@kirche-bremen.de.

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