Große Vorfreude beim Segel-Vizemeister

Bundesliga-Start für Wassersportverein Hemelingen

Mit einem leicht veränderten und etwas abgespeckten Programm nimmt die Segel-Bundesliga Mitte Juli ihren Wettkampfbetrieb auf. Beim deutschen Vizemeister aus Hemelingen ist die Vorfreude groß.
03.07.2020, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Bundesliga-Start für Wassersportverein Hemelingen
Von Frank Büter
Bundesliga-Start für Wassersportverein Hemelingen

Ambitioniert: Das Team des Wassersportvereins Hemelingen will um die Bundesligameisterschaft mitsegeln.

Lars Wehrmann

Mit einem leicht veränderten und etwas abgespeckten Programm nimmt die Segel-Bundesliga Mitte Juli ihren Wettkampfbetrieb auf. Eigentlich hätte die neue Saison bereits am zweiten Mai-Wochenende in Prien am Chiemsee eröffnet werden sollen. Corona-bedingt mussten indes auch die Segler eine Zwangspause einlegen. Der erste Spieltag der Segel-Bundesliga 2020 findet nun vom 17. bis 19. Juli in Kiel statt. Mit dem Segelclub Baltic, der Segler-Vereinigung Kiel sowie dem TSV Schilksee richten drei Kieler Klubs gemeinsam den Saison-Auftakt in Kiel-Schilksee aus. Schon im vergangenen Jahr hatten diese drei Traditionsvereine das Ostseeevent zusammen durchgeführt.

Damit findet also entgegen der ursprünglichen Planung auch in diesem Jahr ein Bundesliga-Spieltag an der Ostsee statt. Dies sei schon im Vorfeld der Wunsch vieler Seglerinnen und Segler gewesen, sagt Anke Lukosch, die Projektleiterin der Segel-Bundesliga. „Nach langer Wartezeit freuen sich alle, dass die Segelevents in Kiel wieder starten können. Die Sportlerinnen und Sportler stehen schon in den Startlöchern, um sich wieder auf dem Wasser zu duellieren “, so Lukosch weiter.

Saisonfinale im Oktober

Der Spielplan der Deutschen Segel-Bundesliga (DSBL) sieht Stand jetzt Ende August und Mitte September zwei weitere Veranstaltungen auf dem Wannsee in Berlin vor. Aber auch im Süden soll in dieser Saison noch ein Spieltag stattfinden. Der Chiemsee Yacht Club hat signalisiert, auch künftig Regatten für die Meisterschaft der besten deutschen Segelklubs ausrichten zu wollen. Terminiert ist die Veranstaltung noch nicht, das Südevent der Bundesliga wird voraussichtlich aber im September nachgeholt werden. Vom 8. bis zum 10. Oktober soll schließlich das große Saisonfinale auf der Hamburger Außenalster ausgetragen werden.

Wie andere Sportarten auch, musste auch die Segel-Bundesliga ein Hygienekonzept erarbeiten, um grünes Licht für den Saisonstart zu erhalten. An den Rahmenbedingungen hat sich dadurch für die Aktiven indes kaum etwas geändert. Das von der DSBL gestellte J/70-Boot bleibt gleich, und auch die Besatzungsstärke ist mit vier Personen pro Boot unverändert. Ansonsten müsse man natürlich die Rahmenbedingungen umsetzen und beispielsweise dafür sorgen, dass im Hafengebiet die Abstände unter den Zuschauern eingehalten werden, berichtet Deyke Zschachlitz, die PR-Managerin der Segel-Bundesliga. Deshalb würde man in Kiel etwa darauf verzichten, Tribünen aufzubauen.

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18 Teams starten also Mitte Juli in die neue Saison, darunter auch das Team des Wassersportvereins Hemelingen (WVH). Der amtierende deutsche Vizemeister und Champions-­League-Teilnehmer ist nach dem freiwilligen Rückzug der Segelkameradschaft Das Wappen von Bremen (SKWB) künftig der einzige Bremer Vertreter in diesem Wettbewerb. Die Segel-Bundesliga sei inzwischen ein aner­kanntes Format, das seinen Preis und wegen der Vergleichbarkeit des Materials auch seinen ganz speziellen Reiz habe. „Bei diesem Format bekommt man die ehrlichsten Ergebnisse, ich bin nach wie vor von der Bundesliga überzeugt“, sagt Hemelingens Teamkapitän Jan Seekamp.

Da die DSBL wichtige Sponsoren verloren hat, legt sie einerseits Kosten auf die Klubs um und kürzt andererseits ihren eigenen Leistungsumfang. Für jede einzelne Veranstaltung beträgt das Meldegeld inzwischen 750 Euro, als der WVH 2014 in die Bundesliga einstieg, waren es noch 300 Euro gewesen. Hinzu kommt eine Bootsumlage in Höhe von 2800 Euro pro Erstligist und nun auch noch die Verpflichtung, einmal in der Saison das von der DSBL gestellte J/70-Boot von einem Regattaort zum anderen zu befördern. Nachdem die Bundesliga die zwölf J/70-Boote in der Vergangenheit stets an die Regattaorte gebracht hat, müssen die 36 Erst- und Zweitligisten den Transport künftig selbst übernehmen.

„Die Vorfreude ist enorm“

Die Hemelinger setzen personell auch in dieser neuen Saison auf zwei feste, aufeinander eingespielte Boot-Crews, die sich an den Spieltagen abwechseln und von Jan Seekamp beziehungsweise Carsten Kemmling gesteuert werden. „Die Vorfreude ist enorm“, sagt Seekamp. Ihm ist die Corona-Pause „wie eine halbe Ewigkeit“ vorgekommen, deshalb sei es höchste Zeit, dass es wieder losgeht. Ein Saisonziel hat sich der Vizemeister aus Bremen auch gesteckt. „Man kann zwar nach dieser Pause nicht genau wissen, was passieren wird, aber ich hau‘ mal einen raus“, sagt Jan Seekamp: „Die Meisterschaft fehlt uns noch.“

Neben den Bundesligaterminen hat der Hemelinger Kapitän natürlich auch die Champions League im Blick. Zwei Qualifikationsrunden sind geplant, eine davon wird erstmals in Deutschland am Starnberger See ausgefahren (20. bis 23. August), die zweite Quali findet vier Wochen später in St. Petersburg statt. Die Hemelinger Crew, 2018 in St. Moritz immerhin Dritter dieser Champions League, hat sich für das Halbfinale in Tutzing/Starnberg angemeldet und will unbedingt ins Finale, das vom 15. bis zum 18. Oktober in Porto Cervo/Sardinien stattfindet.

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Wappen von Bremen: Erst der Jubel, dann der Rückzug

Mit dem Sprung auf Tabellenplatz 13 hatte die Segelkameradschaft Das Wappen von Bremen (SKWB) am letzten Spieltag der vergangenen Saison in Glücksburg noch den Klassenerhalt in der Deutschen Segel-Bundesliga (DSBL) perfekt gemacht. Sie verhinderte damit im letzten Moment den sportlichen Abstieg in die 2. Liga. Im Februar dieses Jahres folgte dann aber der freiwillige Abschied. Nach intensiver Abwägung waren die Verantwortlichen zu dem Schluss gekommen, dass das Format der DSBL und die eigentlichen Ziele der SKWB nicht mehr zusammenpassen würden.

Die gestiegenen Kosten für die Bundesliga-­Teilnahme seien für die SKWB dabei nur ein untergeordnetes Argument gewesen. „Wir haben das Bundesliga-Segeln gern gemacht, aber unser Kerngeschäft ist das Offshore-Segeln“, hatte der SKWB-Vorstand für Jugend und Ausbildung, Bodo Mall, gegenüber dem WESER-KURIER erklärt. Die SKWB verpflichtet sich in ihrer Satzung, junge Segler ans Hochseesegeln heranzuführen. „Die Bundesliga hat unseren Verein zu Anfang belebt“, sagte Bodo Mall, „und sie ist grundsätzlich auch eine gute Sache.“ Aber, betonte Mall auch mit Blick auf Kaderzusammensetzungen der Konkurrenz und vor allem die Auswahl der Regattaschauplätze, sie vertrage sich nicht mit der Ausrichtung der SKWB aufs Hochseesegeln.

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