Einkaufen im Süden, wohnen im Norden Studie empfiehlt Supermarkt auf Teil des Coca-Cola-Geländes

Eine neue städtebauliche Studie empfiehlt einen Supermarkt mit Vollsortiment auf dem Teil des Geländes, der Coca-Cola gehört. Viele Fragen zur Entwicklung des Geländes sind aber noch offen.
20.03.2019, 19:01
Lesedauer: 3 Min
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Studie empfiehlt Supermarkt auf Teil des Coca-Cola-Geländes
Von Nina Willborn

„Vorstellungen der aktuellen städtebaulichen Planungen zum Könecke- und Coca-Cola-Gelände“ hieß der zweite Punkt auf der Tagesordnung für den Hemelinger Projektausschuss „Stadtentwicklung“. Klar ist, dass auf dem knapp neun Hektar großen Gelände irgendwann einmal Bremer und Bremerinnen wohnen und auch einkaufen können sollen. Wann das sein wird, lässt sich noch nicht sagen, zu viele Punkte sind noch nicht geklärt. Was sich aber sagen lässt: Der Stand der aktuellen städtebaulichen Planungen ist im Moment kein grundlegend anderer als der von Ende 2017. Damals war ein erster Entwurf als Empfehlung für eine Entwicklung der Industriebrache vorgestellt worden. Immerhin gibt es nun einen ersten Bebauungsplan, der das Areal des künftigen Wohnviertels umreißt, und der der Baudeputation in ihrer Sitzung am heutigen Donnerstag vorliegt.

Drei Varianten seit 2017 bekannt

Die städtebauliche Studie von 2017 hatte drei Varianten zur Erschließung des Geländes entwickelt. Favorisiert und empfohlen wurde von den Planern damals die Version, in der das Areal entlang des Bahndammes erschlossen wird mit einer Einfahrt am Sebaldsbrücker Bahnhof. Als Schutz gegen den Lärm der Bahn sollen entlang der Trasse viergeschossige und geschlossene Büro- oder Gewerbebauten errichtet werden; im inneren Bereich dann kleinere Wohnstraßen mit lockerer Bebauung, insgesamt bis zu 450 Wohneinheiten.

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Geplant sind auf dem Gelände auch Einkaufsmöglichkeiten. Ihr bestmöglicher Standpunkt auf dem Areal war nun Thema im Ausschuss. Formal betrachtet steckt dahinter das sogenannte kommunale Zentren- und Nahversorgungskonzept für Bremen, in dem unter anderem Empfehlungen für die zukünftige Entwicklung von Stadtteilen gegeben werden. Es stammt noch aus dem Jahr 2009, im kommenden Jahr soll seine Überarbeitung vorgestellt werden – die vorgestellte Vertiefungsstudie mit dem Fokus auf dem Coca-Cola-Könecke-Gelände ist ein Vorgriff darauf.

Perspektiven für Bahnhofstraße

Das Ergebnis: Wie schon in der ersten Version wird die Hemelinger Bahnhofsstraße als „perspektivisches Stadtteilzentrum“ definiert. Wenn sie es dann tatsächlich irgendwann einmal sein soll, sollte laut der Untersuchung ein Supermarkt mit Vollsortiment auf dem neuen Areal am besten auf dem Teil stehen, der noch Coca-Cola gehört. So ließe sich laut Jan Dierk Stolle, Stadtplaner im Bauressort, über die Bahnhofsstraße hinweg eine Verbindung zum Hemelinger Marktplatz schaffen. „Nicht nur ein Supermarkt mit Vollsortiment auf 1500 bis 2000 Quadratmetern ist dort denkbar, auch weitere Ankermieter wie Anbieter von Büchern oder Bekleidung“, sagte Stolle.

Einkaufen auf dem südlichen Grundstück, hauptsächlich Wohnen und Gewerbe auf dem nördlichen: Von dieser möglichen Aufteilung sind vor allem die derzeitigen Eigentümer des Könecke-Geländes, die HT Vermögensverwaltung Weser, nicht besonders begeistert. Für zwei große Supermärkte sei das Gelände insgesamt aber einfach zu klein, erklärte Torsten Kaal aus dem Bauressort. Lediglich rund um den neuen Halt der Deutschen Bahn an der Nordspitze des Geländes seien kleinere Einzelhändler zur Versorgung der Reisenden denkbar. Kaal: „Die Meinungen der Eigentümer sind in diesem Punkt nicht deckungsgleich. Wir führen derzeit Gespräche. Oberstes Ziel ist und bleibt die Stärkung des Stadtteils.“ Dafür sei es grundsätzlich auch möglich, den Bebauungsplan auch zu einem späteren Zeitpunkt noch aufzuspalten.

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Auch für die nächsten Schritte auf dem langen Weg bis zum ersten Spatenstich müssen beide Eigentümer aktiv werden: Gutachten sollen die Risiken von Lärm- und Geruchsbelastungen auf dem Gelände klären, ebenso mögliche Belastungen des Bodens. Diese Untersuchungen kann und will die Stadt nicht selbst in Auftrag geben. Eigentlich waren sie schon für 2018 angekündigt worden, allerdings hatte laut Kaal die Bewertung des Einzelhandelsthemas Vorrang. Kaal: „Die Frage der Verteilung von Wohnen und Einzelhandel auf der Fläche hat ja auch Auswirkungen auf die Entwicklung von Lärm.“ Laut seiner Einschätzung ist es realistisch, dass es bis zur Vergabe der Gutachten noch rund zweieinhalb Monate dauern kann.

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