Familiendrama in Hemelingen Tote Eltern: dauerhafte Lösung für die Kinder soll gefunden werden

Die drei Kinder, die ihre Eltern tot aufgefunden haben, sollen nach Möglichkeit gemeinsam in einer Pflegefamilie untergebracht werden. Neue Erkenntnisse zu den Ermittlungen soll es am Freitag geben.
12.07.2018, 18:27
Lesedauer: 1 Min
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Von Sebastian Krüger

Die drei Kinder, die ihre Eltern tot in ihrer Hemelinger Wohnung aufgefunden haben, sollen nach Möglichkeit gemeinsam in einer Pflegefamilie untergebracht werden. "Für die Kinder wird nach einer dauerhaften Lösung gesucht", sagt der Sprecher der Senatorin für Jugend und Soziales, Bernd Schneider. Je jünger die Kinder seien, desto mehr bemühe sich die Behörde um eine möglichst familienähnliche Umgebung. Dazu gehöre auch, dass für Geschwister eine gemeinsame Unterbringung gesucht werde, sofern das in ihrem Interesse ist.

Schneider betont, dass diese Maßnahmen dem generellen Vorgehen entsprechen. "Zu Einzelfällen wie diesem macht die Behörde keine Angaben." Es werde nun versucht, ihnen so viel Stabilität zu geben wie möglich. Die Kinder seien umgehend aus der Wohnung gebracht und an den Kinder- und Jugendnotdienst übergeben worden.

Am Mittwochmorgen haben die Kinder ihre 30 Jahre alten Eltern tot aufgefunden und die Polizei verständigt. "Nach ersten Erkenntnissen ist von einer Beziehungstat auszugehen", sagte Polizeisprecher Nils Matthiesen in einer ersten Stellungnahme. Die Vermutung liege nahe, dass ein Elternteil zuerst den anderen und anschließend sich selbst getötet haben soll. Da die Ermittler nicht von Fremdeinwirkung ausgehen, werde derzeit nicht nach einer dritten Person gefahndet. Die Kinder hätten sich zum Tatzeitpunkt in der Wohnung befunden.

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Neue Erkenntnisse zu dem Fall wurden erst für Donnerstag angekündigt. Dem musste die Sprecherin der Bremer Staatsanwaltschaft, Claudia Kück, eine Abfuhr erteilen: "Die Ermittlungen der Mordkommission hinsichtlich des Tatablaufs und des Motivs dauern noch an." Sie gehe davon aus, an diesem Freitag nähere Auskünfte erteilen zu können. "Dann sollten die Obdukionen abgeschlossen sein und deren Ergebnisse vorliegen."

Der Kinder- und Jugendnotdienst des Bremer Jugendamtes ist jetzt für die Versorgung und Unterbringung der drei Kinder zuständig. An den Kinder- und Jugendnotdienst können sich Behörden und Polizei wenden, ganz explizit auch Eltern, Angehörige, Nachbarn sowie Kinder und Jugendliche, die Hilfe und Unterstützung in einer Krisensituation benötigen. Der Dienst ist rund um die Uhr erreichbar unter Telefon 0421 / 699 11 33.

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