Leser blicken hinter die Kulissen des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums

Aus Horn-Lehe zum Mars

Horn-Lehe. In den Labors des Bremer Luft- und Raumfahrtzentrums tüffteln die Forscher daran, neue Radtechnologien zu entwickeln für das Mars-Forschungsfahrzeug "Spirit". Dieses hatte sich im Mai 2009 auf dem "Roten Planeten" im feinen Sand festgefahren. 20 Leser unserer Zeitung konnten die Arbeit exklusiv beobachten.
03.02.2010, 11:50
Lesedauer: 2 Min
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Aus Horn-Lehe zum Mars
Von Andreas D. Becker
Aus Horn-Lehe zum Mars

Techniker Marco Scharringhausen demonstriert, wie Spezialräder im Quarzsand laufen.

Petra Stubbe

Horn-Lehe. Beim Mars-Forschungsfahrzeug 'Spirit' geht nichts mehr. Im Mai 2009 hatte er sich auf dem 'Roten Planeten' im feinen Sand festgefahren. Seither hat er sich keinen Zentimeter mehr bewegt. In den Labors des Bremer Luft- und Raumfahrtzentrums wird fieberhaft geforscht, um neue Radtechnologien zu entwickeln und das Vehikel zu retten. 20 Leser des Weser-Kuriers konnten sich jetzt exklusiv ein Bild von der Arbeit machen.

'Bremens starke Seiten' nennt sich die Veranstaltungsreihe, die unter dem Motto 'Forschen.Finden' steht. In Zusammenarbeit mit der Sparkasse Bremen und der Universität stand diesmal ein Besuch im Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) auf dem Programm. Die Teilnehmer konnten einen Blick hinter die Kulissen werfen und die Vorzüge des Technologiestandorts Bremen kennenlernen.

Enge Kooperation mit anderen Einrichtungen

Und dieser hat eine Menge zu bieten, wie Jörg Behrens vom DLR betonte. 'Durch die Nähe zu anderen Forschungsinstituten ermöglicht Bremen eine enge Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen', sagte der Physiker.

Seit 2007 unterhält das DLR im Technologiepark in Horn-Lehe einen von 13 Standorten in Deutschland. Außerdem ist das DLR in Brüssel, Washington und Paris mit Büros vertreten. In Bremen arbeiten rund 90 Beschäftigte, insgesamt sind es 6500.

Das DLR ist in den Geschäftsfeldern Raumfahrt, Luftfahrt, Verkehr und Energie aktiv. Schwerpunkte in Bremen sind Raumfahrt-Systemtechnik sowie Raumfahrt-Anwendungen und Nutzung. Neben dem Hauptgebäude in der Robert-Hooke-Straße nahe dem Fallturm entsteht jetzt ein Neubau mit zusätzlichen Labors.

Zukunftsprojekt: Asteroid-Finder

'Wir arbeiten an ganz praktischen Anwendungen. Hier machen sich aber auch analytische Vordenker Gedanken über die Technologie der Zukunft', erläuterte Behrens. Noch Zukunftsmusik ist ein anderes Projekt, das in Bremen entwickelt wird: der Asteroid-Finder.

Bis 2013 soll der kühlschrankgroße Satellit fertig sein, der als Asteroiden-Frühwarnsystem dienen soll. 'In den nächsten 100 Jahren ist nach unseren Erkenntnissen aber kein großer Einschlag zu erwarten. ich kann Sie beruhigt nach Hause schicken', so der Wissenschaftler.

Nach dem Vortrag wurden die Gäste durch drei Labors geführt. In einem standen die Räder des Mars-Rovers im Mittelpunkt. Techniker Marco Scharringhausen erläuterte, wie sich die neu entwickelten Metallräder beim Fahren verhalten.

Leser uchten Hände in "Mars"-Sand

Die Teilnehmer konnten ihre Hände in eigens entwickelten Sand tauchen, der der Mars-Oberfläche des Mars nachempfunden ist. Im Bereich der Satellitenentwicklung staunten die Besucher darüber, wie effizient die Entwicklung neuer Satelliten mittlerweile ist. Dauerte es früher zwei Jahre, um ein neues Gerät zu entwickeln, ist dies heutzutage in zwei Wochen zu schaffen.

Schließlich ging es in den Keller, wo ein großer Granittisch dazu dient, die Fortbewegung von Satelliten zu simulieren. Nach den Besichtigungen standen die Forscher den Gästen bei einem Imbiss noch ausführlich Rede und Antwort.

Der nächste Besuch ist für den 11. Februar geplant. Er wird die Besucher in das Zentrum für Raumkognition der Universität führen.

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