Ärgernis Hundekot Behälter für Hundehaufen in Horn-Lehe geplant

Zwei Schülerinnen wollen etwas tun gegen das Ärgernis Hundehaufen. Die Lösung: Abfalleimer inklusive Beutelspender – aber die Umsetzung ist gar nicht so einfach.
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Von Maren Brandstätter

Geduld – darin sind Lara Meyer (16) und Hannah Puch-Witzenhausen (14) inzwischen geübt. Dabei geht es in ihrem Abschlussprojekt eigentlich um etwas ganz anderes, nämlich um saubere Grünanlagen. Die beiden Schülerinnen haben sich vorgenommen, etwas zu konstruieren, was Hundebesitzern in Horn-Lehe dabei helfen soll, mit reinem Gewissen vom Gassigehen heimzukehren. Die beiden wollen zwei Abfalleimer speziell für Hundehinterlassenschaften bauen – Beutelspender inklusive.

„Wir sind beide Hundebesitzer“, betont Hannah, um gar nicht erst den Eindruck zu erwecken, mit erhobenem Zeigefinger an das Projekt heranzugehen. Oftmals müsse sie auf ihren Hundespaziergängen allerdings lange suchen, bis sie eine Gelegenheit finde, ihre Hundekotbeutel zu entsorgen. Dadurch sei die Idee zum Projekt entstanden. „Erst während unserer Recherche haben wir festgestellt, dass viele Menschen sehr genervt von den vielen Hundehaufen in Horn-Lehe sind“, erzählt sie.

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Ein Kriterium, auf das sich die beiden Zehntklässlerinnen der Wilhelm-Focke-Oberschule (WFO) verständigt haben, sind wiederverwendbare Materialien, aus denen die Hundekoteimer entstehen sollen. Eine kleine Werkstatt, die ihnen bei der Herstellung behilflich wäre, haben die beiden inzwischen gefunden. Um das erforderliche Material zu finanzieren, haben sie sich an den Jugendbeirat Horn gewandt. Der habe grundsätzlich Interesse an der Idee gezeigt und Unterstützung signalisiert, wenn es soweit ist, erzählt Hannah.

Umweltbetrieb muss das Projekt genehmigen

Doch um das Projekt vom Umweltbetrieb Bremen überhaupt genehmigt zu bekommen, sei es natürlich sinnvoll, wenn die beiden Schülerinnen zunächst einen genauen Wunschstandort für die Behälter benennen können, erklärt Jessica Jagusch. Die Horn-Leher Ortsamtsmitarbeiterin leitet die Sitzungen des Jugendbeirats und betreut dessen Projekte. Wenn sich die Schülerinnen auf zwei Standorte festgelegt haben, stellt Jagusch den Kontakt zum Umweltbetrieb für sie her, versichert Jagusch.

„Festlegen können wir uns aber erst, wenn wir einen Reinigungsdienst gefunden haben, der die Behälter regelmäßig entleert“, erklärt Hannah. Dieser müsse ihnen nämlich sagen, was aus seiner Sicht ginge – und was nicht. „Die Behälter müssten vor allem gut erreichbar sein und dürften für den Reinigungsdienst keine großen Umwege mit sich bringen“, erklärt Hannah.

Zwischenzeitlich sei es reichlich frustrierend gewesen, immer wieder vor neuen Hürden zu stehen, erzählen die beiden Schülerinnen. „Ich hätte nie gedacht, dass man so viele Dinge bedenken und mit so vielen Stellen telefonieren muss – und dass das alles so lange dauert“, sagt Hannah. Nun aber sei das Ziel ein wenig näher gerückt. Ein Reinigungsunternehmen habe grundsätzliches Interesse an der Idee signalisiert, die Details gelte es aber noch abzuklären.

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Als möglicher Entgeltersatz für die Leerung schwebt den beiden Mädchen eine Werbetafel des Reinigungsdienstes an den Behältern vor. „Es würde uns natürlich freuen, wenn die Idee Schule machen würde, und noch viele weitere Behälter aufgestellt werden könnten“, sagt Hannah. Im Moment sei das aber absolute Zukunftsmusik. Jetzt seien sie erst einmal froh, wenn sie mit den beiden Hundekotbehältern rechtzeitig zum Abschlussprojekt fertig werden.

Einen Graben schließen

Mit dem Fach Projekt will das Lehrerkollegium der WFO „den Graben zwischen pädagogischem Anspruch und schulischer Wirklichkeit schließen“. Mit einem eigens entwickelten Konzept sollen die Schüler so auf die Zukunft vorbereitet werden, dass sie für sich und für andere Verantwortung übernehmen können, heißt es seitens der Schule. Im Unterrichtsfach Projekt, das von der fünften bis zur zehnten Klasse unterrichtet wird, stünden keine Fachinhalte auf dem Plan, sondern Dinge wie beispielsweise Präsentationstechnik oder Organisation von Gruppenarbeit, die allerdings in allen übrigen Fächern eine große Rolle spielen.

Egal, ob ihre Idee Schule macht oder nicht – Lara und Hannah sind überzeugt, dass sich das Abschlussprojekt für sie schon angesichts der vielen Erfahrungen gelohnt hat, die sie angesichts der diversen Prozesse von der Entstehung eines Plans bis zu dessen Durchführung gemacht haben.

Dass ihr Weg sie nach der 10. Klasse in Richtung Konstruktionswesen führt, sei allerdings eher unwahrscheinlich. Laras Plan ist es, Psychologie zu studieren, Hannah weiß noch nicht genau, was sie einmal werden möchte. „Erst einmal will ich Abitur machen“, sagt sie. Langfristig Hundekotbehälter oder dergleichen zu konstruieren, habe sie bislang eigentlich nicht auf ihrer Liste, „aber, wer weiß“.

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