53-Jähriger gestorben

Polizei prüft Ursache nach Stromunfall in Horn-Lehe

Am Mittwochnachmittag ist ein 53-Jähriger durch einen Stromschlag in Horn-Lehe gestorben. Der Unfall ereignete sich in einem öffentlichen Gebäude und auch ein Feuerwehrmann musste reanimiert werden.
14.04.2021, 19:51
Lesedauer: 2 Min
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Polizei prüft Ursache nach Stromunfall in Horn-Lehe
Von Jan-Felix Jasch
Polizei prüft Ursache nach Stromunfall in Horn-Lehe

Bei einem Stromunfall in Horn-Lehe ist ein 55-Jähriger gestorben.

Christian Butt

Ein 53-Jähriger hat am Mittwochnachmittag im Bremer Stadtteil Horn durch den Kontakt mit einer Tür einen tödlichen Stromschlag erlitten. Der Mann starb trotz sofort eingeleiteter Reanimation noch am Unfallort. Wie die Feuerwehr mitteilte, ereignete sich der Unfall in einem Gebäude mit Arztpraxen und Büros an der Grazer Straße.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen der Todesursache aufgenommen. Der Tatort wurde versiegelt, er wird an diesem Donnerstag von Experten untersucht. Möglich sei, dass der Unfall im Zusammenhang mit vor Kurzem in dem Gebäude ausgeführten Renovierungen stehe, sagte Polizeisprecher Nils Matthiesen. „Es wird geprüft, ob es dabei auch Arbeiten an der Elektrik der Türen gab.“ Mit Ergebnissen sei in den nächsten Tagen zu rechnen.

Nach derzeitigem Stand hatte vor dem Verstorbenen, einem Arzt, eine 37 Jahre alte Mitarbeiterin einer Praxis die Türklinken zweier nebeneinanderliegen Türen gefasst. Sie bekam einen Stromschlag und sank mit starken Schmerzen zu Boden. Der Arzt sei auf den Vorfall aufmerksam geworden und hatte ebenfalls beide Griffe berührt. Auch er erhielt einen Stromschlag, der schließlich zu seinem Tod führte. Später griff ein 32 Jahre alter Feuerwehrmann ebenfalls an die Türklinken, erhielt auch einen Stromschlag und musste reanimiert werden. Er wird zurzeit noch im Krankenhaus behandelt, ist aber außer Lebensgefahr, wie Feuerwehrsprecher Andreas Desczka am Donnerstagnachmittag mitteilte. „Wir hoffen, dass er sich vollständig erholen wird“, sagte Feuerwehr-Amtsleiter Philipp Heßemer. In Gedanken seien die Kolleginnen und Kollegen bei dem verstorbenen Arzt und seiner Familie, teilte die Feuerwehr auf Twitter mit.

Zunächst hatten die Einsatzkräfte vermutet, dass auch die Tür zu einem Raum, in dem sich acht Kinder aufhielten, ebenfalls unter Spannung stand. Die Kinder konnten jedoch davon abgehalten werden, sich der Tür zu nähern. Sie wurden durch Fenster über eine Drehleiter gerettet.

Anmerkung: In einer vorherigen Fassung des Artikels war nach Informationen der Feuerwehr das Todesopfer 55 Jahre alt. Die Polizei meldete jedoch am Donnerstag, dass das Todesopfer 53 Jahre alt gewesen sein soll.

Info

Zur Sache

Laut der Statistik zu Todesursachen des Statistischen Bundesamts starben im Jahr 2019 insgesamt 32 Menschen nach dem Kontakt mit elektrischen Leitungen oder im Zusammenhang mit Strom-Unfällen. Laut dem Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik passiert die Mehrzahl in Haushalten.

Laut Pierre Tönjes kommt es sehr selten vor, dass Türen, die elektrische Öffner besitzen, elektrische Schläge auslösen. Er arbeitet als Tischlermeister Firma Tietjen, in der unter anderem Fenster und Türen angefertigt werden,„Ich kenne keinen anderen Fall“, sagt er. Möglich sei, dass durch konstante Reibung ein Kabel durchgescheuert und dann mit dem Metallrahmen in Kontakt gekommen sei. „Eine andere Möglichkeit wäre, dass eine Schraube im Türrahmen aus Versehen in ein stromführendes Kabel gebohrt wurde und dadurch die Verbindung entstanden ist“, sagt er.

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