Freundeskreis Bremer Palette präsentiert Bilderausstellung im Johanniterhaus / Bis zum 20. April geöffnet Collagen im Ambiente einer Baustelle

Horn-Lehe. Zum dritten Mal hat sich die Begegnungsstätte des Johanniterhauses in Horn in eine Galerie verwandelt: Der Freundeskreis Bremer Palette lud jetzt zur Eröffnung seiner Ausstellung. Ganz besonders freut sich Hartwig Claus, der Leiter des Hauses, über den Titel "Collagen". Denn darin sieht er einen direkten Bezug zur derzeitigen Baustelle im und um das Johanniterhaus. "Unser Haus ist ja im Moment praktisch auch eine Collage", sagte er schmunzelnd. Dieser Zustand werde noch ein weiteres Jahr anhalten.
04.04.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Michaela Uhde

Horn-Lehe. Zum dritten Mal hat sich die Begegnungsstätte des Johanniterhauses in Horn in eine Galerie verwandelt: Der Freundeskreis Bremer Palette lud jetzt zur Eröffnung seiner Ausstellung. Ganz besonders freut sich Hartwig Claus, der Leiter des Hauses, über den Titel "Collagen". Denn darin sieht er einen direkten Bezug zur derzeitigen Baustelle im und um das Johanniterhaus. "Unser Haus ist ja im Moment praktisch auch eine Collage", sagte er schmunzelnd. Dieser Zustand werde noch ein weiteres Jahr anhalten.

Dies tat der Freude der Paletten-Mitglieder über die Möglichkeit, in der Einrichtung ihre Werke zu präsentieren, keinen Abbruch. Das machte Ilse Wachsmuth deutlich, die ihre Zuhörer in der Begrüßungsrede dann auf einen kurzen Ausflug in die Kunstgeschichte mitnahm. Als Inspiratoren der ausgestellten Kunstform nannte sie vor allem Georges Braque und Pablo Picasso, die im Zuge des Experimentierens mit dem Kubismus vor fast genau hundert Jahren auch die Collage für sich erfunden hatten.

Die Auseinandersetzung mit diesen und weiteren Künstlern, die Collagen auf dem Weg in die abstrakte Kunst einsetzten, findet sich in den jetzt ausgestellten Werken wieder. Etwa in den Werken von Waltraut Behrens. Sie legt im Übrigen großen Wert darauf, dass die meisten der Künstlerinnen und Künstler des Freundeskreises, der im März 2010 die Nachfolge des Vereins "Bremer Palette" antrat, "akademische Ausbildungen haben oder zumindest bei namhaften Künstlern gelernt haben". Sie selbst hat an der Staatlichen Kunsthochschule Design studiert.

Hommage an Paula

"Am liebsten arbeite ich abstrakt", sagt Waltraut Behrens. Doch ihre in der Ausstellung präsentierten Collagen sind durchaus gegenständlich, so auch die "Hommage an Paula", die eine sehr gelungene Reminiszenz an Paula Modersohn-Becker darstellt. Hierfür hat Waltraut Behrens deren Bildmotive aufgenommen und auf spannende Weise mit modernen Medien verwoben - beispielsweise mit Zeitungsausschnitten.

Ingeborg Fass hat sich bei Worpsweder Künstlern weitergebildet und sehr fantasievolle, nahezu schwebende Bilder beigesteuert. Beispiele sind das "Luftschloss" und der "Frühlingsbaum" aus so genannten Cutterschnitten, einer Art Scherenschnitt, die ohne Vorzeichnung aus großformatigen festen Papieren frei ausgeschnitten und über farblich stimmige Acrylbilder gelegt werden.

Ein klassisches Beispiel für den Werdegang vieler künstlerisch begabter Frauen ist Gisela Sokoll, die im Johanniterhaus sehr unterschiedliche Arbeiten ausstellt. Sie berichtet, dass sie seit ihrer Kindheit male, doch, so Sokoll: "Mein Talent wurde nie gefördert." Erst als ihre eigenen Kinder aus dem Haus waren, nahm sie ihre Weiterbildung selbst in die Hand und belegte verschiedene Kurse. Das Ergebnis kann sich sehen lassen - gerade bei den kleinformatigen drei Werken ohne Titel, die zu einem Bild zusammengefasst sind. Hier hat sie sich von Materialien wie Kreppband, Gaze und Strohhäckseln inspirieren lassen, die mit hellen, changierenden Erdtönen übermalt wurden und eine große Harmonie ausstrahlen.

Die gesamte Ausstellung beeindruckt sehr durch die Vielfalt, zu der die beteiligten Künstlerinnen durch die Beschäftigung mit dem Titelthema gelangt sind. Es sind dies außer den bereits genannten Künstlerinnen Hanna Bessert, Christa Funke, Christa Höting, Gilda Recker, Hanna Rudloff, Margret Schwarz und Ilse Wachsmuth. Die männlichen Mitglieder des Freundeskreises haben diesmal nichts zur Ausstellung beigesteuert, das kann sich aber im nächsten Jahr durchaus wieder ändern. Vielleicht heißt dann das Thema ja Erneuerung, entsprechend dem erneuerten Rahmen des Johanniterhauses. Daran, dass diese Präsentationen im Johanniterhaus fortgeführt werden, lässt Hartwig Claus jedenfalls keinen Zweifel.

Die Werke sind bis zum 20. April täglich von 10 bis 17 Uhr im Johanniterhaus, Seiffertstraße 95, zu sehen.

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