Copernicus-Programm

Bremer Uni liefert Satelliten-Konzept

Das Institut für Umweltphysik der Uni Bremen hat das Konzept für einen Satelliten entwickelt. Der wird nun gebaut – und ist Teil eines der wichtigsten europäischen Raumfahrtprogramme.
09.07.2020, 05:00
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Bremer Uni liefert Satelliten-Konzept
Von Stefan Lakeband
Bremer Uni liefert Satelliten-Konzept

Wie die Satelliten für die CO2M-Mission funktionieren sollen, zeigt diese Illustration.

OHB

Ein am Institut für Umweltphysik (IUP) entwickeltes Satelliten-Konzept wird in den kommenden Jahren umgesetzt. Das teilte die Uni Bremen an diesem Mittwoch mit. Mit diesen Satelliten soll der Ausstoß von CO2 auf der Erde überwacht werden. Vergangene Woche hatte die europäische Weltraumorganisation Esa bekannt gegeben, wer die Hauptauftragnehmer für die nächste Generation der Copernicus-Satelliten sind. Mit dabei ist das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB (wir berichteten). Es baut zwei Satelliten für die CO2M-Mission – diese basieren auf dem Carbon-Sat-Konzept des IUP.

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Die Satelliten sollen hochaufgelöste Bilder der atmosphärischen Konzentrationen der Treibhausgase CO2 und Methan liefern. Mit diesen Aufnahmen können unter anderem die Emissionen starker CO2-Quellen sichtbar gemacht werden, etwa von Kraftwerken, Industrieanlagen und Städten. „Die ersten Ideen zu Carbon-Sat haben wir im Jahr 2009 zusammen mit OHB durch Unterstützung der Bremer Wirtschaftsförderung entwickelt. Die Entscheidung der Esa, OHB mit dem Bau von CO2M zu beauftragen, ist ein toller Erfolg für den Wissenschafts- und Raumfahrtstandort Bremen“, sagt Heinrich Bovensmann vom IUP. Er war bis 2015 wissenschaftlicher Leiter von Carbon-Sat.

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Nach dem Start der CO2M-Mission soll Europa über eine einzigartige Informationsquelle verfügen. Schon jetzt liefern mehrere Satelliten aus dem Copernicus-Programm wichtige Informationen über den Zustand der Erde. Mithilfe dieser Daten sollen Politiker Entscheidungen treffen, um etwa auf den Klimawandel zu reagieren. „Es gibt weltweit ein großes Interesse an entsprechenden Informationen“, sagt Michael Buchwitz vom IUP. Er berät als Mitglied eines Expertenteams die Esa und die Europäische Kommission bei der Umsetzung des Konzeptes. Vergangene Woche wurden die Aufträge für sechs Copernicus-Missionen vergeben. Neben OHB als Hauptauftragnehmer profitieren auch Bremer Zulieferer von dem Programm. Die Aufträge für Firmen aus der Hansestadt haben ein Volumen von mehr als 800 Millionen Euro.

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