Richtfest nach einigen Verzögerungen

Horner Bad soll im September 2021 eröffnet werden

Dass jetzt im Horner Bad Richtfest gefeiert werden konnte, ist ein Silberstreif am Horizont der zurzeit stark unterversorgten Bremer Bäderlandschaft.
07.09.2020, 08:53
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Horner Bad soll im September 2021 eröffnet werden
Von Sigrid Schuer
Horner Bad soll im September 2021 eröffnet werden

Mit ein bisschen Fantasie kann man sich vorstellen, wie hier in einem Jahr Badegäste schwimmen sollen.

PETRA STUBBE

Rund ein Jahr nach der Grundsteinlegung konnte nun im neuen Horner Kombibad das Richtfest gefeiert werden. Sollte weiterhin alles nach Plan laufen, soll das neue Horner Bad im September 2021 eröffnet werden. Zumindest ein Silberstreif am Horizont in Bremens Bäderlandschaft, die mit gleich drei geschlossenen Hallenbädern – dem Unibad, dem Huchtinger Bad und dem Südbad – zurzeit stark unterversorgt ist.

Grund zur Freude also auch für Martina Baden, Geschäftsführerin der Bremer Bäder GmbH. „Hier entsteht ein tolles neues Bad für alle Freizeit- und Sportschwimmer“, betonte sie im Vorfeld der Richtfest-Zeremonie. Sie weiß allerdings auch, dass der Bau von der Nachbarschaft durchaus kritisch begleitet wurde. Genauso wie Jan Fries. Der Sportstaatsrat und Vorsitzende des Aufsichtsrates der Bremer Bäder GmbH räumte in seiner Ansprache denn auch ein: „Der Bau des Bades hat ja eine lange Vorgeschichte. Zuletzt konnte man Zweifel haben, ob wir je soweit kommen würden. Aber der Bau scheint ja jetzt vom Glück verfolgt zu sein“. Vor einem Jahr hatte die Verlegung einer Hochspannungsstromleitung zu einer Bauverzögerung geführt. Beiratsmitglieder hatten damals betont, dass die daraus resultierende, deutliche, weitere Dezimierung der ohnehin verkleinerten Außenfläche keineswegs hinnehmbar sei.

Lesen Sie auch

Als die Richtkrone mit ihren blau-weißen Bändern über dem Rohbau abgesenkt wurde, gab der Zimmermann, hoch oben auf einer Ecke des Gebäudes stehend, dem Bad Glück- und Segenswünsche mit auf den Weg. Nachdem im Oktober vor zwei Jahren mit den Abrissarbeiten des alten Horner Bades begonnen worden war, war es immer wieder zu Verzögerungen gekommen. Dennoch zeigte sich die Bäderchefin zufrieden, dass, ihren Worten zufolge, der Kosten- als auch der Zeitrahmen eingehalten werden konnte. Die Kosten liegen bei etwas mehr als 27 Millionen Euro. Sechs Millionen davon entfallen auf das Freibad. Zur Erinnerung: Seit Beginn der Umbauplanungen haben sich die Baukosten allerdings fast verdoppelt. Wurde das ursprünglich angedachte Konzept noch mit 14 Millionen veranschlagt, haben sich die Kosten mittlerweile von 25 Millionen auf 27,3 Millionen Euro erhöht.

Für das Freibad hat Architekt Udo Janßen ein Schwimmbecken mit drei 50-Meter-Bahnen sowie ein Nichtschwimmer- und ein Plansch-Becken vorgesehen. Das Nichtschwimmerbecken verfügt über fünf 25-Meter-Bahnen. Dazu kommt die schon vorher vorhandene Breitwellenrutsche sowie ein Themenfeld mit Wasserfontänen, allerdings ohne Sprudelliegen und Massagedüsen. Das Hallenbad wird über zehn wettkampftaugliche 50-Meter-Bahnen verfügen, die eine Breite von 25 Metern haben. Für Kurzstrecken-Wettkämpfe können sie allerdings durch eine absenkbare Hubwand in 25-Meter-Bahnen umgewandelt werden. Dazu kommt ein 100 Quadratmeter großes Lehrschwimmbecken, dass auch für den Kursbetrieb genutzt werden kann. Im Umlauf ist für Schwimmwettkämpfe eine Zuschauertribüne geplant. Der Umlauf sei größer als das für eine Wettkampfstärke der Kategorie B notwendig sei, betonte der Architekt.

Horner Bad Richtfest

Bäderchefin Martina Baden (r.) und Staatsrat Jan Fries richten Grußworte an die Gäste.

Foto: PETRA STUBBE

Im unteren Bereich des Bades befindet sich das Foyer, in dem in einem Jahr Eintrittskarten verkauft werden sollen. Jetzt, beim Richtfest, stehen hier noch mit Hussen bezogene Party-Stehtische für die Gäste, unter anderem Vertreter aus Politik, Sport und Wirtschaft sowie Vereinsvertretern und Nachbarn. Erleichtert zeigt sich Baden, dass es möglich ist, mit doch recht vielen Gästen, unter strikter Einhaltung der coronabedingt nötigen Hygieneregeln, das Richtfest zu begehen. Die Gäste, maskiert und in Zehner-Grüppchen aufgeteilt, absolvieren unter Führung des Architekten Udo Janßen Baustellen-Begehungen. Der führt durch das Stahlbetonbauwerk, zunächst in die erste Etage zum oberen Foyer hinauf. Hier sollen einmal die Umkleiden entstehen sowie der Sanitärbereich mit Duschen und Toiletten.

An den geplanten Ausgängen zur Schwimmhalle eröffnet sich der Blick auf das geplante, große Becken. Zunächst passiert die Gruppe jedoch die Lüftungskanäle. Beim Anblick des Rohbaues muss man schon einiges an Fantasie aufbringen, um sich vorzustellen, wie der Ausblick durch eine große Glasfensterfront auf das Freibad sein wird. Noch ist lediglich die Verschalung in gelben und blauen Versatzstücken zu sehen. Anschließend geht es wieder über eine Treppe hinab. Ende des Monats, so Janßen, solle die Dachkonstruktion über die Halle gelegt werden. Im Dezember soll dann der Rohbau fertiggestellt sein. Der Ausbau des Innenbereiches sowie die Montage der Badewassertechnik soll nach derzeitigem Stand im Juli 2021 erfolgen.

Lesen Sie auch

Im Erdgeschoss, unterhalb des Beckens mit seinen 50-Meter-Bahnen, ist Platz für die Technik. Hier stehen acht große, graue Niederdruck-Filter. In dieser Badewasser-Aufbereitungsanlage soll das Wasser zwei Mal pro Woche mittels Durchlauf durch Sandschichten gefiltert werden. Darüber sind im Rohbau der Beckenwand große Bullaugen eingelassen, die einmal für die Unterwasser-Beleuchtung sorgen sollen. Auch das kühle Nass aus den überlaufenden Schwallwasser-Behältern am Beckenrand wird durch die Filter und anschließend wieder ins Becken zurückgeleitet. Die Rohrleitungen sind bereits montiert. Ortsamtsleiterin Inga Köstner zeigte sich jedenfalls nach der Architektenführung sehr angetan von dem neuen Kombibad.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+