Wilhelm-Focke-Oberschule Der Putz bröckelt nicht mehr

Ein Jahr hat die energetische und brandschutztechnische Sanierung des Fachtraktes der Wilhelm-Focke-Oberschule gedauert. Zur feierlichen Eröffnung des sanierten Bereichs kam Bildungssenatorin Bogedan (SPD).
08.04.2019, 19:25
Lesedauer: 4 Min
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Von Maren Brandstätter

Der Putz bröckelt nicht mehr. Kann er auch gar nicht, denn die neue Fassade des Fach- und Verwaltungstraktes der Wilhelm-Focke-Oberschule ist verschalt. Weiße Platten bilden seit der jüngst abgeschlossenen Sanierung die Front zum Schulhof und leuchten je nach Lichteinfall in verschiedenen Nuancen, erzählt Beata Warszewik-König. Die Schulleiterin ist zufrieden mit dem Umbau-Ergebnis, mehr noch, sie ist begeistert. „Das Warten hat sich gelohnt“, sagt sie. Ihr Büro, groß und hell, ist trotz einstelliger Außentemperatur warm – keine Selbstverständlichkeit. Vor der Sanierung ließ die Schulleiterin ihre Jacke um diese Jahreszeit häufig an. „Im Sommer stieg die Raumtemperatur dafür nicht selten auf mehr als 30 Grad“, erinnert sie sich.

Schuld war die Fensterfront, die etwa zwei Drittel der Außenwand einnimmt. Seit dem Umbau seien die Fenster für Schüler und Lehrer ein echter Hingucker, erzählt sie. Ebenso wie die große Eingangstür im Erdgeschoss bestehen sie innen aus Lärchenholz und außen aus Aluminium – wegen der Witterungsbeständigkeit. Susanne Helm, stellvertretende Schulleiterin, und ZuP-Leiterin Heike Ricklefs erinnern sich noch genau an ihren ersten Gang durch den neuen Trakt. „Mein erster Gedanke war: Wow!“, sagt Helm.

Ein Jahr hat die energetische und brandschutztechnische Sanierung des Fachtraktes gedauert. Veranschlagt waren dafür 3,8 Millionen Euro, am Ende kostete das Unterfangen allerdings rund fünf Prozent mehr. „Im Zuge des Rückbaus offenbarten sich mehrfach unerwartet bauliche Mängel am Gebäude, weshalb der ursprüngliche Kostenrahmen überschritten wurde“, erklärt Peter Schulz, Sprecher von Immobilien Bremen (IB). Man habe die Fassade des 1976 als Stahlbeton-Skelettbau errichteten Gebäudes ertüchtigt, den Innenraum brandschutztechnisch saniert und die technischen Anlagen modernisiert. Das merkt man zum Beispiel, wenn man das Büro der Schulleiterin betritt. Das Licht geht automatisch an und dimmt sich je nachdem, wie viel Licht von draußen durch die neuen Fenster fällt. Auch Computer und Beamer seien jetzt Standard in den Fachräumen, erzählt Warszewik-König.

Alte Fassade gab den Ausschlag

In einem der Biologie-Räume verläuft entlang der Fensterfront eine lange Tischzeile, die mit zahlreichen Steckdosen versehen ist. Von dieser Neuerung ist Susanne Helm besonders angetan. „Hier lässt sich jetzt viel besser differenzieren“, sagt sie. „Wir können je nach Lernfähigkeit der Schüler viele verschiedene Stationen aufbauen, an denen alle in ihrem Tempo arbeiten können.“ Einige Glasvitrinen des Raums sind nur mit Anschauungsmaterialien gefüllt, andere noch leer. „Das dauert seine Zeit – wir packen nebenbei aus“, erklärt Helm.

Den Ausschlag für die Sanierungsmaßnahme hatte der Zustand der alten Fassade gegeben. „Eines Tages brachten uns die Kinder Stücke vom Putz ins Lehrerzimmer, die auf den Schulhof gefallen waren“, erinnert sich Warszewik-König. Daraufhin sei eine provisorische Holzwand vor dem Gebäude errichtet worden, um den Gefahrenbereich zu sichern. Das war vor drei Jahren. Der Baustart habe sich dann bis Anfang vergangenen Jahres hingezogen, was insbesondere seitens der Eltern für viel Kritik gesorgt habe.

Für die Sanierungsarbeiten musste das viergeschossige Gebäude komplett geräumt werden. Denn neben der energetischen Sanierung der Fassade mussten aus brandschutztechnischen Gründen auch die Innenwände ausgetauscht werden, berichtet IB-Sprecher Schulz. „Parallel dazu galt es, die im Gebäude verbauten Schadstoffe fachgerecht auszubauen und entsprechend der üblichen Sicherheitsvorkehrungen zu entsorgen.“ Außerdem seien alle Abwasser- und Trinkwasserleitungen ausgebaut und erneuert worden, ebenso alle Sanitärobjekte von den WCs bis zu den Waschbecken. „Komplett ausgetauscht wurde auch die Lüftungsanlage, die jetzt dem aktuellen Standard entspricht“, erzählt Schulz.

Die Räumung des Trakts bedeutete für Lehrer und Verwaltungsmitarbeiter einen Umzug in die benachbarten Gebäude. „Das Lehrer-Kollegium war ein Jahr lang in der ehemaligen Hausmeisterwohnung untergebracht“, erzählt Warszewik-König. Das sei eng gewesen und habe etwas an WG und Studentenzeit erinnert. „Die Schüler sind in dieser Zeit nur auf Umwegen über das Schulgelände in ihre Klassenräume gekommen“, erzählt sie. Rückblickend habe es sich aber gelohnt. „Den neuen Trakt empfinden viele von ihnen als eine Art Wertschätzung“, sagt Helm. Und dem Kollegium gehe es nicht anders.

Nur der Schulhof hat gelitten

Nicht nur Lehrer und Schüler, auch die Eltern sind mit dem Ergebnis der Sanierung zufrieden. „Leider hat der Schulhof durch die Baufahrzeuge stark gelitten. Wir hoffen, dass auch dieser noch saniert wird“, sagt Sprecherin Claudia Lukaszewicz. „Das ist auch für uns ein Wermutstropfen“, erklärt ZuP-Leiterin Heike Ricklefs. Nicht nur wegen der Optik, auch weil schon diverse Kollegen und Besucher auf dem kaputten Pflaster gestürzt seien. Geplant war die Sanierung ursprünglich schon für 2015. Der Horn-Leher Beirat hat sich der Thematik ebenfalls angenommen und in seiner Februar-Sitzung gefordert, dass in den Haushalt 2020/21 Mittel für die Fertigstellung des Schulhofes sowie des Parkplatzes der Schule eingestellt werden.

Mit einem aufwendig gestalteten Programm von Schülern und Lehrern ist der sanierte Fachtrakt am vergangenen Freitag nun feierlich eröffnet worden. Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) eklärte, sie sei sehr froh, dass die Sanierung jetzt abgeschlossen sei. „Die Fassade sieht endlich wieder gut aus, das Innere ist modernisiert“, konstatierte sie. „Somit korrespondiert das Aussehen wieder mit der sehr guten Arbeit, die in dieser tollen Oberschule von Lehrkräften und dem gesamten Team für die Kinder und Jugendlichen bewältigt wird.“

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