Theater Incognito hat morgen Premiere mit dem Stück "Die wunderbare Welt Dissozia" in der Universität

Ein Leben mit einstündiger Verspätung

Mit dem modernen Stück "Die wunderbare Welt Dissozia" hat das Theater Incognito am morgigen Freitag im Theatersaal der Universität Premiere. Regie führen erstmals seit Jahren nicht Franz Eggstein und Roland Klahr, sondern zwei Studentinnen.
09.02.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Ein Leben mit einstündiger Verspätung
Von Andreas D. Becker

Mit dem modernen Stück "Die wunderbare Welt Dissozia" hat das Theater Incognito am morgigen Freitag im Theatersaal der Universität Premiere. Regie führen erstmals seit Jahren nicht Franz Eggstein und Roland Klahr, sondern zwei Studentinnen.

Horn-Lehe. Franz Eggstein hat es nicht leicht in diesen Wochen. Der langjährige Regisseur des Theaters Incognito ist zum Zuschauen verdammt. Zum ersten Mal seit vielen Jahren hat er nicht selbst die Leitung bei der Inszenierung des Stücks, das am Freitag, 10. Februar, im Uni-Theatersaal Premiere hat. Regie führen Michele Kersting und Carolin Falke, zwei Studentinnen mit Bühnenerfahrung, denen Eggstein die Regie anvertraut hat.

Gespielt wird das Stück "Die wunderbare Welt Dissozia" von Anthony Neilson. "Ich habe das Stück gesehen, und es hat mich begeistert", erzählt Michele Kersting. Als Vorlage der Inszenierung dient kein Autorentext, sondern eine Mitschrift der Uraufführung. "Das Stück wurde teilweise improvisiert", ergänzt Carolin Falke. Deshalb habe man diesen Ansatz zumindest teilweise übernommen. So wurde der Originaltext teilweise gekürzt und verändert.

Hauptfigur des Stücks ist Lisa. Sie hat eine Stunde verloren. Seitdem ist ihr Leben aus dem Gleichgewicht geraten. Als ihr eine Schweizer Agentin - mit dem Versprechen, dort ihre Stunde wiederzufinden - den Weg nach Dissozia erklärt, macht sie sich gleich auf den Weg. Dort herrscht jedoch Krieg, denn ein zerstörerischer König will die verschollene Königin von Dissozia wiederfinden.

Während ihrer Suche trifft die Frau mit Verspätung auf merkwürdige Gestalten, die sie unbedingt davon abhalten wollen, ihre Stunde wieder in ihr Leben einzufügen. Letztendlich erfährt sie die Gründe für das merkwürdige Verhalten der Leute und wer dieser seltsame König ist.

"Die wunderbare Welt Dissozia" ist eine Reise ins Unterbewusstsein, in eine Welt, in der die Grenzen zwischen Realität, Traum und Wahnsinn verschwimmen. Auf dieser Reise erfährt Lisa vor allem, wie schwer es ist, gegen sich selbst zu kämpfen. Nicht nur für die Regisseurinnen ist es eine Premiere, auch der Großteil des Ensembles steht zum ersten Mal auf der Bühne des Theatersaals. Franziska Betz spielt Lisa, für sie ist es die erste Hauptrolle. Die Politik-Studentin stammt aus Tübingen. Erste Theater-Erfahrungen sammelte sie während der Schulzeit. "Die Rolle hat wirklich viel Text, und Pausen hat man währenddessen auch kaum", beschreibt sie die anstrengenden Proben. "Aber Spaß macht es trotzdem", sagt Franziska Betz.

Das Potenzial aus den (Laien-)Darstellern herauszuholen sei die schwierigste Aufgabe bei ihrer Arbeit, meinen Michele Kersting und Carolin Falke unisono. Problemlos sei eine Regie beim ersten Mal nie. Das weiß auch Franz Eggstein. Trotzdem sei es an der Zeit gewesen, "den Studenten Raum für Regiearbeiten zu geben", argumentiert er. Außerdem müssten sich Eggstein und sein Regie-Kollege Roland Klahr nach den vielen Produktionen "erstmal wieder neu orientieren". Die aktuelle Inszenierung sei deshalb für sie eine Atempause, in der sie sich nur um organisatorische und technische Dinge kümmern.

"Die wunderbare Welt der Dissozia" hat am morgigen Freitag um 20 Uhr Premiere. Weitere Aufführungen sind am 11., 14., 15., 17. und 18. Februar jeweils 20 Uhr im Theatersaal der Uni, der im Uni-Zentralbereich unter der Mensa zu finden ist. Der Eintritt beträgt sechs Euro, ermäßigt vier.

Reservierungen sind möglich per E-Mail an

reservierung@theaterincognito.de.

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