Horner Förderzentrum bewirbt sich um Deutschen Schulpreis Expertenkommission zeigt sich beeindruckt

Horn-Lehe. Das Förderzentrum am Rhododenronpark hat die Runde der letzten 20 Bewerber für den Deutschen Schulpreis erreicht - und gute Aussichten auf einen vorderen Platz. Die Expertenkommission hat sich vor Ort einen Eindruck verschafft - und sich hinterher beeindruckt geäußert.
07.02.2010, 08:30
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Expertenkommission zeigt sich beeindruckt
Von Andreas D. Becker

Horn-Lehe. Ob die Schule am Rhododendronpark am Ende tatsächlich den Hauptpreis gewinnen wird, ist noch offen. Aber zu den Favoriten für den Deutschen Schulpreis der Robert-Bosch-Stiftung zählt sie in jedem Fall. Die Runde der letzten 20 Bewerber in dem Wettbewerb hat das Förderzentrum für behinderte Kinder bereits erreicht.

Eine Expertenkommission hat sich jetzt einen persönlichen Eindruck von der Schule gemacht. Und die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt. 'Die Schule ist preisverdächtig, weil sie Erstaunliches vollbringt', lobt Peter Fauser vom Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Jena.

Was bei der Förderung mehrfach behinderter Kinder geleistet werde, sei besonders deswegen beispielhaft, weil jedes Kind im Grunde eine individuelle Form der Unterstützung benötige. Lobenswert seien auch die Integrationsmodelle mit den Regelschulen, hieß es.

162 Schulen hatten sich beworben

Insgesamt hatten sich fünf Bremer Schulen für den Schulpreis beworben. Mittlerweile ist nur noch die Schule am Rhododendronpark im Rennen. 162 Einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligten sich an der Ausschreibung und reichten Unterlagen ein.

Diese wurden von 50 Experten gesichtet und beurteilt. Aus den 50 Schulen, die es in die zweite Runde schafften, destillierten die Mitglieder der Jury die 20 besten heraus. Alle Einrichtungen werden nach denselben sechs Qualitätsbereichen beurteilt: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner sowie Schule als lernende Institution.

Beim Besuch der Schule sei es nicht um die Betrachtung bestimmter Fächer gegangen, stellt Arnulf Kunze klar. 'Wir haben geguckt, wie die Kinder an der Schule lernen, die sich beworben hat. Wie werden sie von den Lehrern begleitet, und wie wohl fühlen sich alle Beteiligten?' Das seien die wichtigsten Fragen gewesen.

Wie Schule unterschiedlichen Einschränkungen begegnet

Allerdings galten für die Schule am Rhododendronpark als Förderzentrum zusätzlich weitere Kriterien. Dabei untersuchte die Jury, ob die behinderten Kinder die notwendige Förderung erhalten, wie die Schule mit den unterschiedlichen Einschränkungen der Schüler umgeht und ob es zum Lernerfolg kommt. Außerdem, so Kunze, sei die Elternzufriedenheit ein wichtiger Faktor.

aut Schulleiterin Andrea Herrmann-Weide wurde der Jury ein ganz normales Unterrichtsprogramm geboten. 'Wir haben Projekte vorgeschlagen, die bezeichnend für den Charakter unserer Einrichtung sind', erzählt sie.

Ob die Horner Schule zu den Gewinnern gehört, wird sich in den kommenden Wochen herausstellen. Die Jury tagt am 11. März. Zur Preisverleihung Ende Mai/Anfang Juni werden 15 Schulen nach Berlin eingeladen.

Sieben bekommen ein Preisgeld. Der erste Platz ist mit 100000 Euro dotiert, vier weitere Schulen erhalten je 25000. Dazu vergibt die Jury zwei Sonderpreise à 15000 Euro. Alle Preisträger werden zudem Mitglieder der Akademie des Schulpreises.

'Alle 20 Schulen, die wir besuchen, arbeiten auf einem unglaublich hohen Niveau und sind schon Sieger. Am Ende wird es ein Fotofinish', sagt Katharina Burger-Springwald, Projektleiterin des Wettbewerbs.

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