Verlegung der Fernwärmetrasse

Suche nach Standort für Baumersatz

Für die geplante Verlegung der Fernwärmetrasse müssen auch in Schwachhausen Bäume gefällt werden. Die SWB sucht geeignete Standorte im Stadtteil für Nachpflanzungen und hat den Beirat um Mithilfe gebeten.
04.05.2020, 05:34
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter
Suche nach Standort für Baumersatz

Die Grünen-Fraktion im Horn-Leher Beirat ist der Ansicht, dass es möglich wäre, als Ausgleich für gefällte Bäume Ersatz am Unisee zu pflanzen.

studio b bremen

Nicht nur in Schwachhausen, auch in Horn-Lehe müssen im Zuge der geplanten Trassenverlegung für Fernwärme Bäume weichen. Laut SWB rechnet man dort derzeit mit 24 Exemplaren, die ersetzt werden müssen. Die Zahl ergebe sich aus 14 Bäumen, die in jedem Fall gefällt werden müssen und 46 sogenannten Grenzfällen, also Bäumen, die während der Baumaßnahme besonders geschützt werden müssen. Da aber nicht ausgeschlossen werden könne, dass diese Bäume während der Bauarbeiten Schaden nehmen, hat die SWB von den 46 Bäumen 20 Prozent als ebenfalls auszugleichen eingerechnet. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Bäume tatsächlich gefällt werden oder erhalten bleiben.

Für die somit anstehenden Nachpflanzungen sucht die SWB nun nach geeigneten Standorten im Stadtteil und hat den Horn-Leher Beirat um Mithilfe gebeten. Die Grünen begrüßen diesen Aufruf, sagt Sprecherin Gudrun Stuck. Die Fraktion habe einen Katalog mit zahlreichen Standortvorschlägen zusammengestellt. Gute Möglichkeiten für Baumnachpflanzungen gebe es demnach beispielsweise in den Abschnitten von der Horner Heerstraße bis zur Leher Heerstraße, von der Lilienthaler Heerstraße bis zum Lehester Deich sowie am Autobahnzubringer, sagt Stuck. Besonders im Fokus der Grünen-Fraktion liegt laut der Sprecherin außerdem der Bereich rund um den Unisee. Einzelbäume und Baumgruppen würden hier nicht nur dem Klima- und Umweltschutz dienen, sondern gleichzeitig auch die Freizeit- und Aufenthaltsqualität des von vielen Bremern genutzten Areals verbessern. Sinnvoll gesetzt könnten die ausgewachsenen Bäume auch für sportliche Aktivitäten als Tor- oder Netzpfosten dienen, meinen die Grünen.

Auch in der CDU-Fraktion hat man sich Gedanken zu möglichen Ausgleichsflächen gemacht. Besonders gute Bedingungen sehe die Fraktion zum einen auf einem Areal des Gymnasiums Horn, erklärt Sprecher Claus Gülke. Auch den Abschnitt zwischen Hochschulring, Autobahnzubringer und den Sportanlagen der Uni halten die Christdemokraten für geeignet. Da sich beide Flächen auch im Vorschlagkatalog der Grünen wiederfinden, könne sich seine Fraktion diesem anschließen, so Gülke „Wichtig ist für uns aber nicht nur die Neupflanzung von Bäumen“, betont er. „Wir haben in den letzten Jahren leider zu oft erleben müssen, dass Neupflanzungen nicht funktioniert haben, da nicht genügend gewässert wurde - über diesen Aspekt muss gesprochen werden.“

Nicht nur um neue Baumstandorte macht man sich im Beirat Gedanken, auch bezüglich des Trassenbaus selbst hatten sich im Nachgang zur SWB-Präsentation noch ein paar Detailfragen ergeben. Die Stadtteilpolitiker wollten wissen, wo in Horn-Lehe die Rohre ober- und wo unterirdisch verlegt werden sollen. „Dort wo oberirdisch verlegt wird, möchten wir gerne wissen, weshalb nicht unterirdisch verlegt wird“, hieß es in einem Schreiben des Beirats an die SWB. Die erklärte, dass die Leitung generell unterirdisch verlegt werden soll. Es gebe derzeit lediglich zwei Gewässerkreuzungen am Kuhgrabenweg, die als sogenannte Rohrbrücken oberirdisch verlegt werden müssten. Zur Begründung erläuterte die SWB, dass eine unterirdische Verlegung mindestens einen Meter unterhalb der Gewässersohle verlaufen müsste und somit sehr große Baugruben für die Rohrleitung bedeuten würde. Der Eingriff in die Umwelt wäre hier deutlich größer als bei der oberirdischen Rohrbrücke, heißt es im Antwortschreiben. Man habe sich in der Angelegenheit sowohl mit dem Wasserwirtschaftsreferat des Umweltressorts als auch mit dem Deichverband abgestimmt. Außerdem stehe die SWB dazu im Austausch mit der Kunsthochschule Bremen. Man plane eine Gestaltung der Rohrbrücken, die sich „harmonisch in das Landschaftsbild einfügt“.

Ein weiterer Punkt, den der Beirat Horn-Lehe geklärt wissen wollte, bezog sich auf die Wasserdurchlässigkeit der Baustraße. Die SWB erklärte dazu, dass die temporäre Baustraße auf dem Grundstück des Vereins Kinder, Wald und Wiese mit einer Traglast geplant werde, die für schwere Baufahrzeuge geeignet sei. Diese werde wasserdurchlässig sein. Allerdings gebe es diesbezüglich derzeit Gespräche zwischen der Stadt Bremen als Eigentümerin und dem Verein, da ein Teil der Baustraße eventuell später als Feuerwehrzufahrt für den Verein genutzt werden könnte. Die Vorgaben für die Beschaffenheit dieses Abschnitts würde dann das Amt für Straßen und Verkehr festlegen, so die SWB.

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