Zwillinge Lisa und Nina Bullerdiek experimentieren erfolgreich Fleischfressende Pflanze fasziniert sie

Horn-Lehe. Ihre Forscherkarriere ist kurz, aber umso erfolgreicher. Zwei Landessiege und einen dritten Platz beim Wettbewerb 'Schüler experimentieren' (Jugend forscht) haben Lisa und Nina Bullerdiek aus Horn-Lehe schon errungen. Ausruhen wollen sich die elfjährigen Zwillinge auf ihren Erfolgen nicht. Das nächste Projekt ist bereits in Arbeit.
07.04.2010, 15:20
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Fleischfressende Pflanze fasziniert sie
Von Andreas D. Becker

Horn-Lehe. Ihre Forscherkarriere ist kurz, aber umso erfolgreicher. Zwei Landessiege und einen dritten Platz beim Wettbewerb 'Schüler experimentieren' (Jugend forscht) haben Lisa und Nina Bullerdiek aus Horn-Lehe schon errungen. Ausruhen wollen sich die elfjährigen Zwillinge auf ihren Erfolgen nicht. Das nächste Projekt ist bereits in Arbeit.

Die fleischfressende Pflanze Utricularia exoleta ist für Lisa und Nina Bullerdiek bereits eine alte Bekannte. Nach insgesamt einem Jahr Forschung über diese Art ist das kein Wunder. Bereits in der Grundschule hatten sich die Zwillinge mit dem Fressverhalten der Exoten beschäftigt. 'Damals haben wir einen Heuaufguss gemacht und das Wasser mit den Einzellern an sie verfüttert', erzählt Lisa von den damaligen Versuchen. Dafür wurden sie mit dem 1. Preis im Bereich Biologie belohnt.

Biologische Kläranlage

Im vergangenen Jahr wurde wiederum Utricularia exoleta zum Forschungsobjekt. Diesmal untersuchten die Schülerinnen des Ökumenischen Gymnasiums, ob man mithilfe dieser Pflanzen Wasser reinigen kann. Im Rahmen einer Versuchsreihe fanden sie heraus, dass Utricularia exoleta kleine Organismen frisst und damit als biologische Kläranlage zur Säuberung des Wassers beiträgt. 'Dieser Vorgang dauert nicht lange. In ein bis zwei Stunden sind fast alle Einzeller gefressen', erzählt Nina Bullerdiek.

In diesem Jahr interessierten sich die Zwillinge dann nichtmehr für ihren fleischfressenden Hausgast. Unter dem Titel 'Hatschi - Pollenflugvorhersage im Mittelalter' erforschten sie die damalige Heuschnupfenbelastung. 'Auf das Thema sind wir zufällig im Internet gestoßen', erzählt Nina. Bei der Untersuchung gingen die jungen Forscherinnen von dem Umstand aus, dass ein Moor jedes Jahr um einen Millimeter wächst.

'Die Pollen werden in jedem Jahr ins Moor geweht. Also muss man nur einen ausreichend tiefen Bohrkern stechen und den Blütenstaub untersuchen', erklärt Lisa das Verfahren. Wegen des strengen Winters konnten die Zwillinge ihr Forschungsvorhaben allerdings nur eingeschränkt umsetzen. Da an Bohrungen im Moor nicht zu denken war, arbeiteten sie mit Torf aus dem Baumarkt.

Außerdem entwickelten sie Methoden, um die Pollen aus dem Substrat zu lösen. Insofern sind die Mädchen für den nächsten Wettbewerb 'Schüler experimentieren' bereits gut gerüstet. 'Wir werden demnächst anfangen, Bohrkerne zu entnehmen und zu untersuchen', kündigt Lisa an. Das Interesse für Naturwissenschaften ist den Zwillingen durch die Berufe ihrer Eltern in die Wiege gelegt worden. 'Spaß am Experimentieren haben wir eigentlich schon immer gehabt', sagt Nina. Dieses Interesse wird auch am Ökumenischen Gymnasium in Oberneuland gefördert. Eine spezielle Arbeitsgemeinschaft 'Jugend forscht' bietet nach dem Unterricht die Möglichkeit, die technischen Einrichtungen der Schule für eigene Projekte zu nutzen. Insofern sind die Schwestern nicht nur ein paar Wochen vor dem Wettbewerb, sondern fast das ganze Jahr mit Experimenten beschäftigt. Streit gibt es bei den eineiigen Zwillingen, deren Geburt nur eine Minute auseinanderliegt, selten. Neben dem Interesse an Naturwissenschaften

beschäftigen sie sich gerne mit ihrem heimischen Zoo, der einen Hund, drei Meerschweinchen und zwei Schildkröten umfasst. Einen Unterschied gibt es aber zumindest beim späteren Berufswunsch. Während Lisa Tierärztin werden möchte, kann sich Nina eher vorstellen, als Lehrerin zu arbeiten.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+