Ordnungsdienst

Freilaufende Hunde im Visier

Der neue Ordnungsdienst hat Ende vergangenen Jahres auch in Horn-Lehe seine Arbeit aufgenommen. Zu seinen Aufgaben gehört auch, ein Auge auf freilaufende Hunde zu haben.
29.03.2019, 10:36
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter
Freilaufende Hunde im Visier

In der Brut- und Setzzeit gilt Leinenpflicht für Hunde in der freien Landschaft.

Ingo Moellers

„Dat geiht to wied!“ Wer im Stadtteil ein kleines gelbes Kärtchen mit diesem Hinweis überreicht bekommt, ist möglicherweise gerade mit seinem Fahrrad auf der falschen Seite gefahren oder hat sich seines Mülls jenseits der dafür vorgesehenen Abfallbehälter entledigt. Die Slogans auf den gelben Kärtchen sind vielfältig: „Foul!“ oder „Kurz vorm Strafraum!“ sind weitere Hinweise darauf, dass das Verhalten im öffentlichen Raum nicht einwandfrei ist. Vergeben werden die Kärtchen vom neuen Ordnungsdienst, der seit Ende des vergangenen Jahres durch die einzelnen Bremer Stadtteile patrouilliert.

Im Bremer Osten sind fünf der insgesamt 22 neuen Mitarbeiter des Ordnungsamtes unterwegs. Zwischen 8 und 22 Uhr sehen sie nach dem Rechten, berichtete Uwe Papencord jetzt dem Horn-Leher Beiratsausschuss für Verkehr. Er ist Leiter der Abteilung „All­gemeine Ordnungsangelegen­heiten“, und er ist zufrieden mit dem Start der neuen Abteilung. Die gelben Kärtchen hätten die Kollegen quasi als letzte Warnung dabei, erklärte er.

Nachdem Ordnungswidrigkeiten oft über viele Jahre nicht geahndet worden seien, wolle man die Bürger damit zunächst an die bestehenden Regeln erinnern, sagte er. Auf der Rückseite der Kärtchen findet sich eine Übersicht dessen, was die einzelnen Delikte künftig kosten. Dort ist zu lesen, dass das Wegwerfen von Zigarettenschachteln oder –kippen mit 20 Euro geahndet wird. Eine achtlos entsorgte Bananenschale kostet fünf Euro mehr. Am teuersten sind unangeleinte Hunde (55 Euro), dicht gefolgt von öffentlichem Urinieren (50 Euro).

Müll und freilaufende Hunde als Problem

Papencord war der Einladung des Ausschusses zum Tagesordnungspunkt „Gesichter und Aufgaben des neuen Ordnungsdienstes“ gefolgt, und war daher nicht allein, sondern gemeinsam mit Andy Helck und Timo Paetsch zu Gast im Ortsamt. Die beiden Ordnungsdienst-Mitarbeiter sind für den Bremer Osten zuständig und schilderten den Ortspolitikern ihre bisherigen Schwerpunkte und Eindrücke aus dem Stadtteil. Müll sei immer wieder ein Problem, berichteten sie, ebenso freilaufende Hunde. Für den Sommer erwarten sie einen weiteren Schwerpunkt im Bereich Freiluftparties.

Ein besonderes Interesse der anwesenden Bürger galt der Überwachung des ruhenden Verkehrs. Hier allerdings musste Papencord gleich klarstellen, dass es dafür ein eigenständiges Referat Verkehrsüberwachung gebe. „Die Kollegen vom Ordnungsdienst tragen zwar nahezu identische Uniformen, sind aber nicht für Falschparker zuständig“, betonte er. Allerdings stünden sie mit den Verkehrsüberwachern in Kontakt und könnten bei Bedarf Meldung machen. Das gelte aber nur für Situationen, in denen das Falschparken eine Gefahr darstelle, betonte er. Beispielsweise wenn eine Feuerwehrzufahrt zugeparkt sei.

Ein weiterer Wunsch aus dem Stadtteil an den Ordnungsdienst war die regelmäßige Entsorgung von Schrotträdern und illegal entsorgtem Müll, der sich bevorzugt rund um Glas- und Altkleidercontainer ansammle. Papencord erklärte, hier sei die Bremer Stadtreinigung gefragt oder auch der Bremer Umweltbetrieb, wenn es um vermüllte Grünanlagen oder Spielplätze gehe. Er empfahl in diesen Fällen die Nutzung des Online-Mängelmelders der Stadt. Beim Thema Scherben auf den Gehwegen habe der Ordnungsdienst nur dann eine Handhabe, wenn die Verursacher auf frischer Tat ertappt würden, erläuterte er auf Nachfrage. Ansonsten sei es zumeist Anliegerpflicht, Scherben vom Gehweg vor dem Grundstück zu entfernen, auch wenn sie nicht die Verursacher seien. Im Falle rücksichtsloser Fahrradfahrer auf Gehwegen, von denen eine Bürgerin berichtete, wird der Ordnungsdienst laut Papencord aktiv. Oft tue bereits der Anblick der Uniform das seine, um Radfahrer dazu zu bringen, abzusteigen oder die ihnen zugedachte Fahrspur anstelle des Fußwegs zu benutzen, erzählte er.

Streifendienst hat Priorität

Der Streifendienst hat im Arbeitsalltag der Ordnungsdienst-Mitarbeiter klare Priorität, betonte der Abteilungsleiter. Die Kollegen stünden dabei auch im Austausch mit den Kontaktpolizisten im Stadtteil, seien aber keinesfalls als deren Konkurrenz zu verstehen. „Der Ordnungsdienst ist niederschwellig tätig – die Zuständigkeit endet beim Straftatbestand“, erklärte er. Eine seiner zentralen Aufgaben sei Aufklärungsarbeit. In dieser Hinsicht habe sich schon jetzt die Einstellung einiger mehrsprachiger Mitarbeiter bezahlt gemacht.

Da der Ordnungsdienst neben seinen Patrouillen auch Beschwerden aufnimmt, verbringen die Kollegen laut Papencord nicht ihre gesamte Arbeitszeit auf der Straße, sondern zum Teil auch im Büro, um diese abzuarbeiten. Demnächst erwarte das Referat dafür eine unterstützende Software, die den Ablauf erleichtern soll, erzählte er. „Aktuell sind wir in diesem Punkt mit Block und Bleistift noch etwas antiquiert.“

Weitere Informationen

Hinweise aus der Bevölkerung auf Ordnungswidrigkeiten können dem Ordnungsdienst unter Telefon 36 11 23 40 oder per E-Mail an ordnungsdienst@ordnungsamt.bremen.de gemeldet werden.

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