Eröffnung laut Bremer Bäder im Sommer 2021 Horner Bad teurer und verspätet

Die Grundsteinlegung im Horner Bad ist für Mittwoch geplant. Doch noch gibt es Diskussionen um einen möglicherweise verkleinerten Außenbereich, den der Hallenneubau mit sich bringen würde.
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Von Maren Brandstätter

Der Fragenkatalog, den der Beirat Horn-Lehe im Vorfeld zu seiner jüngsten Sitzung beim Sportamt und bei Bremer Bäder eingereicht hatte, war umfangreich. Anlass für die Fragen war ein Kabel. Eines, das unter Hochspannung steht und dort verläuft, wo eigentlich das neue Horner Hallenbad entstehen sollte. Ein Kabel, von dem der Beirat erst aus der Presse erfahren hatte, ebenso wie von den geänderten Plänen, nach denen das Hallenbad nun zehn Meter weiter nördlich auf das Freibadgelände rücken soll.

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Dass ein Kabel unterhalb des Hallenbad-Eingangs verläuft, sei den Planern von vornherein bekannt gewesen, berichtete Martina Baden dem Beirat und den zahlreich erschienenen Bürgern am vergangenen Donnerstag. Neu sei lediglich die Erkenntnis gewesen, dass man es dabei mit einer Stromspannung von 110 statt wie in alten Aufzeichnungen angegeben 10 Kilovolt zu tun habe, erläuterte die Geschäftsführerin der Bremer Bäder GmbH. Nach Rücksprache mit dem Kabeleigentümer Wesernetz sei schnell klar geworden, dass eine Verlegung zu aufwendig sei.

Verzögerung um Jahre

„Dadurch wäre das Bauvorhaben zwei bis drei Jahre verzögert worden“, erklärte Baden. Daher habe man sich für die Verlegung des Hallenbads um zehn Meter entschieden. Auf Nachfrage aus dem Beirat, weshalb diese Änderung bei der Vorstellung der Baupläne im vergangenen Jahr unerwähnt geblieben sei, entgegnete Baden, dass durch die Verlegung lediglich 630 Quadratmeter des Außenbereichs wegfielen. Da es sich dabei zudem um Aufenthalts- und nicht um Liegefläche handele, ergebe sich für die Badegäste aus Sicht von Bremer Bäder im Grunde kein Nachteil, sagte sie. Und das sei auch der Grund, weshalb die Planänderung vor einem Jahr im Beirat nicht explizit zur Sprache gekommen sei. Badens Darstellung sorgte sowohl im Beirat als auch seitens der Bürger für Empörung. Michael Koppel (Grüne) betonte angesichts der hohen Besucherzahlen des Horner Bads, dass eine Dezimierung der ohnehin verkleinerten Außenfläche um weitere 630 Quadratmeter keineswegs hinnehmbar sei. Er verwies in diesem Zusammenhang erneut auf den Fragenkatalog, in dem der Beirat unter anderem eine Reaktivierung der früheren Tribünenterrassen zwischen Schwimmbecken und Jan-Reiners-Weg angeregt hatte, die im Laufe der Jahrzehnte von Büschen überwuchert worden sei.

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Auf die Frage, ob diese Fläche als Ausgleich denkbar sei, kam sowohl von Baden, als auch von Sportamt-Mitarbeiter Dieter Cwielong nicht mehr als ein Schulterzucken. Besagte Fläche sei ihnen unbekannt, erklärten beide. „Sie haben unseren Fragekatalog frühzeitig bekommen“, kritisierte Gudrun Stuck (Grüne). „Warum haben Sie nicht nachgefragt, wenn es Unklarheiten gab?“ Der Ausschuss erklärte daraufhin einvernehmlich, dass er eine Prüfung der ehemaligen Tribünenterrassen als Ausgleich für die verloren gegangenen 630 Quadratmeter fordere. Als weitere Variante brachte Dirk Porthun (CDU) eine angrenzende Freifläche in Richtung Grazer Straße ins Gespräch. Hier sah Baden allerdings wenig Chancen für eine Außenerweiterung, da die Fläche zu weit vom Schwimmbecken entfernt sei, um sie als Liegewiese nutzen zu können.

Baukosten verdoppelt

Seit Beginn der Umbauplanungen für das Horner Bad haben sich die Baukosten fast verdoppelt. Wurde das ursprünglich angedachte simply-swimming-Konzept aus den Niederlanden noch mit 14 Millionen Euro veranschlagt, hatten sich die Kosten zuletzt von 25 Millionen auf 27,3 Millionen Euro erhöht. Das niederländische Konzept hatte sich im Verlauf der Planung als nicht praktikabel erwiesen, da es in Deutschland mit dem Baurecht kollidiert. An den 27,3 Millionen Euro Gesamtbaukosten habe sich bis heute nichts geändert, versicherte Martina Baden auf Nachfrage von Claus Gülke (CDU). Gemäß Zuwendungsbescheid stünden 26,16 Millionen Euro zur Verfügung, gegen Nachweis könnten weitere Kosten geltend gemacht werden - dann stünden insgesamt 27,3 Millionen Euro zur Verfügung. Piet Leidreiter (BiW) bat in diesem Zusammenhang um Prüfung, ob und inwieweit Wesernetz zu einer Zahlung an die Stadt verpflichtet sei, da der Bereich, in dem das Hochspannungskabel verlegt ist, nicht überbaut werden darf.

Die Grundsteinlegung im Horner Bad ist für kommenden Mittwoch, 30. Oktober, um 11.30 Uhr geplant, für die Fertigstellung des Horner Bads ist laut Baden derzeit September 2021 anvisiert. Wenn das Wetter mitspiele, könne das Freibad aber möglicherweise schon zur Sommersaison 2021 öffnen.

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