Revier bleibt vorerst im Ausweichquartier untergebracht

Horner Polizei muss mit Provisorium leben

Horn-Lehe. Die Freude über das Ausweichquartier ist Ernüchterung gewichen. Seit bald einem Jahr ist das Polizeirevier Horn-Lehe in dem Flachbau hinter dem Ortsamt untergebracht. Doch aus dem Provisorium droht eine Dauerlösung zu werden. So sieht es jedenfalls der kommissarische Revierleiter Hans Domeyer: 'Von zwei Jahren war vorher die Rede. Doch wie ich es sehe, sitzen wir in fünf Jahren noch hier'.
20.01.2010, 15:36
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Horner Polizei muss mit Provisorium leben
Von Andreas D. Becker
Horner Polizei muss mit Provisorium leben

Die Diskussion um die Polizeireviere - unser Foto zeigt das Revier in Walle - geht wieder los.

Roland Scheitz

Horn-Lehe. Die Freude über das Ausweichquartier ist Ernüchterung gewichen. Seit bald einem Jahr ist das Polizeirevier Horn-Lehe in dem Flachbau hinter dem Ortsamt untergebracht. Doch aus dem Provisorium droht eine Dauerlösung zu werden. So sieht es jedenfalls der kommissarische Revierleiter Hans Domeyer: 'Von zwei Jahren war vorher die Rede. Doch wie ich es sehe, sitzen wir in fünf Jahren noch hier'.

Der Umzug von Teilen des Reviers aus dem Ortsamt in den Flachbau war durch einen massiven Wasserschaden in dem ohnehin maroden Gebäude notwendig geworden. Seither ist der vordere Bereich unbenutzbar und wird nur noch als Lager für Büromaterial verwendet. Auch der Umkleidebereich steht nicht mehr zur Verfügung. 'Ehe wir den Gestank erdulden, haben wir uns zu dieser Zwischenlösung bereiterklärt. Aber nur für einen überschaubaren Zeitraum, eine Unterbringung auf Dauer kann das nicht sein', betont Domeyer.

Ein Grund dafür sind die beengten Verhältnisse. Die Büros sind vollgestellt mit Möbeln und Büromaterial. Teilweise lassen sich nicht mal die Türen schließen, weil der notwendige Platz fehlt. 'Das müsste schon aus Gründen des Datenschutzes möglich sein, wenn wir Publikumsverkehr haben', so der Hauptkommissar.

Warum die Entscheidung für eine Lösung des Platzproblems seit langem in der Luft hängt, kann Domeyer nicht nachvollziehen. Zumal nicht nur die Entscheidung der beteiligten Senatsstellen zugunsten eines Neubaus an der Lilienthaler Heerstraße bereits gefallen war. Wie berichtet, schien auch die Finanzierung bereits größtenteils gesichert. Als Schuldige an der Hängepartie sehen Polizei und Ortsamtsleiter Wolfgang Ahrens Immobilien Bremen (IB). 'Seit ein Investor im Gespräch ist, der das Postgebäude an der Kopernikusstraße kaufen und als Domizil für Ortsamt und Polizei vermieten würde, wird dort geprüft. Tatsächlich aber passiert nichts, denn so lange kann das nicht dauern', kritisiert Ahrens. Kurz vor der letzten Beiratssitzung 2009 hatte ein Vertreter von Immobilien Bremen seine Teilnahme mit der Begründung abgesagt, es gebe nichts Neues. 'Es scheint so zu sein, dass IB kein gesteigertes Interesse an einer Lösung hat, die Geld kostet', zieht Domeyer seine Schlüsse. Selbst wenn es schnell eine Entscheidung geben sollte, rechnet der Hauptkommissar mindestens bis 2012, bis diese realisiert sei.

Personalkarussell dreht sich

Er selbst wird die Entwicklung aus der Ferne verfolgen, denn das Personalkarussell der Polizei dreht sich. Domeyer wechselt zum 1. Februar nach Woltmershausen und tauscht den Posten mit Wolfgang Liebert, der als neuer Stellvertreter nach Horn-Lehe kommt. Gleichzeitig wird mit Axel Schröder die vakante Stelle des Revierleiters wieder besetzt, die nach dem Weggang von Robert Haupt nur kurzzeitig ausgefüllt werden konnte. Offiziell vorgestellt wird die neue Leitung am 24. Februar, 18 Uhr, im Saal des Ortsamtes, wenn die Polizei zum ersten Bürgerforum in Horn-Lehe einlädt.

Relativ neu an Bord ist seit November Kontaktpolizist Jens Kaup. Der Oberkommissar ist im Stadtteil aufgewachsen und kennt das Revier gut. Insbesondere die Arbeit mit schwierigen Jugendlichen sieht er als Schwerpunkt. Positiv werten er und sein Kollege Michael Läthe die neuen Öffnungszeiten des Bürgerservice, die zum 1. Februar in Kraft treten. Die Wache ist dann Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr geöffnet. 'Dadurch werden bei uns Kapazitäten frei, weil wir nach der alten Regelung 20 Prozent unserer Arbeitszeit für den Bürgerservice aufwenden müssen. Das bedeutet Präsenzpflicht im Büro, um auf Bürger zu warten, die ein Anliegen haben', erzählt Kaup.

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