„Markt der Grünen Branche“ Imker lässt Bienen schwärmen

Ob der Gemeinschaftsgarten im Stiftungsdorf Hollergrund, in Walle oder in der Neustadt, "Urban Gardening" (zu Deutsch: Stadtgärtnern) wird in der Hansestadt zahlreich betrieben.
06.06.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ina Schulze

Auch biologische Lebensmittel, am besten noch aus der Region, sind immer häufiger gefragt. Vereine, Initiativen, landwirtschaftliche Betriebe präsentierten auf dem "Markt der Grünen Branche" im Rhododendron-Park, was sie zu dem Thema beitragen.

Horn-Lehe. "Wenn ich Honig aus der Region kaufe, fördere ich lokale Imker und die lokale Bestäubung", sagt Michael Dreyer aus Osterholz. Der Imker war mit seinem Stand auf dem "Markt der Grünen Branche" im Rhododendronpark vertreten. Die Produktion von Honig beispielsweise müsse auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit gesehen werden, sagte Dreyer. Denn wenn die Bienen gesund seien, dann sei der Honig auch hochwertige.

Wenn ein Bienenvolk zu groß wird, dann zieht die Königin mit einem Teil ihres Volkes aus. Dies wird als Schwarmtrieb bezeichnet. Der Verein "De Immen", der sich mit der wesensmäßigen Bienenhaltung befasse, wolle diesen natürlichen Trieb der Bienen nicht unterdrücken, sagte Michael Dreyer. Selbst wenn es mehr Drohnen gibt, die bekanntlich keinen Honig erzeugen. Dreyers Völker stehen auf dem Gelände der Tobiasschule in Oberneuland und bekommen im Winter Bio-Futter. Auch das verwendete Wachs sei ökozertifiziert, sagt der Imker. "Es muss alles rund sein, dann weiß ich auch was ich habe."

Zum vierten Mal wurde der "Markt der Grünen Branche" im Rhododendronpark veranstaltet. Vertreten waren Fachleute für regionale, biologische und fair gehandelte Produkte, für Gartengestaltung und innovativen Naturschutz bis hin zu erneuerbaren Energien. Die Botanika richtete zeitgleich in Kooperation mit der Hanseatischen Naturentwicklung GmbH, der Öko Stadt Bremen und dem Verein Sozial Ökologie einen Kongress aus, der von der Europäischen Union gefördert wurde. Schwerpunktthema der Vorträge und Foren war "Urban Gardening".

Anja Wirthmann von Arbeit und Ökologie Huchting informierte über Bodendeckpflanzen, Kräuter und Gemüsepflanzen. Um Kinder mit dem Anbau von Gemüse vertraut zu machen, sei es wichtig, auch gemeinsam mit Schulklassen etwas auszusäen und zu ernten.

Heike König aus Syke hat sich auf Wildkräuter spezialisiert. Allein um ihr altes Bauernhaus herum wachsen 80 verschiedene Sorten, die sie in einem Buch und in Rezepten zusammengestellt habe. Brennnesseln hätten einen sehr hohen Calcium-Gehalt, sagt die Heilpraktierin, und seien deutlich gesünder für die Knochen als zum Beispiel Milch. Für sie sei vor allem ihre eigene bewusste Ernährung wichtig, aber sie wolle eben auch andere darüber zu informieren. "Wildkräuter sind das Kraftvollste, was man essen kann."

Auf dem Markt gab es Bio-Eis vom Hof Kaemena, Bratwürste aus dem Fleisch von Rindern und Heidschnucken aus der Region. Energiekonsens informierte Marktbesucher über klimafreundlichen Umgang mit Energie und Jean-Loup Ringot aus Hambergen baute gemeinsam mit Kindern Musikinstrumente aus Federkielen und Holunderstöckchen und erzeugte mit Steinen Melodien. "Es gab ein Leben vor dem Gameboy", sagte Ringot, der mit Schulen, Museen und Vereinen zusammenarbeitet.

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