Gemeinsames Projekt von Bund und Land

Meeresforscher erhalten Neubau für 35 Millionen Euro

Auf dem Gelände der Universität soll bis 2023 ein großer Neubau für das Zentrum für Marine Tropenforschung entstehen. Bund und Land teilen sich die Kosten von knapp 35 Millionen Euro.
20.12.2018, 19:48
Lesedauer: 2 Min
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Meeresforscher erhalten Neubau für 35 Millionen Euro
Von Jürgen Theiner

Auf dem Gelände der Universität soll in den nächsten Jahren ein Neubau für das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) errichtet werden. Bund und Land werden sich die Kosten von rund 34,8 Millionen Euro teilen. Der Senat hat in dieser Woche einen entsprechenden Beschluss zum Bremer Beitrag gefasst.

Das Institut mit seinen derzeit 218 Beschäftigten, Studenten und Gastforschern ist ein wichtiger ergänzender Baustein des Uni-Schwerpunkts Meeresforschung. Ein Neubau für das ZMT ist schon länger im Gespräch. Zuletzt hatte Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) bei der Vorstellung des Wissenschaftsplans für die Zeit nach 2020 angekündigt, dass das Zentrum ein neues Domizil erhalten soll. Nun ist es also so weit. Der Senat wird für das Projekt ein rund 6200 Quadratmeter großes Grundstück nördlich des Cogniums an der Robert-Hooke-Straße zur Verfügung stellen. Dort soll dann voraussichtlich ab 2020 gebaut worden. In dem neuen Standort mit rund 11 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche sollen nach der Fertigstellung im Jahr 2023 die bisher auf vier Liegenschaften verteilten Institutsmitarbeiter zusammengeführt werden. Außerdem entstehen dort dringend benötigte Büro-, Labor- und Lagerkapazitäten. Für die vier Mietobjekte und ein Lager zahlt Bremen derzeit jährlich rund 1,2 Millionen Euro.

Dass es mit der Planung des Neubaus schon in diesem Jahr losgehen kann, ist offenbar dem Bundesministerium für Bildung und Forschung zu verdanken. Berlin geht 2018/19 mit rund zwei Millionen Euro in Vorleistung, weil Bremen in diesem Zeitraum seinen 50-Prozent-Anteil an den Planungskosten nicht vollständig erbringen kann. „Dank dieses großzügigen Angebots des Bundes ist es möglich, den Bauplanungsbeginn circa zwölf Monate vorzuziehen und damit nicht unerhebliche Mietkosteneinsparungen zu erzielen“, heißt es in der Beschlussvorlage des Senats, der die Landesregierung am Dienstag zugestimmt hat.

Das 1991 in Bremen gegründete und ansässige Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung widmet sich der Erforschung tropischer Küstenökosysteme und ihrer Bedeutung für Natur und Mensch. Es geht um Grundlagenforschung sowie akademische Lehre und Forschung, aber auch die wissenschaftliche Begutachtung angewandter Projekte in der tropischen Meeresökologie. Die Einrichtung kooperiert eng mit Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen, „um den Schutz tropischer Küstenökosysteme verstärkt in der Gesellschaft zu verankern“, wie es in einem aktuellen Entwicklungsbericht des ZMT heißt. Das Leibniz-Zentrum berät auch den Senat und die Bundesregierung in Fragen der Meeresforschung. Fördermittelgeber sind unter anderem die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Europäische Kommission, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Leibniz-Gemeinschaft und die Volkswagen-Stiftung. Der geplante Neubau soll auch ein weiteres Anwachsen der Beschäftigtenzahl auf mittelfristig 250 ermöglichen.

Die Leitung des ZMT erhofft sich vom künftigen Standort nicht nur bessere Bedingungen für die Forschung. Das Zentrum soll sich auch stärker für das nicht-akademische Publikum öffnen. Geplant sind unter anderem ein Schullabor und ein Forschungsaquarium, mit dem man die Öffentlichkeit für die Arbeit des ZMT interessieren kann.

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