Jugendbeirat

Mehr Geld für Jugendbeirat

Innerhalb von anderthalb Jahren hat der Jugendbeirat in Horn-Lehe einiges in Gang gebracht - und schon jetzt neue Pläne. Dafür bewilligte der Beirat weitere finanzielle Unterstützung.
07.03.2019, 17:33
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter
Mehr Geld für Jugendbeirat

Macht Dampf: der Jugendbeirat Horn-Lehe.

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„Jung. Kreativ. Horn.“ Der Horn-Leher Jugendbeirat beschreibt mit dem Logo auf seiner neuen Homepage (www.jugendbeirat-horn-lehe.de) knapp aber treffend, was ihn ausmacht. Die Webseite ziert außerdem eine Sprechblase: „Muss man denn alles selber machen? Ja!“ Der Jugendbeirat hat in den vergangenen anderthalb Jahren viel gemacht. Und macht es noch. Ein Projekt haben die Jugendlichen bereits erfolgreich abgeschlossen, zwei weitere unterstützt, und zwei haben sie noch auf dem Zettel, bevor im September die Neuwahlen für die zweite Legislaturperiode anstehen. Im Beirat Horn-Lehe haben sie jetzt Zwischenbilanz gezogen. „Unser größtes Projekt waren eigentlich wir“, erklärte Marie Dießelberg zu Beginn. „Wir sind über uns hinausgewachsen und haben anderen gezeigt, dass man etwas für seinen Stadtteil bewegen kann.“ Das müsse nicht immer etwas ganz Großes sein, ergänzte Dana Hanke. „Hauptsache, man setzt sich ein.“ Jetzt bleibe zu hoffen, dass sie mit ihren positiven Erfahrungen auch den Nachwuchs für die Mitarbeit im Jugendbeirat begeistern können.

Aktuell hat der Jugendbeirat den sogenannten Tobetag ganz oben auf seiner Liste. Gemeint ist damit ein Aktionstag für Horn-Leher Kinder und Jugendliche der Klassen 3 bis 7 im Bremer Unibad mit dem Ziel, die Materie Wasser in entspannter Atmosphäre kennenzulernen. Die Idee für den Tobetag war durch einen Bericht von Lehrern der Oberschule Ronzelenstraße ins Rollen gekommen, wonach rund 40 Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 bis 9 nicht schwimmen können. In Kooperation mit der Bremer Bäder GmbH, dem Landesschwimmverband, der DLRG und der Sportbetonten Oberschule Ronzelenstraße will der Jugendbeirat in Kürze Schülerinnen und Schüler, die noch kein Schwimmabzeichen haben, zum kostenlosen Tobetag einladen. Als Termin hat er den 18. Mai von 12 bis 14 Uhr anvisiert.

Menschenrechte als Projekt

Eine Bestätigung seitens der Bremer Bäder GmbH gebe es hierfür allerdings bislang noch nicht, berichtete Ortsamtsmitarbeiterin Jessica Jagusch, die den Jugendbeirat in seiner Arbeit unterstützt. Finanziert werden soll das Projekt voraussichtlich aus dem Budget des Jugendbeirates und gegebenenfalls durch Sponsoren. Sollte er mit dem Konzept Erfolg haben, hofft der Jugendbeirat auf eine Fortsetzung – und auf Fördermittel.

Als weiteres Projekt will sich der Jugendbeirat eingehend mit dem Thema Menschenrechte befassen. Auf Vorschlag von Witha von Gregory vom Freundeskreis der Menschenrechte haben die Jugendlichen auf ihrer Januarsitzung beschlossen, eine Pflegepatenschaft für den Garten der Menschenrechte im Bremer Rhododendron-Park zu übernehmen. Ende März sind sie dort zum Frühjahrsputz angemeldet, um den Garten kennenzulernen, berichtete Zayd Al Qassem dem Beirat. Neben der Pflege der Bronzebänder benötige der Freundeskreis außerdem Unterstützung bei der Mitgestaltung des Kultur-Mitmach-Marktes, der in diesem Jahr am 28. Juni stattfinden soll.

Finanziell hat sich der Jugendbeirat im vergangenen Jahr insbesondere beim Horn-to-be-wild-Festival engagiert, und dafür 1500 Euro aus seinem Budget zur Verfügung gestellt. Auch das Sommerfest im Bunsen-Quartier hat von der Einsatzbereitschaft der Jugendlichen profitiert, die sich dort schwerpunktmäßig um die Kinderbetreuung gekümmert haben. Das bislang größte Projekt fand kürzlich wie berichtet mit dem Aufbau eines Jugendunterstands auf dem Spielplatz am Vorkampsweg seinen Abschluss.

Angetan vom Engagement der Jugendlichen

Der Beirat zeigte sich infolge des Berichts angetan vom Engagement der Jugendlichen. Er bewilligte für das laufende Jahr einstimmig 5000 Euro für Jugendbeteiligungsprojekte. Außerdem stellte der Beirat auf mehrheitlichen Beschluss weitere 2500 Euro für die anstehenden Neuwahlen des Jugendbeirats zur Verfügung. Birte Eckardt (CDU) votierte dagegen, da sie die Verantwortlichkeit hierfür nicht beim Beirat sieht. Michael Koppel (Grüne) betonte, dass die Regelung der Kostenübernahme perspektivisch zwar ein wichtiges Thema sei, der Jugendbeirat aber in diesem Jahr auf Unterstützung durch den Beirat angewiesen sei, da derzeit keine anderen Mittel zur Verfügung stünden.

Auf Antrag der CDU-Fraktion forderte der Beirat Horn-Lehe außerdem die Senatskanzlei und die Bremische Stadtbürgerschaft auf, zusätzlich zu den Globalmitteln weitere finanzielle Mittel für die Jugendbeteiligung in Höhe von 10 000 Euro zur Verfügung zu stellen. Diese erfordere neben der inhaltlichen Arbeit eine kontinuierliche Begleitung und Betreuung durch externes Personal, hieß es zur ­Begründung. Zudem fielen zusätzliche Kosten, wie eben durch die Jugendbeiratswahlen, an.

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