Mensa Ronzelenschule Mittagessen im Akkord

Mittagessen heißt für Schülerinnen und Schüler Stress im Fünfschichtsystem: Sie haben nur 20 Minuten, inklusive Anstehen und Abräumen. Und sogar das zugesagte Provisorium lässt auf sich warten.
13.06.2018, 17:49
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter

Etwa 20 Minuten Zeit haben die Schüler der Ronzelenschule für ihr Mittagessen. Anstellen, warten und abräumen sind dabei schon inbegriffen. Weil die Mensa der Oberschule zu klein ist, müssen die rund 600 Mädchen und Jungen seit geraumer Zeit im Fünf-Schicht-System essen. Entsprechend früh startet die erste Essensausgabe: um 11.30 Uhr. Die Erstellung des Mensaplans hat sich mittlerweile zu einer logistischen Herausforderung entwickelt. Bevor die Stundenpläne für die Schule geschrieben werden, muss zunächst der Mensaplan stehen – daran orientiert sich dann der Stunden-Planer.

2016 hatte der Beirat Horn-Lehe das zuständige Ressort bereits aufgefordert, Abhilfe in Gestalt einer neuen, größeren Mensa zu schaffen. Im vergangenen Herbst dann hatte die Bildungsbehörde 2021 als Termin für deren Fertigstellung ausgegeben.

Doch so lange kann der Mensabetrieb im aktuellen Fünf-Schicht-System nicht aufrechterhalten werden, betont Elternsprecherin Ulrike Joos. „Es kommen zunehmend berechtigte Beschwerden, dass zu wenig Zeit für ein ruhiges Essen zur Verfügung steht“, sagt sie. Schon im vergangenen November hatte die Elternvertretung Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) in einem Schreiben mitgeteilt, dass mittlerweile auch Überlastungsanzeigen von Mitarbeitern der Mensa vorliegen würden.

Nach wie vor gäben Schulverein und die Schule mehr als ihr Bestes, um mit der Situation umzugehen, betont Joos, doch 590 Essen in einer Küche zuzubereiten, die nur 50 Prozent des vorgeschriebenen Platzes biete, sei nicht länger tragbar. „Der Schulverein wird deshalb ab dem nächsten Schuljahr die Essenszahlen reduzieren“, teilt die Sprecherin mit. Statt knapp 600 Mahlzeiten würden dann nur noch 400 bis 430 Essen produziert werden können. „Also muss eine Entscheidung getroffen werden, welche Schüler nicht essen dürfen.“ Eine Container-Mensa durch einen Caterer betrieben könnte diese Lücke problemlos schließen, betont sie. „Sie wurde uns mehrfach versprochen - bereits seit 20 Monaten“, erzählt die Elternsprecherin.

An diese Zusage kann sich auch Catharina Hanke (SPD), Sprecherin des Bildungsausschusses, bestens erinnern. „Bis der Neubau fertig ist, hatte das Ressort eine Interimslösung angekündigt.“ Doch die benötigten Container, die man sich für den Schuljahresbeginn erhofft habe, soll es nun erst ab März 2019 geben. Das habe der Ausschuss jetzt – kurz vor den Sommerferien - erfahren. „Von dieser Entwicklung sind wir mehr als enttäuscht“, sagt Hanke. Das gelte auch für die Informationspolitik des Ressorts. „Es hat uns niemand informiert - wir haben von den Eltern erfahren, dass die Container erst im März kommen sollen.“ Nun erwarte sie eine zügige Zwischenlösung bis zum Aufbau der Container, „denn so wie er jetzt läuft, ist der Mensabetrieb nicht länger aufrecht zu erhalten“.

Das Bildungsressort hatte den Auftrag für eine Container-Mensa nach Auskunft von Sprecherin Annette Kemp im vergangenen März an Immobilien Bremen (IB) gegeben. Allerdings habe IB mitgeteilt, dass eine Aufstellung der Mobilbauten zum kommenden Schuljahr nicht möglich sei. „Damit müssen wir und vor allem leider die Schule umgehen“, sagt Kemp. Man suche zurzeit intensiv nach Ausweichlösungen. „Gemeinsam mit dem Ortsamt werden Optionen geprüft“, teilt die Sprecherin mit. „Wir hoffen, dass das klappt.“ Während man im Ressort offenbar mit einer Fertigstellung des Containerbaus zum Beginn des neuen Schuljahrs gerechnet hat, erläutert IB-Sprecher Peter Schulz: „Das stand angesichts der erforderlichen Zeitspanne für die interne Bearbeitung und der daran anschließenden Ausschreibungs- und Lieferfristen von vornherein außer Frage." Aktuell arbeite IB an zwei Varianten für die Deputationssitzung im September. Dabei handele es sich um eine „kleine“ Lösung mit Vollcaterer und eine „große“ Lösung in Gestalt einer sogenannten Cook&Chill-Küche, bei der die fertigen Gerichte gekühlt angeliefert und vor Ort erwärmt würden.

Dass es mit März 2019 als Starttermin für die Container-Mensa klappt, ist laut Schulz zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch keineswegs gewiss. „Der angestrebte Termin beruht auf ersten Einschätzungen unter Idealbedingungen“, betont der IB-Sprecher. Ein konkreter Fertigstellungstermin sei angesichts noch offener Fragen der Bauordnung gegenüber dem Bildungsressort noch nicht benannt worden und könne daher aktuell auch nicht kommuniziert werden.

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