Schüler des Gymnasiums Horn sprechen über Grundfragen des Lebens Modenschau zum Tag der Philosophie

Horn-Lehe. Anja ist hilfsbereit und fair, zu ihren Hobbys zählt Tanzen. Sie trägt ein kariertes Hemd, und Vertrauen ist ihr sehr wichtig. Simon ist schlank, sportlich, clever und hat viele Träume. Er will eine Familie gründen und in Oxford studieren. Beide Jugendliche wollen einzigartig sein, nicht zu Sklaven des Geldes werden und nicht so "wie eine Lampe, die jemand anders anknipst."
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Modenschau zum Tag der Philosophie
Von Andreas D. Becker

Horn-Lehe. Anja ist hilfsbereit und fair, zu ihren Hobbys zählt Tanzen. Sie trägt ein kariertes Hemd, und Vertrauen ist ihr sehr wichtig. Simon ist schlank, sportlich, clever und hat viele Träume. Er will eine Familie gründen und in Oxford studieren. Beide Jugendliche wollen einzigartig sein, nicht zu Sklaven des Geldes werden und nicht so "wie eine Lampe, die jemand anders anknipst."

Zum ersten Tag der Philosophie im Gymnasium Horn hatten sich die Schüler der Klasse 7c etwas Besonderes einfallen lassen: eine philosophische Modenschau. Anstatt um Aristoteles und Hegel ging es an diesem Tag um die praktischen Themen des Lebens. "Jeden beschäftigt die Frage, wer ich bin. Die Idee war, daraus ein Produkt zu machen und es im Rahmen einer Modenschau vorzustellen", erklärt Lehrer Günther Mruck den Hintergrund.

In Zweierteams setzten die Schüler das Konzept um. Während einer über den Laufsteg lief, fungierte der andere als Ansager. Überredungskünste habe er nicht einsetzen müssen, so Mruck. "Das passte im Grunde fast immer, dass ein Schüler extrovertierter war und sich darstellen wollte, während der Partner lieber die Ansage machte." Als Grundlage für den Text dienten Interviews der Jugendlichen untereinander.

Das Datum der Veranstaltung war nicht willkürlich gewählt. Anlass war der Tag der Philosophie, den die Unesco ausgerufen hatte. "Wir hatten zum ersten Mal ein Treffen von Philosophie-Lehrern in Bremen. Dabei haben wir überlegt, wie wir den Unterricht interessanter gestalten können", erzählt Schulleiterin Christel Kelm. Die Beschäftigung mit den grundlegenden Fragen des Seins sei auch wichtig für die Persönlichkeitsbildung junger Menschen. Im Gymnasium Horn ist Philosophie deshalb ab der fünften Klasse reguläres Schulfach.

In der Oberstufe können die Schüler zwischen Religion und Philosophie wählen. "160 haben sich für die philosophische Disziplin entschieden. Das zeigt die Beliebtheit des Fachs", sagt Christel Kelm. Am Tag der Philosophie sollten sich die Schüler nicht mit abstrakten Gedankenwelten befassen, sondern mit ihrem eigenen Leben und den Vorstellungen, die sie haben. "Wir wollten den Schülern zeigen, dass Philosophen nicht nur große Denker sind. Ihre Themen haben auch einen direkten Bezug zu den jungen Leuten", sagt Günther Mruck.

Bei der Modenschau waren die Siebtklässler jedenfalls mit großer Offenheit und engagiert bei der Sache. Direkt am Laufsteg hatte die Klasse 9a auf Plakaten aufgeschrieben, was für sie im Leben wichtig ist. Unter anderem wurden Familie, Freunde, Religion, Gesundheit, Spaß, Liebe, Wohlstand und Geld genannt. Als Martplatzphilosophen nach antikem Vorbild versuchten sich unterdessen Schüler der Oberstufe. Sie streiften durchs Foyer und verwickelten jüngere Schüler in Diskussionen über die Grundfragen des Lebens.

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