Horn-Lehe Neues Konzept an der Wilhelm-Focke-Oberschule

Horn-Lehe. Die Anwahlzahlen sind seit Jahren bescheiden: Die Wilhelm-Focke-Oberschule in der Bergiusstraße gilt unter den Schulen im Bremer Nordosten als Sorgenkind. Doch nun soll alles besser werden.
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Neues Konzept an der Wilhelm-Focke-Oberschule
Von Andreas D. Becker

Horn-Lehe. Die Anwahlzahlen sind seit Jahren bescheiden: Die Wilhelm-Focke-Oberschule in der Bergiusstraße gilt unter den Schulen im Bremer Nordosten als Sorgenkind. Doch nun soll alles besser werden.

Eine neue, noch kommissarische Schulleitung und ein frisches Konzept sollen die Wende bringen und für mehr Zustimmung bei den Eltern sorgen. Eine Konzeptgruppe aus Lehrern und Eltern arbeitet seit den Sommerferien an einem pädagogischen Leitfaden für Unterricht und Selbstbild. Unterstützt wird sie von dem externen Berater Dirk Hagener aus Hamburg. Er zeigt sich von den Resultaten angetan. "Die Ergebnisse sind beeindruckend. Vor allem die intensive und kenntnisreiche Mitarbeit der Eltern habe ich so noch nie erlebt", lobt der Experte. Es gehe bei dem Prozess allerdings nicht darum, der Schule ein fertiges Konzept überzustülpen. Vielmehr müsse jede Bildungsstätte den Ansatz finden, der zu ihr passe. Hauptziel für die Schule ist laut Hagener, die einzelnen Reformschritte in einem verbindlichen Konzept zusammenzuführen.

Nach der Versetzung der alten Schulleitung sind die neue Direktorin Beata Warszewik-König und Stellvertreterin Susanne Helm seit zehn Wochen kommissarisch im Amt. "Unser Auftrag ist, das Oberschulkonzept umzusetzen, aber natürlich auch, die Anwahlzahlen zu steigern", so die Schulleiterin. Allerdings erwarte niemand, dass kurzfristig eine Wende zu schaffen sei. "Es dauert, bis das alles bei den Eltern ankommt", so Susanne Helm.

Auf vier Säulen ruhen das Konzept und die Hoffnungen des Kollegiums. Die Schulkonferenz hat dem Leitfaden mittlerweile zugestimmt. Das gesamte Kollegium sei bei der Ausarbeitung einzelner Bausteine eingebunden gewesen, heißt es. Ein zentraler Bestandteil ist die Einrichtung von Jahrgangsteams. Dabei sind nicht mehr einzelne Lehrer für ihre Klasse verantwortlich, sondern ein Team von fünf bis sechs Pädagogen leitet den Jahrgang. Dabei berücksichtigt ist, dass die Inklusionsklasse von zwei Lehrern betreut wird. Grundsätzlich soll dadurch die Qualität des Unterrichts steigen und das pädagogische Konzept verbindlicher werden.

Mehr Transparenz, gerade für Eltern und Schüler, sollen Jahresarbeitspläne schaffen. Darin werden Unterrichtsinhalte und Ziele festgeschrieben, die erreicht werden müssen. Eine weitere Neuerung ist, dass die Schüler verstärkt lernen sollen, sich selbstständig Wissen anzueignen. Dazu dient ein Zeitfenster von drei Doppelstunden wöchentlich, in dem die Schüler ihrem Lern- und Arbeitstempo entsprechend individuell gefordert und gefördert werden. Dem individuellen Lernen der Schüler dient auch regelmäßige Projektarbeit in kleinen Gruppen. "Ein Drittel des Unterrichts soll jedes Kind individuell arbeiten", sagt Susanne Helm. Dadurch könnten auch gezielt die Leistungsspitzen gefördert werden. "Wir wollen kleine Forscher fördern", ergänzt Beata Warszewik-König. Künftig werden Hochbegabte durch zusätzliche Arbeitsgemeinschaften unterstützt. Dabei sind auch außerschulische Lernorte geplant, unter anderem in Kooperation mit der Universität.

Um die Projektarbeit fest im Stundenplan zu verankern, führt die Wilhelm-Focke-Oberschule das neue Fach "Projekt" ein. Dabei lernen die Schüler auch das Recherchieren und Präsentieren. Künftig will sich die Schule durch monatliche Veranstaltungen weiter öffnen, bei denen ein Jahrgang seine Arbeitsergebnisse vorstellt. Dazu sind die Eltern eingeladen. "Die Schüler sollen üben, ihre Ergebnisse einer größeren Gruppe vorzustellen. Das soll zu einem Ritual werden", kündigt Warszewik-König an. Einige Punkte des Konzepts seien zwar schon länger vorhanden. Ziel sei aber jetzt, eine einheitliche Linie für alle Klassen und in den Projekten zu schaffen.

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