Schreibwerkstatt und Lesungen

Skripttique eröffnet: ein Ort zum Schreiben in Horn-Lehe

In der Leher Heerstraße gibt es einen neuen Laden: „Skripttique“. Dort können Autoren in Bremen ihren Gedanken freien Lauf lassen. Eine offizielle Eröffnung wird es wegen der Pandemie nicht geben.
27.07.2020, 05:01
Lesedauer: 3 Min
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Von Jutta Barth
Skripttique eröffnet: ein Ort zum Schreiben in Horn-Lehe

Jürgen Bosse vor dem Schaufenster seiner "Skripttique" in der Leher Heerstraße 10, in der er unter anderem eine Schreibwerkstatt anbieten möchte.

PETRA STUBBE

Während vielerorts Ladeninhaber ihre Geschäfte schließen, hat Jürgen Bosse, der Corona-Krise zum Trotz, im Mai ein neues Ladengeschäft in der Leher Heerstraße 10 eröffnet. Eine Skripttique.

„Was kann ich denn da kaufen?“, mögen viele denken. Das erklärt der Inhaber so: „Mein Laden soll ein Ort zum Schreiben sein. Ein Ort, an dem „nicht-veröffentlichte“ und andere Autoren ihren Gedanken freien Lauf lassen können, egal ob sie aus einer Schreibwerkstatt kommen oder aus dem heimischen Wohnzimmer.“ Von diesen Menschen scheint es eine ganze Menge zu geben, wie Bosse erklärt. Sie treffen sich in den Volkshochschulen, in Schreibgruppen oder sitzen zuhause alleine in ihrem Lieblingssessel. Sie alle verbinde eines – das Schreiben.

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Ein großer rustikaler Tisch, an dem noch die Farbspuren vergangener Zeiten erkennbar sind, lädt in Bosses Laden zum Sitzen, Plaudern und Schreiben ein. Frisch gebrühter Kaffee verbreitet einen angenehmen Duft. In einem bequemen Sessel am Fenster können die Gäste zwischendurch einfach mal ihre Seele baumeln lassen oder im „Lexikon der schönen Wörter“, das davor auf einem Tischchen liegt, neue Ideen schöpfen. In einem Regal bilden angenehm duftende Seifen, Porzellanteile und verschiedene Sanduhren zwischen Vasen, in denen frische Blumen stecken, ein anregendes Arrangement für die Sinne.

Raum für Schreibwerkstatt und Lesungen

In dieser locker-freundlichen Atmosphäre soll zukünftig im 14-tägigen Rhythmus eine Schreibwerkstatt stattfinden. „Sollte es durch Corona nicht wieder zu Einschränkungen kommen, wäre zunächst Platz für vier bis fünf Teilnehmer vorhanden“, stellt sich Bosse das Szenario unter Abstandsbedingungen vor. Auch Lesungen soll es geben, die bei Bedarf vielleicht auf den Platz vor dem Laden ausgedehnt oder verlegt werden können. Im Herbst will er mit einem Schreib-Projekt unter dem Motto „Inspiration zum Schreiben durch klassische Musik“ starten. Wenn Corona ihm keinen Strich durch die Rechnung macht, nimmt er dafür gerne Anmeldungen per E-Mail an jbosse@skripttique.de entgegen.

Jürgen Bosse hat seine Schreibfertigkeit in Schreibwerkstätten und Kursen professionalisiert. Er hat an Schreibwettbewerben erfolgreich teilgenommen und betreibt eine eigene Homepage, auf der er seine Werke veröffentlicht. Seit 2006 gehört er einer Schreibgruppe in Bremen an, die sich regelmäßig einmal im Monat zum Gedankenaustausch trifft mit dem Ziel, jedes Jahr im November am Na-No-Wri-Mo-Projekt teilzunehmen.

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Na-No-Wri-Mo, oder National Novel Writing Month, ist ein kreatives Schreibprojekt, das im Jahr 1999 von dem Amerikaner Chris Baty ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, während der 30 Tage des Monats November einen Roman mit mindestens 50 000 Wörtern zu verfassen. Trotz seines Namens ist das Projekt längst international geworden, und in vielen Ländern der Welt versuchen jedes Jahr Tausende von Menschen in 30 Tagen ein Buch zu schreiben. Vielleicht gelingt es der Bremer Gruppe, ihren Roman in der neuen Skripttique von Jürgen Bosse in Horn-Lehe zu schreiben.

Kurzgeschichten zum Nachdenken

Jürgen Bosse ist von Haus aus Physiker und Betreiber eines Software-Entwicklungsbüros. Sein Faible für das Schreiben entdeckte er bereits als Jugendlicher und begann damals spontan mit einem Roman, der nie fertig wurde. Kurzgeschichten und Gedichte lagen ihm mehr, wie er sagt. Und so erfreute er seine Kinder mit immer wieder neuen fantastischen Geschichten, die er schließlich auch zu Papier brachte. Von seinen „Drachenkindern“ gibt es bereits zwei nicht veröffentlichte Bände, ein dritter ist in Arbeit. Mit seinen Kurzgeschichten und Gedichten, die sich alle nicht reimen, wie er betont, will er Menschen berühren und zum Nachdenken ermuntern. Es sind Wortspiele, die zum Schmunzeln anregen, Fragen offenlassen oder einem sagen: “Ja, so geht es auch.“ Gerahmt und mit Fotos versehen, eine schöne Geschenkidee.

Ab 8. August bis Ende September stellt Jürgen Bosse die von ihm verfassten Gedichte in seinem Laden in der Leher Heerstraße 10 unter dem Motto „Leere vs. Kür“ aus. Eine offizielle Eröffnung wird es aufgrund der Corona-Pandemie nicht geben. Kontakt: E-Mail an jbosse@skripttique.de.

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