Angebote im Stadtteil gewährleisten

Mehr Sicherheit für Jugendarbeit gefordert

Der Horn-Leher Sozialausschuss möchte auch in einer haushaltslosen Zeit Angebote im Stadtteil gewährleistet wissen und fordert, dass mit dem Träger des Jugendhauses ein Zuwendungsrahmenvertrag geschlossen wird.
08.10.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Maren Brandstätter
Mehr Sicherheit für Jugendarbeit gefordert

Mit dem Träger des Jugendhauses müsse ein Zuwendungsrahmenvertrag geschlossen werden, um auch in haushaltslosen Zeiten finanzielle und organisatorische Planungssicherheit zu garantieren, fordert der Horn-Leher Sozialausschuss.

STUBBE

Die offene Kinder- und Jugendarbeit in Horn-Lehe muss finanziell nachhaltig auf sichere Beine gestellt werden – das forderte der Beiratsausschuss Soziales und Sport jetzt einstimmig auf Antrag der Linken-Fraktion. Mit dem Träger des Jugendhauses müsse zu diesem Zweck ein Zuwendungsrahmenvertrag geschlossen werden, um auch in haushaltslosen Zeiten finanzielle und organisatorische Planungssicherheit zu garantieren. Außerdem forderte der Ausschuss, dass die monatlichen Abschläge in der haushaltslosen Zeit zu einem Zwölftel ausgezahlt werden müssen und nicht, wie bisher, nur zu einem Vierzehntel.

Die offene Jugendarbeit im Stadtteil sei nach wie vor chronisch unterfinanziert, hieß es zur Begründung. Dem steigenden Bedarf in Horn-Lehe und den damit einhergehenden Angeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit stünden zu wenige Mittel und zu viele Einschränkungen durch die haushaltslose Zeit gegenüber. Da die Träger in der Regel nicht über finanzielle Polster in Form von Rücklagen verfügten, müsse in Zukunft dafür gesorgt sein, dass Bescheide umgehend gefertigt und versendet würden. Die Träger hätten ihre Kosten schließlich fristgerecht zu zahlen und benötigten ihre Mittel entsprechend rechtzeitig. Der Ausschuss forderte außerdem, dass das Ressort künftig auf den Abzug der sogenannten Planungsreserve in Höhe von fünf Prozent verzichtet. Für die Globalmittel der Stadtteilbeiräte sei diese inzwischen abgeschafft worden, was nun unbedingt auch für die Zuwendungen im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit gelten müsse, hieß es aus dem Ausschuss. Aufgrund der gekürzten Abschläge müssten ansonsten zwangsläufig variable Kosten – insbesondere Projektmittel – zurückgestellt werden. Das beeinträchtige die Arbeit der Träger und gehe somit zulasten des Angebotes für die Kinder und Jugendlichen im Stadtteil.

Trotz der erhöhten Zuwendungen für das Horner Jugendhaus in 2020 von insgesamt knapp 200 000 Euro klaffe nach wie vor ein Finanzierungsloch von gut 25000 Euro, das es „kreativ“ zu stopfen gelte. Das bedeute in der Praxis, dass wichtige Angebote nicht aufrechterhalten werden könnten. Die Politik dürfe nicht aus dem Blick verlieren, dass es im Stadtteil Horn-Lehe statistisch gesehen zwar die meisten Einkommensmillionäre gebe, gleichzeitig aber in Quartieren wie dem Kopernikusviertel und dem Gebiet rund um die Heinrich-Gefken-Straße viele Menschen in zum Teil prekären Verhältnissen lebten, appellierte der Ausschuss. Über diese besondere Form der sozialen Spaltung im Stadtteil täusche der offizielle Sozialindikator hinweg.

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