TV Eiche Horn soll übernehmen

Uni-Sporthalle statt Neubau

Die Uni-Sporthalle an der Grazer Straße musste gesperrt werden. Das Senatsressort schlägt dem TV Eiche Horn vor, die Halle zu übernehmen und nicht, wie bisher geplant, langfristig eine Halle zu bauen.
03.05.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter
Uni-Sporthalle statt Neubau

Sollte nun auch noch Uni-Sporthalle an der Badgasteiner Straße – deren Zustand als bedenklich gilt – ausfallen, ist dies ein Problem für die sportbetonte Oberschule Ronzelenstraße.

PETRA STUBBE

Eigentlich wollte der TV Eiche Horn perspektivisch eine neue Sporthalle bauen. Nun könnte alles ganz anders kommen – zumindest vorläufig. Die zuständigen Senatsressorts sähen den Verein nämlich gern als Betreiber der derzeit gesperrten Uni-Sporthalle an der Grazer Straße. Voraussetzung dafür wäre allerdings eine Sanierung der Lüftungsanlage und des Hallenbodens. Und, dass bei genauerer Prüfung nicht noch mehr Sicherheitsmängel zutage treten als bisher bekannt sind.

TV Eiche Horn als Betreiber für die Unihalle

Angelo Caragiuli kann sich grundsätzlich vorstellen, dass der TV Eiche Horn sich als Betreiber für die Unihalle zuständig erklärt. „Das würde natürlich eine totale Kehrtwende für unsere Planung bedeuten“, betonte der Vereinsvorsitzende jetzt auf einer Sitzung des Horn-Leher Sportausschusses. Der Vorteil der Uni-Sporthalle sei dabei, „sie ist schon da“. Zudem sei sie von ihrem Volumen her bedeutsamer als das geplante Hallenprojekt des Vereins.

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Wer federführend dafür verantwortlich ist, eine Lösung für den sanierungsbedürftigen Standort Grazer Straße zu finden, wurde auf Nachfrage aus dem Ausschuss von Sportamtsleiter Christian Zeyfang so beantwortet: „Niemand – aber wir werden gemeinsam versuchen, eine Lösung zu finden.“ Aus dem Wissenschaftsressort und der Universität hieß es dazu, es dürften von ihrer Seite ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken Mittel eingesetzt werden – das treffe auf die Sporthalle nicht zu. Auch das Bildungsressort reagierte bei diesem Thema zurückhaltend. „Wir sind Mieter“, betonte Ressortmitarbeiter Torsten Beyer. Es habe zwar Überlegungen gegeben, die Halle formal an eine Schule im Stadtteil anzudocken, doch die habe man wieder verwerfen müssen. Dafür seien die Entfernungen zu groß.

Sperrung stellt sportbetonte Oberschule Ronzelenstraße vor Probleme

Neben dem TV Eiche Horn wurde die Halle an der Grazer Straße vor ihrer Sperrung insbesondere von der sportbetonten Oberschule Ronzelenstraße genutzt. Laut Sportkoordinator Harald Wolf mit 15 Wochenstunden. Die Sperrung bedeute somit ein elementares Problem für die Schule. Und das würde sich noch einmal massiv zuspitzen, wenn die Uni-Sporthalle an der Badgasteiner Straße perspektivisch ebenfalls ausfalle. Aktuell gelte deren Zustand als äußerst bedenklich. „Ich habe keine Ahnung, wie es dann für unsere Schule weitergehen kann“, betonte Wolf.

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Sollte sich der TV Eiche Horn zu einer Übernahme der Sporthalle an der Grazer Straße entschließen, habe sowohl das Bildungs- als auch das Sportressort dem Verein „finanzielle Unterstützung über das normale Maß hinaus“ zugesichert, berichtete Sportamtsleiter Zeyfang von einem gemeinsamen Treffen der Ressorts. Das setze allerdings voraus, dass die Nutzung der Halle für mindestens fünf Jahre mit einem „erträglichen Investitionsaufwand“ machbar sei, sagte er.

Gutachten zu Sanierungsmaßnahmen ist notwendig

Einer der nächsten Schritte müsse nun sein, eine juristische Lösung dafür zu finden, wie sich die Halle aus dem Landesvermögen in das Vermögen des Vereins übertragen lasse, erklärte Manfred Schütte-Thuy, im Wissenschaftsressort zuständig für Ressourcen und Hochschulbau. Die Universität werde zudem allen Akteuren in den kommenden Tagen die Ergebnisse eines Gutachtens zur Lüftungsanlage der Sporthalle Grazer Straße vorstellen, berichtete Zeyfang. Anhand derer könnten dann weitere Schritte geplant werden. An dieser Stelle klärte Uni-Baudezernatsleiter Hans-Joachim Orlok die Runde allerdings auf, dass sich das Investitionsvolumen für die notwendige Sanierung aus diesem Gutachten nicht ablesen lassen werde. Es befasse sich lediglich mit der Luftqualität der Halle, teilte er mit. Bezüglich der notwendigen Maßnahmen, um die Halle wieder in Betrieb nehmen zu können, sei ein gesondertes Gutachten vonnöten.

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Ausschuss-Sprecher Jochen Behrendt (Grüne) zeigte sich außerordentlich enttäuscht von dieser neuen Erkenntnis. Angesichts der Dringlichkeit müssten sich alle Beteiligten nun schnellstmöglich auf die nächsten Schritte verständigen, betonte er. Im Raum stand dabei vor allem die Frage, wer die ausstehenden Gutachten zur Lüftungsanlage und zum Hallenboden bezahlen soll. „Als Mieter zahlt man eigentlich keine Gutachten“, konstatierte Torsten Beyer für das Bildungsressort. Gleichwohl liege es auf der Hand, dass dringend etwas passieren müsse. Er werde die Angelegenheit daher mit seiner Behörde rückkoppeln. Christian Zeyfang hielt es für vorstellbar, dass das Sportamt sich zur Hälfte an den Gutachten-Kosten beteilige. Ortsamtsleiterin Inga Köstner mahnte abschließend an, den Beirat über alle weiteren Entwicklungsschritte auf dem Laufenden zu halten – denn das habe in der Vergangenheit trotz Zusage nicht geklappt.

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