Beirat und Eltern fordern die Politik zum Handeln auf / Ortsteil Lehesterdeich ist besonders betroffen Zwischenbilanz: Rund 100 Hortplätze fehlen in Horn-Lehe

Horn-Lehe. Der Beirat Horn-Lehe und Eltern schlagen Alarm: Rund 100 Hortplätze fehlen im Stadtteil, wie eine Zwischenbilanz der Anmeldungen besagt. Nun suchen die Betroffenen nach Abhilfe für die Unterversorgung und hoffen auf Hilfe der senatorischen Dienststellen.
26.03.2012, 05:00
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Zwischenbilanz: Rund 100 Hortplätze fehlen in Horn-Lehe
Von Andreas D. Becker

Horn-Lehe. Der Beirat Horn-Lehe und Eltern schlagen Alarm: Rund 100 Hortplätze fehlen im Stadtteil, wie eine Zwischenbilanz der Anmeldungen besagt. Nun suchen die Betroffenen nach Abhilfe für die Unterversorgung und hoffen auf Hilfe der senatorischen Dienststellen.

Es ist mittlerweile ein Ritual, auf die Ortspolitiker und die betroffenen Eltern aber lieber verzichten würden: Jedes Jahr um diese Zeit beginnt in Horn-Lehe die Suche nach Hortplätzen, die aufgrund der großen Nachfrage zusätzlich bereitgestellt werden können. Im Ausschuss für Soziales und Sport war das jetzt das beherrschende Thema. Das Fazit von Eltern und Politikern: Es muss schnell etwas geschehen.

Dieter Mazur (Grüne) nannte die Lage "dramatisch". Nach den Zahlen, die Peter Kerscher vom Amt für Soziale Dienste den Zuhörern präsentierte, fehlen im Stadtteil aktuell rund 100 Hortplätze. Der Behördenvertreter appellierte denn auch an die Stadtteilpolitiker, aktiv zu werden: "Wir bitten den Beirat, hinsichtlich der Versorgungssituation der Kinder einen Beschluss zu fassen, der die Politik dazu bringt, tätig zu werden", so Kerscher.

Nach den vorläufigen Anmeldezahlen ist die Situation besonders prekär im Ortsteil Lehesterdeich, wo 151 Plätze 245 Anmeldungen gegenüberstehen. In Lehe gibt es nur einen leichten Überhang von drei Anmeldungen. In Horn gibt es keinen Hort. In Borgfeld können nach jetzigem Stand insgesamt zwei Hortgruppen (rund 45 Kinder) nicht untergebracht werden. Die endgültigen Zahlen stehen nach Angaben der Behörde erst im April fest.

"Die Hortversorgung ist insgesamt ein Problem in Bremen", sagte Kerscher. Zwar sei in einigen Stadtteilen eine Hortversorgung von 30 Prozent erreicht, die alte Zielvorgabe von 15 Prozent durchschnittlich in der Stadtgemeinde sei aber überholt. "Wir halten das für unzureichend", so Kerscher.

Ortsamtsleiter Wolfgang Ahrens wollte wissen, welche Möglichkeiten bestünden, den Mangel von 100 Plätzen auszugleichen. Kerscher antwortete, seine Behörde sei noch im Gespräch mit verschiedenen Trägern, ob es Chancen zur Erweiterung gebe.

"Das Defizit ist so dramatisch, dass wir niemals auf Null kommen werden", dämpfte Dieter Mazur die Hoffnungen. Er forderte, unverzüglich politischen Protest anzumelden. Der Beirat könne nicht warten, bis die endgültigen Zahlen feststehen. "Es ist immer wieder ein Gewürge, wenn man versucht, möglichst vielen Eltern gerecht zu werden", bilanzierte er - und appellierte zugleich an die Eltern, auch selbst kreative Vorschläge für zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten zu machen.

Matthias Spöttel von der Stiftung Alten Eichen brachte das Jugendhaus Curiestraße ins Spiel. Von 13.30 bis 16 Uhr könne man dort eine Schülerbetreuung für bis zu 20 Kinder auf die Beine stellen. Räume seien vorhanden. Das Problem, so Spöttel, sei allerdings die Essensversorgung. Erste Vorgespräche mit der Leitung der benachbarten Wilhelm-Focke-Oberschule hat Spöttel nach eigenen Angaben bereits geführt.

Auch Gudrun Stuck, Leiterin der Grundschule an der Philipp-Reis-Straße, signalisierte Hilfe. Eine weitere Hortgruppe und damit eine Aufstockung von 22 auf etwa 40 Kinder könne sie sich vorstellen. Laut Birte Huckfeldt, Leiterin der Marie-Curie-Schule, ist auch vorstellbar, einige Kinder in der ehrenamtlichen Hausaufgabenbetreuung ihrer Einrichtung unterzubringen. Dies sei aber nur bis 14.30 Uhr möglich.

Mazur argumentierte, der Stadtteil könne nur versuchen, zusätzliche Räume zur Verfügung zu stellen. Für Ausstattung und Finanzierung müsse die Politik sorgen. Um diese Forderung zu betonen, fasste der Ausschuss einen einstimmigen Beschluss. Darin werden die zuständigen senatorischen Dienststellen aufgefordert, die Zahl der Hortplätze "umgehend an die Bedürfnisse der Eltern anzupassen." Bei der Suche nach Räumen bietet der Beirat seine Hilfe an.

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