Gebietsmanagerinnen des BUND laden zur Vogelbeobachtung ins Naturschutzgebiet Brokhuchting ein Auf den Spuren der Uferschnepfe

Brokhuchting. Mehr als 1000 Pfeifenten und über 200 Vogelarten, darunter vom Aussterben bedrohte Zugvögel wie Kampfläufer und Uferschnepfen. Das Landschaftsschutzgebiet Niedervieland und das Naturschutzgebiet Ochtumniederung bei Brokhuchting haben viel zu bieten. Die zuständigen Gebietsmanagerinnen vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Karin Menke und Birgit Olbrich, wollen am Sonntag, 27. März, von der großen Artenvielfalt vor Ort erzählen und laden zur gemeinsamen Vogelbeobachtung ein.
17.03.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von jean-Charles Fays

Brokhuchting. Mehr als 1000 Pfeifenten und über 200 Vogelarten, darunter vom Aussterben bedrohte Zugvögel wie Kampfläufer und Uferschnepfen. Das Landschaftsschutzgebiet Niedervieland und das Naturschutzgebiet Ochtumniederung bei Brokhuchting haben viel zu bieten. Die zuständigen Gebietsmanagerinnen vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Karin Menke und Birgit Olbrich, wollen am Sonntag, 27. März, von der großen Artenvielfalt vor Ort erzählen und laden zur gemeinsamen Vogelbeobachtung ein.

"Es geht darum, uns als Ansprechpartner für diese Gebiete kennenzulernen und Menschen für die Natur zu begeistern", sagt die Diplom-Biologin Birgit Olbrich. Sie ist seit elf Jahren für das Brokhuchtinger Naturschutzgebiet zuständig und ihre Kollegin, Diplom-Geografin Karin Menke, seit zwei Jahren für das vom BUND auf Basis einer EU-Kofinanzierung betreute Landschaftsschutzgebiet Niedervieland. Dass die beiden sich zu ihrer Aufgabe berufen fühlen, sieht man auf den ersten Blick.

Die Uferschnepfe balzt "Tükütükük"Karin Menke steht auf dem Aussichtsturm Brokhuchtinger Landstraße und spitzt die Ohren: "Tükütükük!" Den Balzruf der Uferschnepfe kennt sie doch und guckt aufgeregt durch ihr Spektiv. "Da ist sie! Eine Uferschnepfe! Schnell, gucken Sie, bevor sie weg ist." Wenn die Naturschützerin in dem "Polder" genannten Überschwemmungsgebiet die vom Aussterben bedrohten Zugvögel entdeckt, funkeln ihre blauen Augen. Auf die Uferschnepfen ist sie besonders stolz. Ihr Bestand hat sich in Bremen erholt. Nachdem die Zugvögel im März von ihrer mehrwöchigen Reise aus Afrika zurückkehren, brüten einige schon wieder hier. "Wegen des Gelegeschutzprogramms waren es im vergangenen Jahr bereits zwölf. Im Jahr zuvor sieben und davor fünf", berichtet Menke stolz.

Die Uferschnepfe mit ihrem langen, schmalen Schnabel gehört zu ihren Lieblingsvögeln. Menke liebt es, ihnen durch ihr Spektiv, ein empfindliches Fernrohr zur Vogelbeobachtung, bei der Balz und beim Fressen zuzugucken. In dem Polder können die Zugvögel nach Tausenden Kilometern aus Afrika endlich Kraft schöpfen und in den Feuchtwiesen nach Insekten, Spinnen und Würmern stochern. Manche der Watvögel ziehen zur Brut dann weiter, andere bleiben inzwischen vor Ort. Die bis zu 45 Zentimeter langen Vögel benötigen den Wasserstand, den sie in den Poldern an der Brokhuchtinger Landstraße und am Duntzenwerder in Hasenbüren vorfinden. "Es gibt immer weniger solcher Bereiche", klagt Menke. Deshalb seien solche Gebiete wie das Landschaftsschutzgebiet Niedervieland umso wichtiger.

Die hiesigen Polder sind laut Birgit Olbrich ein Paradebeispiel dafür, dass künstliche Überschwemmungsgebiete als Ersatz für die im Zuge der Weserbegradigung zerstörten natürlichen Auen funktionieren können. "Die wichtigste Maßnahme zur Förderung von Rast- und Brutvögeln ist dabei die Überstauung", erklärt sie. Die "simulierte Überschwemmung" beginne im November, finde im Januar mit einem Wasserstand von 70 Zentimetern über dem Normalpegel seinen Höhepunkt. Bis Mai werde das Wasser dann wieder stufenweise abgelassen.

"Für diese Vielfalt möchten wir die Menschen begeistern", sagt Menke. "Die Leute sollen sehen, dass es noch mehr gibt als die gewöhnliche Stockente am Werdersee." In den Poldern fänden eben auch andere - wegen ihrer Störungsempfindlichkeit seltenere - Tiere ein Zuhause. Zur Beobachtung dieser Vielfalt sei gerade jetzt die ideale Zeit. "Die Wintergäste sind noch da, während die Brutvögel gerade wiederkommen."

Deshalb hat Menke die beginnende Brutzeit auch zu ihrer Lieblingsjahreszeit erkoren und möchte die Bremer am Sonntag, 27. März, um 13 Uhr am Polder Duntzenwerder in Hasenbüren mit ihrer Vogelbegeisterung anstecken. Ihre Kollegin Birgit Olbrich ist in ihrem Gebiet am Aussichtsturm Brokhuchtinger Landstraße, 11 Uhr, anzutreffen. Olbrich weist darauf hin, dass jeder ein Fernglas mitbringen möge. Die Hobbyornithologen sollen so viele Vogelarten wie möglich für sich entdecken.

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