Beirat Huchting: Weniger Geld für das Freizeitheim bewilligt Beschäftigte bangen um Projekte

Huchting. Die Freizeitheim-Mitarbeiter Wiltrud Huesmann und Peter Stech haben die Beiratssitzung in der Integrierten Stadtteilschule Hermannsburg tief enttäuscht verlassen. Der Beirat hat den Vorschlag des Controlling-Ausschusses bestätigt, alle im Jugendbereich tätigen Institutionen, Verbände und Vereine nach ihren Wünschen aus dem Fördertopf nach dem Bremer "Anpassungskonzept" zu bedienen - nur das Freizeitheim nicht.
28.02.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von REINER HAASE

Huchting. Die Freizeitheim-Mitarbeiter Wiltrud Huesmann und Peter Stech haben die Beiratssitzung in der Integrierten Stadtteilschule Hermannsburg tief enttäuscht verlassen. Der Beirat hat den Vorschlag des Controlling-Ausschusses bestätigt, alle im Jugendbereich tätigen Institutionen, Verbände und Vereine nach ihren Wünschen aus dem Fördertopf nach dem Bremer "Anpassungskonzept" zu bedienen - nur das Freizeitheim nicht.

Die vorgerechneten 3800 Euro für die Leitungskosten wurden auf 1900 Euro halbiert und der Ansatz für Projekte von 17000 Euro um 5000 Euro auf 12000 Euro zusammengestrichen. "Wir wissen nicht, ob wir all das, was wir vorhaben, mit den gekürzten Mitteln verwirklichen können", stellte Huesmann fest.

Der Controlling-Ausschuss habe die Kosten pro Projekt mit den Ansätzen anderer Anbieter verglichen und sei zu dem Schluss gekommen, dass das Freizeitheim mit den 12000 Euro auskommen müsste, erläuterte Jürgen Rieche, Stadtteilfarm, der mit je einem Vertreter von vier weiteren Institutionen der Jugendarbeit und den Beiratsmitgliedern Yvonne Averwerser (CDU) und Hans-Eberhard Junge (Grüne) im Controlling-Ausschuss sitzt. Es sei nicht beabsichtigt, das Freizeitheim zu benachteiligen. Dem hielt Peter Stech vom Freizeitheim entgegen, der Jugendeinrichtung an der Obervielander Straße werde ein Mehr an Angeboten abverlangt und gleichzeitig das Geld zusammengestrichen. Auch der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Sükrü Senkal griff in die Diskussion ein und malte das Bild eines teuren, aber mangels finanzierbarer Angebote leerstehenden Hauses an die Wand. "Wollen wir das Freizeitheim denn nur beheizen?", fragte Senkal provokativ. Scharf wurde die Diskussion, als

Averwerser die Arbeit im Freizeitheim mit der des Huchtinger Mädchentreffs verglich. "Sie versuchen zum zweiten Mal eine Institution gegen eine andere auszuspielen", konstatierte Stech in Erinnerung an das Vorjahr, als die CDU-Politikerin ebenfalls die beiden Einrichtungen verglichen hatte und den Schluss verkündet hatte, dass sie ihre Tochter in den Mädchentreff schicken würde.

Es gibt noch eine Reserve

Junge wies darauf hin, dass es eine Reserve von über 17000 Euro gibt und dass das Freizeitheim bei guter Begründung durchaus Chancen hat, sein Budget nachträglich aufzustocken. Rieche hatte anfangs auch von dieser Reserve gesprochen und erläutert, dass das Geld zum Beispiel für Stadtteilprojekte im neuen Quartiersbildungszentrum an der Robinsbalje und für Ferienprogramme freigegeben werden könnte. Die Aussicht auf einen Nachschlag fürs Freizeitheim besänftigte auch Falko Bries (SPD), der zuvor bemängelt hatte, dass der Controlling-Ausschuss vor der Kürzung der Summe für die Projekte mit dem Freizeitheim hätte reden sollen. Der Beirat segnete den Ausschuss-Vorschlag schließlich einstimmig bei Enthaltung der Linken Lucie Horn ab.

Die für den Stadtteil verfügbare Summe nach dem Anpassungskonzept ist von 460000 Euro im Vorjahr auf insgesamt 520000 Euro gewachsen. Die dicksten Brocken gehen an das Freizeitheim (rund 163000 Euro), die Stadtteilfarm und den Mädchentreff (rund 97000 Euro). Unterstützt werden außerdem der Schulverein Hermannsburg, die Matthäus-Gemeinde, die Stiftung Alten Eichen, der Boxring/TuS Huchting, der Bund Deutscher Pfadfinder, der Verein aufsuchende Jugendarbeit (Vaja), die Caritas und die Kindertagesstätte Amersfoorter Straße. Die Controlling-Ausschuss-Mitglieder und Beiräte Averwerser und Junge und der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Manfred Oppermann wiesen darauf hin, dass auch Angebote für "nicht-problematische" Jugendliche gemacht werden sollten.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+