Insektenhotel zerstört / Klage über Vandalismus

Brandstiftung im Park links der Weser

Das Insektenhotel im Park links der Weser ist abgebrannt. "Unbekannte Täter haben es in Brand gesteckt", beklagt Oene Hellmig, Schatzmeister des gleichnamigen Vereins. Mittwochvormittag wurde die Tat entdeckt. Die Polizei hat den Schaden registriert, der nun auf einer langen Liste höchst ärgerlicher Vorfälle im Park steht. "Vandalismus haben wir hier häufiger", bilanziert Hellmig.
30.06.2013, 05:00
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Von Rainer Kabbert

Das Insektenhotel im Park links der Weser ist abgebrannt. "Unbekannte Täter haben es in Brand gesteckt", beklagt Oene Hellmig, Schatzmeister des gleichnamigen Vereins. Mittwochvormittag wurde die Tat entdeckt. Die Polizei hat den Schaden registriert, der nun auf einer langen Liste höchst ärgerlicher Vorfälle im Park steht. "Vandalismus haben wir hier häufiger", bilanziert Hellmig.

Huchting. Im Park links der Weser haben offenbar Brandstifter das Insektenhotel zerstört. Vom früher giebelförmigen, rund 2,50 Meter hohen und 1,50 Meter breiten Häuschen sind seit Mittwoch nur noch verkohlte Holzreste zu sehen. Oene Hellmig, Schatzmeister des Vereins Park links der Weser, beziffert den Schaden auf rund 500 Euro, bei Neukauf müssten bis zu 1500 Euro bezahlt werden. Der im Sommer 2010 von Schülern und Lehrern der Schule Hermannsburg errichtete Bau hatte verschiedenen Insekten Unterschlupf und Schulklassen sowie Kita-Gruppen Einblick in das Leben dieser Spezies geboten. Die Feuerwehr kam zum Einsatz, konnte aber nur die Gefahr für das Vereinshaus abwenden.

Vandalismus in dem fast 220 Hektar großen Gelände am Huchtinger Fleet gab es in den vergangenen Jahren schon häufig. Hellmig erinnert an die zwei schwarzen Hütten mit diversen Gartengeräten, die im vergangenen Jahr angezündet wurden. Bänke sind aus der Verankerung gerissen, Namensschilder aus Messing entfernt worden, ebenso die Plakette am Hermann-Allmers-Denkmal. 2011 wurde eine Marmortischplatte zerstört, vor rund vier Jahren die Pumpe für den Brunnen gestohlen. Nun soll ein Windrad installiert werden, um das Wasser zutage zu fördern.

Kleinod durch Spenden

"Die Täter sollten sich vor Augen führen, dass sie hier ein liebevoll gepflegtes Kleinod zerstören", gibt Hellmig zu bedenken. Ein Kleinod, das allein durch Beiträge der Vereinsmitglieder und Spenden in Schuss gehalten werde. 1067 Mitglieder sind registriert, bis Ende 2013 sollen es 1100 sein. Entstanden ist der Park 1976 durch eine Bürgerinitiative. Zwei Drittel des Areals sind landwirtschaftlich genutztes Grünland, ein Drittel für Besucher teilweise erschlossene junge Wälder, Brachen, Aussichtshügel und Gewässer.

Nun überlegt der Verein, wie Zerstörungen begegnet werden könnte. So sollen Bänke aus Unterständen und Lehnen von Bänken entfernt werden, um Treffs bestimmter Gruppen zu verhindern. Dunkle Ecken des Parks sollen durch Laternen erhellt werden. Auch erhofft sich der Verein Anregungen von Werner Damke, dem früheren Direktor des Bürgerparks, der zum Erfahrungsaustausch eingeladen wurde. Hellmig hofft aber auch, dass seine Appelle fruchten und die Heimat für Austernfischer, Kiebitz sowie anderen Tieren und Pflanzen als schützenswertes Refugium gesehen wird – von allen.

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