Konzert in Bremen Huchting

Die Musik der Jugend

Die Westernhagen Cover-Band "Willenlos" fand in Huchting ihr Publikum. „Ich kann fast alles mitsingen – das ist die Musik meiner Generation“, freute sich zum Beispiel Beiratssprecher Falko Bries.
07.09.2018, 20:01
Lesedauer: 3 Min
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Von Jörg Teichfischer

„Hallo Huchting“, so begrüßte Mayke tom Dieck vom Verein „Mittelpunkt Huchting“ die zahlreichen Besucher, die zum Konzert der Gruppe „Willenlos. Die Westernhagen-Tributeband“ auf die Grünfläche am Sodenmattsee gekommen waren kamen. Dem Publikum wurde dabei einiges geboten.

Schon bei dem ersten Stück „Ich bin fertig“ konnte Sänger Bernd beim Refrain die kratzige Stimme herausbringen, die Fans auch vom Original Marius Müller-Westernhagen kennen. „Moin moin, habt ihr Spaß?“, begrüßte er ganz norddeutsch die Zuschauer nach dem Auftaktlied. Für sein nächstes Stück „Es geht mir gut“ forderte er alle auf, die Hände zu erheben. „Ihr seid wahnsinnig, dass ihr euch trotz dieses heißen Wetters zu diesem Event eingefunden habt“, lobte der Musiker die Ausdauer der Huchtinger und duzte bei dieser Gelegenheit seine auch älteren Zuhörer.

"Früher wir auch dazu getanzt"

Denn viele von ihnen konnten sich besonders gut an bekannte Balladen wie „Weil ich Dich liebe“ erinnern und lauthals mitsingen. Einige Bewohner des benachbarten Seniorenheimes „Haus am Sodenmattsee“ bewegten sich ebenfalls mit ihren Rollatoren und Rollstühlen zur Musik. „Wir machen regelmäßig Sitzgymnastik und Sitztanz“, erklärte Sven Finke die Beweglichkeit einiger seiner Anvertrauten. „Mir gefällt die Musik“, meinte auch Bärbel Andermann, die 1937 geboren ist und die die Lieder von Westernhagen aus dem Fernsehen kennt. „Früher haben wir dazu auch getanzt“, fiel ihrer vier Jahre älteren Freundin Edeltraud Klasson wieder ein.

Rockig ging es unter anderem bei dem Hit „Mit 18“ zu. „Ich habe gleich an den ersten Tönen der Mundharmonika erkannt, welches Lied das ist“, erzählte Musikfan Julietta, die Westernhagens Stücke mit ihrer Schulzeit in Verbindung bringt. Für gute Konzerte nimmt sie einige Strecken auf sich und fährt schon mal bis ins Ruhrgebiet. „Aber wenn es direkt vor der Haustür ist – um so besser“, freut sich die Huchtingerin. Eine Freundin hatte sie zu dem Konzert eingeladen. Zur Finanzierung des Festes, bei dem kein Eintritt verlangt wurde, warfen beide ein paar Münzen in die Spendendose, die vom Veranstalter herumgereicht wurde.

Picknickdecke und Verpflegung

Da die Musiker unter der „Linse“, wie der Unterstand und das Kunstwerk im Park genannt wird, auf einer kleinen Anhöhe standen, hatten alle Besucher einen guten Ausblick auf die Bühnenshow. Kinder fanden allerdings weniger Gefallen an dem Musikstil oder der Lautstärke. Eine Besuchergruppe kam extra wegen des Auftritts aus Syke angereist und hatte nebst Picknickdecke und Verpflegung vorsorglich auch Spielzeug und Käsehäppchen für den Jüngsten dabei. Andere Kinder nutzten die Grünfläche während des Konzerts zum Spielen und Toben. In zwei Pausen konnten die Besucher sich an unterschiedlichen Kaffee-, Kuchen- und Getränkeständen stärken. Vorsorglich hatten die Verantwortlichen des jährlichen Events Tische und Bänke aufstellen lassen, die Dank der finanziellen und personellen Unterstützung durch den Huchtinger Beirat und der Gewoba bezahlt wurden.

„Ich kann fast alles mitsingen – das ist die Musik meiner Generation“, freute sich Huchtings Beiratssprecher Falko Bries. Bernd und die vier Bandmitglieder spielten Westernhagens Lieder zum Teil in abgewandelten Versionen. Das schon früher umstrittene Lied „Dicke“ erklang im Reggaerhythmus. Bei „Mit 18“ wurde die erste Strophe langsamer als allgemein bekannt angefangen, so dass eingefleischte Fans wegen des ungewohnten Tempos schon nervös wurden. Danach ging es dann aber in dem vertrauten Rocktempo weiter, so dass die Hände und Füße der begeisterten Zuhörer wieder im richtigen Takt zuckten.

„Total begeistert“ von dem Konzert war die Vereinsvorsitzende von „Mittelpunkt Huchting“, Mayke tom Dieck. Mit geschätzt über 2000 Besuchern wurde ein neuer Rekord gebrochen. „Trotzdem war es eine ruhige, familiäre und friedliche Atmosphäre“ beschreibt sie die Stimmung. Die Musik spiele bei einigen Besuchern eine untergeordnete Rolle. „Viele kommen einfach, um dabei zu sein und es ist nicht so wichtig, welche Gruppe spielt“, sagt die Organisatorin.

Das Konzert endete nach mehreren Zugaben. Schon am gleichen Abend war der Park wieder gereinigt.

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