Wettbewerb Sodenmattquartier Köln-Hamburger Arbeitsgemeinschaft siegt

Das Ergebnis des Wettbewerbs zur Entwicklung des Sodenmattquartiers liegt vor. Sieger ist die Arbeitsgemeinschaft "DeZwarteHond aus Köln" mit Rabe Landschaften aus Hamburg.
11.08.2022, 05:00
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Von mas

Für eine circa vier Hektar große Gewerbefläche, auch bekannt als  Standort Thyssen-Krupp Schulte, an der Obervielander Straße im Stadtteil Huchting haben in den vergangenen Monaten acht Arbeitsgemeinschaften aus Stadt- und Freiraumplanungsbüros untersucht, wie diese Anforderungen in ein konkretes, zum Ort passendes Planungskonzept überführt werden können. Das teilt die Baumgart Lemke Schlegelmilch Partnerschaftsgesellschaft (BPW) mit.

Danach haben sich in einem zweiphasigen Wettbewerbsverfahren die Fachleute intensiv mit dem Grundstück und der vorhandenen Bausubstanz auseinandergesetzt. Neben Fragen nach der Verschränkung zukünftiger Wohn- und Arbeitsorte, der verkehrlichen und funktionalen Verknüpfung des Areals mit seiner Umgebung sowie der Planung hochwertiger und attraktiver Freiräume habe vor allem die Suche nach einer angemessenen baulichen Dichte im Fokus der Wettbewerbsaufgabe gestanden.

Das Preisgericht, mehrheitlich bestehend aus externen und Verwaltungsexperten, habe in einer ganztägigen Sitzung die Bewertung der vier vielversprechendsten Konzepte vorgenommen und sei zu einem einstimmigen Ergebnis gelangt, so die BPW-Stadtplaner. Unter Vorsitz der renommierten Hamburger Architektin und Stadtplanerin Ingrid Spengler habe das Gremium einvernehmlich das Konzept der Arbeitsgemeinschaft "DeZwarteHond" aus Köln mit Rabe Landschaften aus Hamburg zur Realisierung empfohlen.

Ausstellung wird vorbereitet

"Das Preisgericht würdigte, dass die Ideen zum Erhalt verschiedener vorhandener Baustrukturen im Plangebiet plausibel dargestellt wurden und die ergänzenden Gebäudestrukturen sowohl ein hohes Identifikationspotenzial besitzen, als auch gut geeignet sind, die zentrale Zielsetzung zu erreichen: die Realisierung vielfältiger Wohnformen und die Schaffung realistischer Voraussetzungen für ein breites Spektrum gewerblicher Nutzungen. Weiterhin lobte das Preisgericht die nachbarschaftliche Einbettung des Quartiers und die Qualität der teils intensiv begrünten Freiräume", so BPW.

Eine Ausstellung aller Wettbewerbsergebnisse werde vorbereitet. Interessierte Bürger würden so die Gelegenheit erhalten, die Aufgabenstellung und alle eingereichten Planungsvorschläge sowie die Bewertung durch das Preisgericht einzusehen.

Ausgeschrieben und durchgeführt worden sei der Wettbewerb von der Projektgesellschaft Sodenmatt mbH, welche die heute fast vollflächig versiegelte Fläche vor etwa einem Jahr erworben und seit diesem Zeitpunkt die gewerbliche und soziale Nutzung der Gewerbeflächen wieder intensiviert habe. Umfassend begleitet worden sei die Projektgesellschaft bei der Entwicklung und Vermarktung durch Robert C. Spies.

Neuer Ort für Huchting

Senatsbaudirektorin Iris Reuther, Fachpreisrichterin im Wettbewerb, sagt zum Wettbewerbsergebnis: „Ich freue mich sehr über das einstimmig favorisierte Konzept von DeZwarteHond mit Rabe Landschaftsarchitekten. Es ist eine hervorragende Grundlage für die Entwicklung des Sodenmattquartiers in Huchting als neuer Ort der produktiven Stadt. Es verbindet ein Bekenntnis zum Gebäudebestand mit der Schaffung einer neuen Identität für den Stadtteil und einem sehr stimmigen Freiraumkonzept. Die vorgeschlagenen Baustrukturen eignen sich für das zukünftige Arbeiten und Wohnen gleichermaßen. Das klug ausgearbeitete Energiekonzept ist vorbildlich für die Perspektiven eines klimaneutralen Quartiers.“

Heiko Bries, Sprecher des Beirates Huchting und als Vertreter von Ortsamtsleiter Christian Schlesselmann Sachpreisrichter im Wettbewerb, sagt: „Für mich als Beiratssprecher war es eine spannende und aufregende Erfahrung, denn mit meiner Stimme habe ich für Huchting eine große Verantwortung übernommen. Dieses Areal ist für Huchting zukunfts- und richtungsweisend. Das Verfahren verlief sehr harmonisch und sachlich,  aber immer mit dem Blick auf Huchtinger Bedürfnisse, jede Frage wurde beantwortet. Zu guter Letzt war es für mich sowie auch für alle anderen eine einstimmige Entscheidung. Ich freue mich auf dieses Projekt für Huchting.“

Bremen habe sich im Zuge einer nachhaltigen Stadtentwicklungsstrategie zum Ziel gesetzt, das Wohnen und Arbeiten dort enger miteinander zu verknüpfen, wo dies sozialräumlich, städtebaulich und unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit sinnvoll erscheint. Insgesamt solle das Leitbild der Stadtentwicklung „urban, vernetzt und grün“ weiter gestärkt und konsequent umgesetzt werden. Dabei verfolge die Stadt Bremen eine konsequente Innenentwicklung, um zusätzliche Verluste von Naturraum zu minimieren, so die BPW-Stadtplaner.

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