Win-Mittel für sechs Projekte in Huchting Trommeln für mehr Zusammenhalt

Endlich wieder miteinander treffen und erfahren, wie es den anderen während der Corona-Krise ergangen ist. Das ist das Wichtigste für die Stadtteilgruppe Huchting gewesen. Doch sie haben auch Gelder vergeben.
09.07.2020, 06:01
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Mörtel

Erstmals seit den im März verhängten Lockdown-Regelungen hat sich die Stadtteilgruppe Huchting wieder getroffen. Bei diesen Zusammenkünften entscheiden die Bewohner des Quartiers gemeinschaftlich darüber, wofür das Geld aus dem städtischen Fördertopf Wohnen in Nachbarschaften, kurz Win, verwendet werden soll. Die Wahl fiel diesmal auf sechs Projekte.

„Es gab ein großes Bedürfnis, mitzubekommen, wie es den anderen während der Corona-Zeit geht und ergangen ist“, schildert Quartiersmanagerin Inga Neumann, wie sie das erste Treffen empfunden hat. Sich im größeren Kreis wieder persönlich austauschen und Mut zusprechen zu können, das sei das eigentlich Besondere an der Zusammenkunft gewesen.

„Offenbar war besonders am Anfang des Lockdowns die Verunsicherung groß, was erlaubt ist und was nicht“, sagt Neumann. Einige Eltern hätten berichtet, dass sie zunächst ausschließlich in ihrer Wohnung geblieben seien. Weil sie nicht wussten, dass es eigentlich erlaubt gewesen wäre, mit den Kindern auch an die frische Luft zu gehen. „Diese Menschen in ähnlichen Krisensituationen besser erreichen zu können, betrachte ich neben der Aufgabe anderer Stellen, auch als unsere Aufgabe im Stadtteil“, so Neumann.

Viele Huchtinger hätten aber auch das reichlich vorhandene Grün des Stadtteils mit seinem Park links der Weser und rings um den Sodenmattsee völlig neu entdeckt „und haben sich über den geringeren Fluglärm gefreut“, beschreibt Neumann positive Effekte, die die Bewohnerschaft während der Corona-Krise wahrgenommen hätten.

Etliche Win-Projekte mussten pausieren oder laufen mittlerweile zunächst in reduzierter Form wieder an, weil die aktuell geltenden Hygiene-Regeln normale Zusammenkünfte nicht zulassen. So zum Beispiel die Angebote für ältere Menschen, die im Klönhof oder in weiteren Einrichtungen zu Mittag essen oder anderen Aktivitäten zusammenkommen, um der Einsamkeit entgegenzuwirken.

Die Zustimmung der Stadtteilgruppe haben nun weitere sechs Projekte erhalten, die den Zusammenhalt im Stadtteil stärken wollen. Unter anderem die Trommelgruppe der Grundschule Robinsbalje kann demnach weitermachen. Eine neue Trommelgruppe wird es außerdem an der Kita Höhpost geben. „Musik und Rhythmus sind ein guter Weg, um Kinder und deren Familien zu erreichen“, findet Neumann. Außerdem gibt es Geld für die Medienwerkstatt, die Radioporträts zum beruflichen Werdegang von Migranten erstellt.

„Es wird eine Herausforderung sein, unter Einhaltung der Regeln weiterhin ein gutes Miteinander hinzubekommen und im Kontakt zu bleiben“, sagt Neumann. Nach den Sommerferien solle deshalb genauer überlegt werden, welche Lehren für die Win-Projekte aus der Corona-Krise zu ziehen sind.

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