Drei Monate lang stellen Hobbymaler in ehemaligem Laden aus und inspirieren sich gegenseitig / Sponsorensuche Galerie auf Zeit für die Freizeitkünstler

Eine bunte Palette von Bildern in verschiedenen Malstilen wird seit Freitag im ehemaligen Schuhgeschäft Bogdan ausgestellt. Die Freizeitkünstler Huchting haben in ehrenamtlicher Arbeit und durch die finanzielle Hilfe der Bremer Zwischenzeitzentrale das leer stehende Geschäft in der Kirchhuchtinger Landstraße 45/47 in eine Galerie verwandelt.
16.08.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Sascha Rühl

Eine bunte Palette von Bildern in verschiedenen Malstilen wird seit Freitag im ehemaligen Schuhgeschäft Bogdan ausgestellt. Die Freizeitkünstler Huchting haben in ehrenamtlicher Arbeit und durch die finanzielle Hilfe der Bremer Zwischenzeitzentrale das leer stehende Geschäft in der Kirchhuchtinger Landstraße 45/47 in eine Galerie verwandelt.

UND ULRIKE TROUE

Huchting. Zur Eröffnung des neuen "Kunst-Treffs" der Freizeitkünstler Huchting hatten sich rund 200 Kunstfreunde, darunter auch die befreundeten Oldenburger Freizeitkünstler, versammelt. Denn so bunt und belebt hatten die Huchtinger das ehemalige Schuhgeschäft seit der Circle Line Tour Mitte Juli, in der Leerstände mit Leben gefüllt wurden, nicht mehr gesehen.

"Das ist herrlich, uns gefällt das Atelier großartig", lobten Helga und Walter Bogdan, die Eigentümer des Gebäudes. "Wir würden uns wünschen, dass es so bleibt wie es jetzt ist, aber wie immer mangelt es da am Geld", bedauerten sie. Für drei Monate überlässt das Ehepaar dem Verein Freizeitkünstler Huchting seine Räumlichkeiten – und zwar mietfrei.

Unterstützung von allen Seiten

Die viele ehrenamtliche Arbeit, die die Freizeitkünstler in dieses Projekt investiert haben, lobte Ortsamtsleiter Uwe Martin. Für ihn ist das Atelier ein neuer Ort der Begegnung und ein wegweisendes Projekt für Huchting. Die Materialien für die Umbauarbeiten vom Leerstand bis zur schicken Galerie hat die Bremer Zwischenzeitzentrale (ZZZ) finanziell ermöglicht. "Wir finden das gut, dass dieses Gebäude jetzt drei Monate lang als Ausstellungsfläche genutzt werden kann", sagte Daniel Schnier von der ZZZ. "Wir wollen Leerstände wie diesen aufwecken und deswegen haben wir das Projekt gefördert", sagte er.

Für die viele Hilfe von allen Seiten bedankte sich Helga Gerdes, Vorsitzende der Huchtinger Freizeitkünstlern ausdrücklich. Die Freude sei groß, dass die Freizeitkünstler nun ein eigenes Atelier besäßen. "Es übertrifft all meine Erwartungen", entfuhr es ihr. "Werke von 29 Künstlern sind nun ausgestellt, es kommen aber noch welche dazu", kündigte sie an, denn spontan traten neue Mitglieder dem Verein bei. Besonders gefällt der Huchtingerin, die von der Resonanz – auch aus dem Stadtteil – überwältigt war, dass es im Gegensatz zu normalen Ausstellungen im "Kunst-Treff" auch möglich sei, bei der Entstehung von Kunst zuzuschauen. "Wir haben sieben Malinseln", berichtete Gerdes. "Von 10 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr kann hier gemalt werden, allerdings nicht für Kurse. Es ist geöffnet für Malerinnen und Maler, die sich über die Schulter gucken und sich so gegenseitig inspirieren. Sie kommunizieren hier miteinander, haben Spaß und können bei einer Tasse Tee über Kunst reden."

Die Malinseln mit Staffelei kann jeder, der malt, belegen. Material muss mitgebracht werden. Regelmäßiges Vorbeischauen lohne sich sicher, sagte Helga Gerdes, denn stets seien andere Künstler am Werk und es würden öfter Bilder ausgetauscht.

"Die aktiven Mitglieder unseres Vereins würden sehr gerne über die Zeit der Zwischenutzung hinaus weiter mit ehrenamtlichem Engagemant dieses Atelier, diesen Kunst-Treff, aufrecht erhalten", formulierte Gerdes als abschließenden Wunsch. Da der Verein dies nicht aus Eigenmitteln finanzieren kann, werden Kunst-Paten gesucht. "Sagen Sie es weiter, vielleicht geht dann unser Traum in Erfüllung", appellierte sie an alle Gäste.

Die zurzeit ausgestellten Werke der Freizeitkünstler sind sehr vielfältig. Christa Engel zum Beispiel zeigt unter anderem verschiedene Tierporträts. Reich an Details und verträumt sind die Motive aus verschiedenen Blickwinkeln aus dem Bremer Schnoor von Wilfried Mennecke. Das zeigt die Vielfalt der Bilder.

"Das ist eine mit Leidenschaft gemachte Ausstellung, bei der man sieht, dass alle in ihren künstlerischen Techniken sehr fortgeschritten und versiert sind", lobte Detlev Stein, der Kunsthistoriker der Bremer Kunsthalle in seiner Eröffnungsrede. Der Unterschied zwischen hauptberuflichen Künstlern und Freizeitkünstlern sei nicht zu erkennen, fand er. "Vom Niveau her kann man sagen, dass so eine Unterscheidung keinen Sinn macht. Jeder, der hier seine Sachen zeigt, hat im Laufe der Zeit seine Technik gefunden und seine Möglichkeiten darin erkundet. Deshalb ist das eine qualitativ hochwertige Ausstellung."

Informationen zum Atelier "Kunst-Treff" gibt es bei Helga Gerdes unter Telefon 580571.

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