Verkehrsinitiative will noch im Juni den ersten Rundwanderweg um den Kreisel eröffnen Grollander machen mobil gegen Verkehrslärm

Grolland. Grolland - die grüne stille Oase Bremens? Ja, aber es rollt auch täglich eine Blechlawine durch den Ort, dass es in den Stoßzeiten zu Staus kommt. Deshalb suchten viele Autofahrer nach Schleichwegen und rauschten mit erheblicher Geschwindigkeit durch die Nebenstraßen.
06.06.2010, 08:20
Lesedauer: 2 Min
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Von Volker Althoff

Grolland. Grolland - die grüne stille Oase Bremens? Davon können viele Anwohner nur träumen. Die Farbe grün gebe sich zwar durch einige Bäume, Wiesen und Felder zu erkennen, aber mit der Ruhe sei es so eine Sache. Stattdessen rolle täglich eine Blechlawine durch den Ort, dass es in den Stoßzeiten zu Staus kommt. Das hat Annemarie Werner, Vorsitzende der Verkehrsinitiative Grolland, nicht nur einmal beobachtet: 'Wir erleiden jeden Morgen einen Randstau. Stoßstange steht an Stoßstange, und die Pkw machen dabei einen Riesenkrach'. Deshalb suchten viele Autofahrer nach Schleichwegen und rauschten mit erheblicher Geschwindigkeit durch die Nebenstraßen.

Günther Meyer, einer der Anwohner in Grolland, brachte es auf den Punkt während eines Treffens der Initiative, das dazu diente, über neue Aktionen zu sprechen: 'Die Siedlungen werden dicht gefahren, und es gibt keine Rücksichtsnahme der Autofahrer". Zudem donnerten riesige Lastwagen trotz des Durchfahrverbots durch den Stadtteil und verursachen Lärm und Gestank. Da könne von Stille keine Rede mehr sein. Damit sich diese Situation ändere, wollen die Grollander Flagge zeigen.

Nach der ersten Aktion im April wollen die Anwohner mit einer weiteren Protestaktion am Mittwoch, 16. Juni, auf die Missstände im Ortsteil aufmerksam machen. Sie wollen den Verkehr im Ort lahmlegen, wie Annemarie Werner skizziert: 'Wir eröffnen den ersten Rundwanderweg Grollands rund um den Kreisel an der Norderländer/Ecke Grollander Straße'. Damit will die Initiative auch auf die Ampelübergänge an der Emsland- und Frieslandstraße hinweisen.

Die seien vor allem Gefahrenpunkte für Kinder, Gehbehinderte sowie ältere Menschen. Aufgrund überhöhter Geschwindigkeit fahren Autos auch gerne mal bei Rot über die Kreuzung. 'Man macht sich wirklich Sorgen um die Kinder, behinderte und ältere Menschen', sagt Günther Meyer. Er gibt seinen Kindern deshalb den Ratschlag mit auf dem Weg: 'Bei Grün darfst du gehen, wenn die Autos stehen". Selbst wenn durch die dramatische Situation an den Kreiseln der Emsland- und Frieslandstraße Unfälle mit Fußgängerbeteiligung schon vorprogrammiert seien, ist Günther Meyer froh, wenn am Tage keiner zu Schaden kommt.

Ein anderes Problem: Die Übergänge ohne Ampeln auf der jeweils anderen Kreiselseite. Dort sei die Gefahr ebenfalls sehr groß, von motorisierten Verkehrsteilnehmern angefahren zu werden. Insofern ist auch Susanne Nobel, Mutter einer fünfjährigen Tochter, sehr besorgt: 'Meine Sorge ist sehr groß, dass meiner Tochter etwas passiert'.

'Wir kämpfen seit 20 Jahren'

Diese Probleme kennen die Grollander Bürger schon lange genug, wie Annemarie Werner, Vorsitzende der Verkehrsinitiative Grolland, betont: 'Wir kämpfen schon seit 20 Jahren dafür, dass der Verkehr sich verringern soll, aber passiert ist wirklich noch nichts'.

Darum haben sie einen Forderungskatalog zusammengestellt, den sie mit ihrer Aktion am 16. Juni auch vortragen wollen. Dieser reiche von Tempo 30 an der Emsland- wie auch Frieslandstraße über Nachtfahrverbot für Lastwagen auf der Emslandstraße, Geschwindigkeitskontrollen an der Grollander Straße bis hin zu doppelten Ampeln an der Norderländer Straße wie auch an der Brakkämpe. Nur so sei gewährleistet, dass Kinder wie auch ältere Menschen sicher die Straße überqueren können. Zudem werde dadurch die Lebensqualität, die durch die enormen Verkehrsbelastungen bereits beeinträchtigt sei, zum Teil verbessert.

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