Sanierung statt Schließung

Hallenbad Huchting bekommt 472.000 Euro für Reparaturen

Das Hallenbad in Huchting muss nicht dauerhaft geschlossen werden. Der Senat hat die für die Sanierung notwendigen 472.000 Euro freigegeben.
23.01.2020, 13:37
Lesedauer: 3 Min
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Von Chantal Moll

Den Huchtingern ist am Montagabend eine große Sorge genommen worden. Das in der Bevölkerung beliebte Hallenbad muss nicht dauerhaft geschlossen werden. Das teilte Uwe Siefke, der technische Leiter der Bremer Bäder, während der jüngsten Sitzung des Huchtinger Beirats mit.

„Die Ausgangslage hat sich verändert“, sagte Siefke den Politikern. Wie der technische Leiter weiter ausführte, sei die An­drohung einer eventuellen Schließung eine „formale Pflicht“ gewesen. Sie sei das übliche Szenario, falls vorhandene Schäden nicht behoben werden können. Siefke: „Inzwischen können wir sagen, dass es sich bei den anstehenden Sanierungsarbeiten im Hallenbad Huchting um eine gewöhnliche Instand­setzung handelt. Anscheinend hat es Missverständnisse gegeben.“ Heike Kretschmann (SPD) sagt dazu: „Es ist schade, dass wir aus der Zeitung etwas anderes erfahren haben. Beim nächsten Mal bitten wir um eine Vorabinformation, damit wir als Beirat die Situation entschärfen können.“ Nun bittet der Beirat darum, ab sofort monatlich über die Zukunft des Hallenbads informiert zu werden. „Wenn die Baumaßnahmen beginnen, wäre es gut, wöchentlich eine knappe Information zu bekommen“, sagte Michael Horn (Die Linke).

Verwirrung im Huchtinger Beirat

Bis zum Abend der Beiratssitzung sei nicht klar gewesen, ob die benötigten 472.000 Euro für die Sanierung vom Senat offiziell genehmigt sind. Das sorgte für Verwirrung im Huchtinger Beirat. Denn ohne bewilligtes Geld könne das Schwimmbad nicht in die Planung für Reparaturen gehen, erklärte Siefke. Erst während der Sitzung des Beirats konnte Carlotta Wendt (Grüne) aufklären: „Ich habe erst jetzt erfahren, dass der Senat die Gelder offiziell freigegeben hat.“ Das sei allerdings schon vor einigen Wochen beschlossen worden. Damit ändert sich die Situation für das Hallenbad entscheidend – die Reparaturen können in die Planung gehen.

Das Außendach werde das ganze Jahr über saniert, und die Innendecke ist in den Sommerferien an der Reihe. Deshalb wird das Huchtinger Hallenbad für sechs Wochen schließen. „Das Bad ist unglaublich wichtig für die Bürgerinnen und Bürger und die Vereine. Sie brauchen es. Ich bitte darum, alles Mögliche zu tun, um das Bad nicht länger als sechs Wochen zu schließen“, sagt Kretsch­mann. Siefke versichert: „Der Plan ist, nicht länger als sechs Wochen zu schließen. Auch für uns bedeutet eine längere Schließung große Probleme.“

Das Thema Sanierung endete weitgehend, als Falko Bries (SPD) Probleme mit dem neuen Zugangssystem zum Hallenbad ansprach. „Wenn ich mir ansehe, dass die Bürgerinnen und Bürger bis 21 Uhr schwimmen können und um 21.20 Uhr aus dem Bad raus sein müssen, dann stellt sich mir die Frage, wie ältere Menschen das machen sollen, die vielleicht nicht mehr so schnell sind“, sagte Bries. Das neue Zugangssystem zum Huchtinger Hallenbad beinhaltet eine Check-Karte, mit der Besucherinnen und Besucher das Schwimmbad betreten und verlassen können. Für Kurse ist der Aufenthalt im Hallenbad zeitlich begrenzt. Die Badleiterin Sabrina Winkler erklärt: „Wir haben deshalb noch niemanden drinnen oder draußen stehenlassen. Außerdem haben wir die Zeit um 30 Minuten verlängert.“

Hürde für Sportverein

Ein Vertreter des Turn- und Sportvereins (TuS) Huchting berichtet, der Verein habe eine Reihe von erheblichen Schwierigkeiten mit dem neuen System. Die größte Hürde: Wegen der Check-Karte könnten Eltern nicht mehr mit in die Umkleide. Außerdem müsse der Übungsleiter das Drehkreuz am Ein- und Ausgang mit seiner Karte öffnen und schließen, damit alle Kinder Durchgang erhalten. Ein weiteres Problem sei die Personalisierung der Karten, um die sich der Verein selber kümmern müsse. Das sei ein „unüberblickbarer Mehraufwand“. Das seien aber nicht die einzigen Probleme, die der TuS Huchting mit dem System habe. Auf Fragen habe er in der Vergangenheit keine Antwort vom Hallenbad bekommen. Uwe Siefke sagt dazu: „Vieles ist Ansichtssache. Vielleicht können sich Vertreter des Bades und des Vereins einmal zusammensetzen und eine Lösung finden.

Auch Kretschmann äußert Kritik am neuen Zugangssystem: „Wenn ich lese, dass immer mehr Kinder nicht sicher schwimmen können, kann ich nicht fassen, dass wir hier über ein neues Zugangssystem diskutieren.“ Badleiterin Winkler sagt über die technische Neuerung, es gebe sicherlich noch einiges zu korrigieren, aber das Bad müsse mit der Zeit gehen. Der Beirat und der TuS Huchting äußerten jedoch gemeinsam ihr Unverständnis, weshalb das Hallenbad Huchting nicht wieder zum alten Papierkarten-System zurückgehen könne.

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