Musical-AG präsentiert selbst geschriebenes Stadtteil-Stück Hoffnung an der 'Endstation Huchting'

Huchting. Mut beweist die Musical-AG, wagt - und gewinnt: Zum ersten Mal haben die rund 50 jungen Akteure des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums und der Wilhelm-Wagenfeld -Schule am Dienstagabend eine Eigenproduktion auf die Bühne gebracht, besser auf zwei Bühnen. Und ihre Schauspiel-, Gesangs- und Tanzkünste wurden umjubelt.
10.03.2010, 18:32
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Hoffnung an der 'Endstation Huchting'
Von Ulrike Troue

Huchting. Mut beweist die Musical-AG, wagt - und gewinnt: Zum ersten Mal haben die rund 50 jungen Akteure des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums und der Wilhelm-Wagenfeld -Schule am Dienstagabend eine Eigenproduktion auf die Bühne gebracht, besser auf zwei Bühnen. Und ihre Schauspiel-, Gesangs- und Tanzkünste wurden umjubelt.

Im Vorfeld war der Titel 'Endstation Huchting' auf Skepsis gestoßen. Er klinge negativ und bedrohlich. Dabei verbreiten die fünf Handlungsstränge keineswegs Endzeitstimmung. 'Sie beinhalten viele optimistische Ausblicke', unterstreicht Spielleiter Hans Hermann Hille. Und tatsächlich zeichnet sich ein positiver Wandel im Quartier ab, das gemeinhin als problembeladen gilt. Das hat Hille im Vorfeld im Gespräch mit der Huchtinger Polizei recherchiert, die auch zur Premiere eingeladen war.

Lokalbezug herstellen, darin lag für Spielleiter Hans Hermann Hille die größte Herausforderung, als er dieses von der Bremer Schuloffensive und der swb-Bildungsinitiative geförderte Projekt angeschoben und das eineinhalbstündige Stück über die dunklen, aber auch sympathischen Seiten des Stadtteils in Randlage geschrieben hat. Denn der pensionierte Pädagoge möchte an eine Tradition der Schule anknüpfen: Bis Mitte der 80er-Jahre gab es Hille zufolge hier eine ausgeprägte Musical-Kultur. Und mit der Welturaufführung des politischen Musicals '1989' im vergangenen Jahr sah der Spielleiter den konkreten Ansatz für einen Neuanfang mit 'Musicals außerhalb gewohnter Genres'.

Das diesjährige Stück sollte so etwas wie ein Gegenmodell zum 'Political' werden, beschreibt Hille seine Vorüberlegungen für die Handlung: Die Leiterin der Stadtteilfarm wird von ihrem Verlobten verlassen. Ihm stinken die Hängebauchschweine und die Beziehung. In die Geschichte um Liebesglück und -leid hat Hille zum Teil in Gemeinschaft mit den Schülern weitere Motive eingewoben. 'Denn denen war das Stück zu konfliktfrei', gesteht er freimütig. Also hat der Spielleiter Ideen der jungen Akteure aufgegriffen. Zum Beispiel die Bahnhofsszene: Der Referendar herzt seine Schwester. Das interpretiert ein Beobachter falsch und verbreitet das Gerücht von einer Geliebten. Ferner spielt eine üble Jugendgang eine Rolle, die Scheiben einschlägt und mit einem Glaser gemeinsame Sache macht. Zwei wollen aussteigen, weil der Umgang in der Clique rauer wird.

Direkte Bezüge

Direkten Bezug zum Schulalltag stellen die Jungschauspieler ebenfalls her: Eine Klasse fordert von ihrem Lehrer mehr Praxisbezug. Also erteilt der Referendar auf der Stadtteilfarm Biounterricht. Das Bühnenbild haben Nils Langhorst und Christian Stephan, zwei ehemalige Wagenfeld-Schüler, gemalt. Auch drei Kurse Darstellendes Spiel und der Kunstkurs wurden in die Produktion eingebunden. Fehlte nur noch eingängige Musik für die spannende Story, in der Miriam Wedel als Farmleiterin Antje und Maziar Elmi Sarabi als Referendar in den Hauptrollen beim Debüt brillierten. Dafür konnte die Musical-AG Musiklehrer Martin Schreiber gewinnen, der einige Stücke komponiert und die sechs Band-Musikern angeleitet hat, und Anne Schröder als Profi, Autorin des Musicals '1989'. Sie habe die guten Songs komponiert, markante Titel mit Sprechgesanganteilen, sagt Spielleiter Hille. Begeisterung lösten bei den rund 120 Premierengästen die Liebesduette aus. 'Möglicherweise...' klingt wie ein Titelsong, und das erkannte das Publikum mit entsprechend anhaltendem Applaus auch an.

Das Stadtteil-Musical 'Endstation Huchting' wird morgen sowie am Dienstag, 16. März, und Mittwoch, 17. März, jeweils um 20 Uhr in der Aula des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums, Delfter Straße 16, aufgeführt. Eintritt kostet fünf Euro für Erwachsene, drei Euro für Schüler.

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