Huchtinger wehren sich gegen Straßbahnverlängerung

Huchting. Sie fahren, sie fahren nicht: Ob die Linien 1 und 8 am Ende durch Huchting rollen, das steht noch in den Sternen. Sicher ist nur, dass das Großprojekt der BSAG auf wenig Gegenliebe bei den Huchtingern stößt.
06.06.2010, 08:20
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Volker Althoff

Huchting. Sie fahren, sie fahren nicht: Ob die Linien 1 und 8 am Ende durch Huchting rollen, das steht noch in den Sternen. Sicher ist nur, dass das Großprojekt der BSAG auf wenig Gegenliebe bei den Huchtingern stößt. Die haben sich am Mittwochabend in der Sporthalle der IS Hermannsburg noch einmal aufklären lassen. Dazu hatte die 'Initiative gegen die BTE-Trasse' eingeladen.

Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, sodass einige der etwa 170 Zuhörer stehen mussten. Während draußen die Sonne am wolkenlosen Himmel mit voller Kraft schien, wurde drinnen in der Aula der IS Hermannsburg heiß über die Straßenbahnverlängerung der Linien 1 und 8 diskutiert. 'Wir sind nicht gegen die Straßenbahn. Wir sind gegen die Straßenbahn auf der Trasse, auf der sie jetzt geplant ist,' stellte Rolf Berger, ein Sprecher der Initiative, zu Beginn der Diskussion klar. Damit meint er die BTE-Trasse, die vom Willakedamm aus über die Schienen der Bremer Thedinghausener Eisenbahn führen soll. Es gibt nämlich aus Sicht der Initiative mehr als ein Dutzend Argumente, die gegen diesen Verlauf sprechen.

So würden zahlreiche Grundstückseigentümer durch die Baumaßnahmen Grund und Boden verlieren. Des weiteren seien Eingriffe in die Natur geplant. Auf Störungen wie akustische Signale und Lärmbelästigung müssten sich viele Anwohner entlang der Strecke einrichten. Insgesamt, so fasste Rolf Berger von der Initiative zusammen, würde die Lebensqualität durch das Straßenbahnprojekt negativ beeinflusst.

Deutlich wurde an dem Informationsabend, dass es noch eine Vielzahl ungelöster Fragen und eine Menge Klärungsbedarf gibt. Entsprechend waren auch die Fragen, die aus dem Publikum kamen, zum Beispiel 'Wie steht es um mein Grundstück?' oder 'Muss ich eine Grundstücksbegehung einer Fremdfirma zwecks Veränderungen eines Grundstücks zulassen?' Nicht alle Fragen konnten zur Zufriedenheit der Anwesenden von den Sprechern der Initiative beantwortet werden. Dennoch appellierte Rolf Berger an die vielen Bürger im Saal, eine Einwendung an die Adresse des Senators für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa bis zum 16. Juni vorzubereiten. Für Gerhard Lang aus Huchting war an dem Abend klar: 'Ich werde die Möglichkeit der Einwendung nutzen, weil die komplette Wohnsituation zerstört wird durch das Projekt'. Dem stimmt auch Lilli Schramm zu, die an der Heinrich-Plett-Allee wohnt und direkt betroffen ist: 'Ein Stück Wiese wird von unserem Grundstück weggenommen. Die Straßenbahn geht direkt an unserem Haus

vorbei. Ich hoffe, dass das Projekt nicht zustande kommt'. Helmut Dreymann, der im Bereich Willakedamm wohnt, geht sogar noch weiter und will, wenn nötig, klagen.

In der Beiratsitzung heute Abend um 19 Uhr im Bürger- und Sozialzentrum in der Amersforter Straße 8, geht es unter anderem um das Thema 'Verlängerung der Linie 1 und 8'.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+