Sigrun Bösemann wechselt vom ADFC zur Huchtinger Stadtteilfarm Ihre Esel haben jetzt vier Beine

Huchting. Seit Februar leitet Jürgen Rieche die Stadtteilfarm in Huchting im Alleingang. Bislang stand ihm dabei Frauke Jacobs-Keßler zur Seite. Die hat die Einrichtung verlassen, um in Verden eine neue Farm aufzubauen. Das Führungsvakuum wird nun durch Sigrun Bösemann gefüllt. Die Sozialpädagogin, die bisher beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) arbeitete, sprach mit unserem Mitarbeiter Christian Meyer über ihre neue Aufgabe.
07.04.2010, 12:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Meyer

Huchting. Seit Februar leitet Jürgen Rieche die Stadtteilfarm in Huchting im Alleingang. Bislang stand ihm dabei Frauke Jacobs-Keßler zur Seite. Die hat die Einrichtung verlassen, um in Verden eine neue Farm aufzubauen. Das Führungsvakuum wird nun durch Sigrun Bösemann gefüllt. Die Sozialpädagogin, die bisher beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) arbeitete, sprach mit unserem Mitarbeiter Christian Meyer über ihre neue Aufgabe.

Wann wechseln sie nach Huchting?

Sigrun Bösemann:Konkret anfangen zu arbeiten werde ich dort am 12. April.

Wie hat sich der Wechsel ergeben?

Ich habe mich entschieden, dass ich was anderes machen möchte. Dann habe ich von der Stelle erfahren und mich beworben. Nach dem Auswahlverfahren habe ich einen Tag auf der Farm hospitiert, und dann haben die sich für mich entschieden.

Geht es Ihnen um die Herausforderung oder sind Sie mit ihrer Situation beim ADFC nicht zufrieden?

Ich suche eine neue berufliche Herausforderung. Beim ADFC habe ich viel am Computer gesessen, viel organisiert, viel Büroarbeit gemacht und die pädagogischen Angebote koordiniert. In Huchting ist es nun für mich interessant, direkter und vor Ort mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.

Von Fahrradfahrern zu Tieren - ist das nicht ein schwieriger beruflicher Wechsel?

Die Tiere sind schon was völlig anderes. Da habe ich wenig Erfahrung mit. Ich denke aber, dass ich das lernen kann und vor Ort wurde es ja auch so eingeschätzt, dass ich das kann.

Haben Sie Haustiere?

Nein, habe ich nicht.

Was ist denn ihr Lieblingstier?

Ich würde sagen: der Esel.

In Huchting war es bisher so, dass es zwei gleichberechtigte Leiter gab. Jetzt sind Sie die Stellvertreterin. Ist das für Sie ein Problem, sich unterordnen zu müssen?

Nein, das ist die Rahmenbedingung, zu der ich eingestiegen bin, und ich finde es sogar angenehm, weil ich nicht die gesamte Verantwortung trage.

Kennen Sie das Team schon?

Ich habe noch nicht alle kennengelernt. Wir haben vereinbart, dass es eine Einarbeitungszeit gibt, in der ich erstmal alles kennenlerne. Und dann teilen wir ein, welche Aufgaben ich übernehme.

Wo wird Ihr Schwerpunkt liegen?

In der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen und mit den Mitarbeitern.

Haben Sie schon konkrete Ziele, die Sie erreichen wollen?

Nein, das kann ich noch nicht sagen. Dazu kenne ich das noch nicht genug. Ich gehe da motiviert und mit Lust hin. Ich weiß, dass ich pädagogisch gut bin. Dann wird sich schnell zeigen, wie sich das entwickelt.

Sie wohnen in Schwachhausen - kennen Sie die Besonderheiten Huchtings?

Nein, den Stadtteil kenne ich ganz wenig, das finde ich aber reizvoll. Wenn man von außen kommt, bringt man viele Ideen und einen anderen Blick mit.

Werden Sie vor Arbeitsantritt noch mal häufiger nach Huchting radeln?

Nö, ich fahr da am 12. hin und dann fange ich da an zu arbeiten. Ich werde den Weg zu Arbeit übrigens immer mit dem Rad fahren.

Wie viele Kilometer sind das denn?

Ich glaube, das sind so 13 oder 14 Kilometer.

Was ist der Unterschied zwischen der Arbeit mit Kindern, beziehungsweise Jugendlichen und Erwachsenen?

Das ist eine gute Frage. Erwachsene können natürlich mehr Verantwortung übernehmen. Eigentlich geht?s immer darum, zu schauen, was brauchen die Menschen? Und es geht immer um die Haltung, wie ich Menschen begegne. Kindern kann ich so begegnen, dass sie eine Menge wissen und ich mit ihnen herausfinde, was sie lernen wollen. Ich schaffe den Menschen einen Raum, damit sie etwas lernen. Das mache ich beim Radfahren in den Kursen. Ich schaffe ihnen Übungsmöglichkeiten und gebe ihnen Tipps, aber sie müssen es selber machen. Ich denke, das ist auf der Farm ähnlich. Da gibt es den Ort, da gibt?s die Tiere und es gibt Dinge, die ich mit anstoße und die die Kinder dann ausprobieren.

Was hat Sie an der Ausschreibung gereizt?

Ich finde, das ist ein ganz tolles Projekt. Es schafft Räume, wo Kinder was erleben können. Für mich geht lernen ganz viel über das Ausprobieren und Erfahren. Und da bietet eine Farm genauso viele Möglichkeiten wie das Radfahren. Ob ich jetzt eine Tour mit dem Drahtesel mache oder mit dem Esel um den See wandere - es geht um das Erleben und neue Herausforderungen.

Haben Sie sich eine Zeit gesetzt, nach der Sie ein erstes Fazit ziehen wollen?

Ich schaue ständig, ob es läuft oder nicht. Eine bestimmte Zeit habe ich mir deswegen nicht gesetzt. Ich habe das Gefühl, dass im Farmteam eine gute Stimmung herrscht. Ich denke, ich passe da gut rein.

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