Auftritt gegen Ausgrenzung

Jugendpreis des Senats für Huchtinger Oberschule

Einander zuhören, verstehen und akzeptieren. Das möchte die Schulaufführung „Unterwegs zwischen Welten“ der Oberschule an der Hermannsburg vermitteln. Dafür wurde die Schule nun mit dem Jugendpreis gewürdigt.
06.07.2020, 19:56
Lesedauer: 1 Min
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Jugendpreis des Senats für Huchtinger Oberschule
Von Maurice Arndt
Jugendpreis des Senats für Huchtinger Oberschule

Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff übergibt den Bremer Jugendpreis.

Klama

Mit einer Aufführung setzt die Oberschule an der Hermannsburg in Huchting ein Zeichen gegen Ausgrenzung. Dafür ist sie nun mit dem Jugendpreis des Senats „Dem Hass keine Chance“ ausgezeichnet worden.

In zwei Stunden pro Woche stellten die 67 Schüler des achten Jahrgangs unter dem Motto „Unterwegs zwischen Welten“ eine Aufführung auf die Beine. Sie soll auf verschiedene soziale Gruppen und Kulturen aufmerksam machen und für gegenseitiges Verständnis werben. Bei der Ausgestaltung des Auftrittes konnten die Achtklässler ihrer Kreativität freien Lauf lassen. „Wir haben Tänze und Rap-Songs im Programm oder große gemalte Plakate im Bühnenbild“, sagt Theatermacher und Projektleiter Alexander Hauer.

Damit sich jeder Schüler wohlfühlte, gab es zu Beginn eine Projektwoche. „Da haben sich die Schüler das erste Mal mit dem neuen Kurs, der sie erwartete, auseinandergesetzt. Anschließend bildeten sie fünf Gruppen mit verschiedenen Aufgaben“, erklärt Rektor Achim Kaschub. So konnte jeder Schüler für sich entscheiden, auf welche Weise er sich in die Aufführung mit einbrachte.

In das Projekt floss eine Menge Arbeit, die die Schüler eigentlich im März präsentieren wollten. Doch sie wurden vom Coronavirus ausgebremst. Nicht aufzutreten war für die Schüler jedoch keine Option. Nun wurde eine Lösung gefunden: Die Aufführung wird zweimal gezeigt. Zunächst tritt eine Hälfte des Jahrgangs auf, anschließend die andere. Im Publikum sitzen ausschließlich Eltern.

Wie kam es zu dem Projekt? „Achtklässler sind für gewöhnlichen Unterricht eigentlich nicht zu haben“, sagt der Schulleiter. In der Pubertät steht Schule eben nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Ein neues Format sollte deshalb einen anderen Zugang zu Schülern ermöglichen. Dazu wurde der Stundenplan um zwei auf 32 Wochenstunden erweitert und Alexander Hauer verpflichtet. Wegen der guten Resonanz sollen künftig alle achten Jahrgänge der Schule ein Projekt machen.

Der Jugendpreis wird seit 1989 jährlich vergeben. In diesem Jahr stand die Auszeichnung, mit Blick auf das Kriegsende vor 75 Jahren, unter dem Motto „#allezufrieden“. Neben der Huchtinger Schule wurden zwölf weitere Teilnehmer ausgezeichnet (wir berichteten).

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