Belastung mit Perfluoroktansulfonsäure

Gesundheitsressort: Obst und Gemüse aus Grollander Gärten unbedenklich

Erwachsene können Obst und Gemüse aus Grollander Gärten ohne Bedenken essen. Dieses Fazit zieht das Gesundheitsressort aus einer Untersuchung von 50 Proben auf eine Belastung mit der Chemikalie PFOS.
14.04.2020, 19:50
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Gesundheitsressort: Obst und Gemüse aus Grollander Gärten unbedenklich
Von Michael Rabba
Gesundheitsressort: Obst und Gemüse aus Grollander Gärten unbedenklich

In Grollander Gärten mit Hilfe von Grabenwasser angebautes Obst und Gemüse könne bedenkenlos gegessen werden, so das Gesundheitsressort. Vom Verzehr von Fischen aus der Ochtum hingegen wird wegen der PFOS-Belastung weiter abgeraten.

INGO MOELLERS

Im März 2019 warnte das Bremer Umwelt- und Gesundheitsressort davor, Fische aus der Ochtum zu essen. Grund: In der Ochtum war eine erhöhte Belastung mit Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) festgestellt worden. Diese mittlerweile verbotene Substanz gelangte über einen vom Bremer Flughafen bis 2003 verwendeten Löschschaum in den Fluss und die verbundenen Gräben. Nun liegt auch das Ergebnis einer Untersuchung der PFOS-Belastung von Obst und Gemüse vor, das in Grollander Gärten angebaut und mit Grabenwasser gewässert wurde.

Zwischen August und November 2019 wurden erstmals 50 Proben von selbst angebautem Obst und Gemüse im betroffenen Einzugsgebiet genommen, heißt es in einer Mitteilung aus dem Hause der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz. Beprobt worden sind danach vorwiegend Gärten, bei denen in den Vorjahren Grabenwasser zum Gießen genutzt und bereits per- und polyfluorierte -Verbindungen im Boden nachgewiesen worden waren.

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„Im weit überwiegenden Teil der Fälle lagen alle gemessenen Parameter unterhalb der Bestimmungsgrenze für die jeweilige Verbindung“, wird mitgeteilt. Nur in drei Fällen seien für die Leitsubstanzen PFOS und PFOA (Perfluoroktansäure) quantifizierbare Gehalte gemessen worden. Für eine gesundheitliche Bewertung seien dann „Modellrechnungen“ vorgenommen worden. „Diese ergeben bei der derzeitigen Datenlage keine Bedenken beim Verzehr von Obst und Gemüse, auch aus dem eigenen Garten, durch Erwachsene.“

Abschließende Aussagen für den Verzehr durch Kinder könnten aber erst dann getroffen werden, „wenn die Analytik weiterentwickelt wurde und mehr Daten vorliegen“, so die Mitteilung der Senatorin. Die Empfehlung, keine Fische zu verzehren, die in der Grollander Ochtum sowie den stromabwärts liegenden Abschnitten der Ochtum und der angeschlossenen Gewässer gefangen wurden, „bleibt weiterhin bestehen“.

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PFOS ist über den Einsatz von PFOS-haltigem Löschschaum auf dem Gelände des Flughafens Bremen in die Ochtum gelangt. Durch Anreicherungen im Boden des Flughafengeländes und die Entwässerung des Geländes in die Grollander Ochtum fand eine Verbreitung in die umliegenden Gewässer statt. Konkret sind die Grollander Ochtum und die stromabwärts befindlichen Abschnitte der Ochtum betroffen.

Zudem gelangte belastetes Wasser auch in die Grabensysteme des Siedlungsgebiets Grolland und verschiedener Kleingartenvereine. „In diesen Bereichen sollte, entsprechend den Empfehlungen der Umweltbehörde, in jedem Fall von der Bewässerung durch Grabenwasser abgesehen werden.“ Das Trinkwasser sei nicht von der Belastung betroffen - weder im direkten Gebiet noch im weiteren städtischen Bereich.

Im Verlaufe dieser Woche sollen den betroffenen Haushalten Postwurfsendungen mit umfangreichen Informationen zugestellt werden, kündigt die Senatorin an.

Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Website des Gesundheitsressorts.

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